Schlafstörungen, Erwachsenen

Schlafstörungen: 35% der Erwachsenen betroffen, Frauen besonders belastet

18.06.2026 - 02:18:17 | boerse-global.de

Eine aktuelle RKI-Analyse zeigt: Über 35 Prozent der Erwachsenen leiden unter Schlafstörungen. Experten raten zu Abendroutinen und digitaler Auszeit.

Schlafprobleme in Deutschland: Jeder Dritte betroffen
Schlafstörungen - Eine ruhige Schlafzimmerszene bei Sonnenuntergang, mit einer Person, die sanfte Dehnübungen oder Meditation praktiziert. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Zahlen steigen seit Jahren. Experten empfehlen gezielte Abendroutinen als Gegenmittel.

Belastung nimmt zu

Laut einer RKI-Auswertung aus dem Jahr 2024 fühlen sich rund 20 Prozent der Erwachsenen stark gestresst. Besonders betroffen: Frauen und die Altersgruppe der 18- bis 64-Jährigen.

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Ein langfristiger Trend zeigt sich in den Daten der Techniker Krankenkasse. Der Anteil gestresster Personen stieg von 57 Prozent im Jahr 2013 auf 66 Prozent im Jahr 2025.

Die Folgen sind messbar. Eine RKI-Analyse vom Juni 2026 belegt: Über ein Drittel der Erwachsenen berichtet inzwischen über Schlafprobleme. Innerhalb von 15 Jahren kletterte der Wert von rund 30 auf 35 Prozent.

Besonders Frauen leiden darunter. Eine repräsentative Umfrage vom April 2026 ergab: 59 Prozent der Frauen wachen regelmäßig nicht erholt auf. Hauptursachen: Stress, Angst und hormonelle Veränderungen.

Hohe wirtschaftliche Kosten

Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm. Der DAK-Psychreport 2025 zeigt: 17,4 Prozent aller Fehltage entfielen auf psychische Erkrankungen. Besonders hohe Ausfallzeiten gab es in sozialen Berufen wie Pflege und Gesundheitswesen.

Entspannungstechniken wirken

Eine Metaanalyse aus den Jahren 2024/2025 untersuchte Daten von 2.277 Patienten. Ergebnis: Die Progressive Muskelentspannung (PMR) verbessert die Schlafqualität signifikant. Die Methode aktiviert den Parasympathikus, senkt Herzfrequenz und Muskelspannung.

Ein neuer Trend heißt „Dark Showering“. Die Idee: warmes Wasser und gedimmtes Licht ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen. Das soll die Entspannung fördern und dem Körper das Signal für Nachtruhe geben.

In der Medizin kommt Biofeedback zum Einsatz. Sensoren messen Muskelspannung und Herzrate in Echtzeit – das trainiert die Stresskontrolle. Für klinische Fälle gibt es Geräte zur cranialen Elektrostimulation (CES) als nicht-medikamentöse Option.

Auch Mikronährstoffe können helfen. Magnesium, Melatonin, Vitamin D, B-Vitamine und L-Tryptophan unterstützen laut Experten die nächtliche Ruhephase.

Den Kopf frei bekommen

Kognitive Methoden helfen gegen das Gedankenkarussell im Bett. Empfohlen wird: Sorgen durch „Freischreiben“ externalisieren oder feste Grübelzeiten am Tag einplanen.

Die „1-Prozent-Frage“ kann den Alltag erleichtern: Welche kleine Veränderung reduziert den Druck? Auch eine „Ta-da-Liste“ für erledigte Aufgaben mindert das Gefühl, nie fertig zu werden.

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Digitale Auszeit am Abend

Eine Studie der Camilo-José-Cela-Universität Madrid und der Universität Bergen vom Juni 2026 zeigt einen alarmierenden Zusammenhang: Mehr als fünf Stunden tägliche Social-Media-Nutzung korreliert mit häufigeren Gedächtnislücken.

Forschung belegt zudem: Lernfortschritte passieren in Ruhephasen. Hirnscans zeigten während kurzer Pausen eine massiv beschleunigte Aktivität im Hippocampus. Das Gehirn braucht regelmäßige Auszeiten für Kreativität und Lernfähigkeit.

Die Empfehlung der Experten: Nach 20 Uhr bewusst Distanz zu Bildschirmen halten. Das Schlafzimmer sollte strikt als Ruhezone definiert werden – ohne Smartphone, Tablet oder Laptop.

de | wissenschaft | 69567621 |