Schlafstörungen: 35 Prozent der Deutschen kämpfen mit der Nacht
06.06.2026 - 05:01:47 | boerse-global.de
Aktuelle Daten des Robert Koch-Instituts zeigen: 35 Prozent der Erwachsenen haben Probleme mit dem Schlaf. Vor rund 15 Jahren waren es noch 30 Prozent.
Besonders häufig klagen Menschen über Durchschlafstörungen. Fast jeder Dritte (32 Prozent) wacht nachts auf und findet nicht zurück in den Schlaf. 16 Prozent haben Einschlafprobleme, 13 Prozent kämpfen mit beiden Symptomen.
Das RKI hat die Daten von rund 26.000 Erwachsenen ausgewertet. Als mögliche Auslöser nennen die Forscher gesellschaftliche Krisen, den Klimawandel und die ständige Smartphone-Nutzung. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Und das hat Folgen: Schlafmangel erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
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KI und Wearables: Die Schlaf-Revolution am Handgelenk
Die Gesundheitsbranche reagiert. Samsung kündigt für Juni 2026 ein großes Update für die Health-App an. Künstliche Intelligenz soll künftig fünf verschiedene Biosignale in der Nacht erfassen und daraus einen Fitness-Index berechnen. Die Funktionen kommen voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte in neue Smartwatches.
Auch die MEDICA in Düsseldorf setzt auf das Thema. Die Messe für Medizintechnik integriert ab November 2026 die Wearable Technologies Conference Europe. Über 4.800 Aussteller werden erwartet – ein klares Signal: Schlafüberwachung wird zum Milliardenmarkt.
Auf die Seite, bitte: Wie eine einfache Positionstherapie hilft
Nicht nur Technik, auch einfache Methoden zeigen Wirkung. Bei obstruktiver Schlafapnoe (OSA) etwa – einer Erkrankung, bei der die Atemwege in der Nacht immer wieder kollabieren – erzielt die sogenannte Positionstherapie erstaunliche Ergebnisse.
Eine Studie, die im Frühjahr 2026 auf dem ATS-Kongress vorgestellt wurde, belegt: Bei mehr als zwei Dritteln der Patienten half eine Konditionierung zum Seitenschlafen. Der Effekt hielt teilweise noch ein Jahr nach Absetzen der Geräte an. Für viele Betroffene könnte das eine echte Alternative zur lästigen Beatmungsmaske (CPAP) sein.
Das Klinikum Grieskirchen setzt zusätzlich auf Biofeedback. Patienten lernen, Herzfrequenz, Atmung und Muskelspannung bewusst zu steuern. Die Methode ist nicht-invasiv und stärkt die Selbstwirksamkeit – gegen Stress, Erschöpfung und Schlafstörungen.
Die innere Uhr tickt: Warum Regelmäßigkeit wichtiger ist als die Uhrzeit
Auch die Prävention rückt in den Fokus. Die HanseMerkur hat eine digitale Schmerztherapie ins Angebot aufgenommen – 24 Module über 90 Tage. Chronische Schmerzen betreffen in Deutschland über 12 Millionen Menschen, oft ohne klaren körperlichen Befund.
Und dann ist da noch das „Sleep Window“. Die „Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis“ zeigt: Entscheidend für die Gesundheit ist nicht, wann man ins Bett geht, sondern dass man es regelmäßig tut. Unregelmäßige Schlafmuster erhöhen das Risiko für Bluthochdruck und erhöhte Blutzuckerwerte – unabhängig von der Ernährung.
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Wer weniger als sechs Stunden pro Nacht schläft, steigert zudem das Risiko für Adipositas. Die Botschaft der Forscher ist klar: Eine konstante Routine ist wichtiger als die perfekte Uhrzeit. Der Körper tickt eben nicht nach Fahrplan, sondern nach Gewohnheit.
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