Schlafstörungen: 35% der Deutschen leiden – Folgen für Schmerzen
11.06.2026 - 03:53:24 | boerse-global.de
Multimodale Therapieansätze kombinieren klassische Medizin mit Bewegung, natürlichen Wirkstoffen und technologischen Innovationen.
Bewegung als Medizin
Bei Nackenschmerzen, die oft in den Kopf oder Kiefer ausstrahlen, setzen Ärzte zunehmend auf gezielte Physiotherapie. Spezielle Dehnungen und Faszien-Rollmassagen helfen besonders bei Bandscheibenvorfällen in der Halswirbelsäule (HWS). Das Ziel: Die Spannungen in Muskulatur und Bindegewebe lösen, den Druck auf Nervenstrukturen reduzieren. Dr. med. Egbert Ritter prüfte die Übungen medizinisch.
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Cannabis-Medikament vor Markteinführung
Für Patienten mit chronischen neuropathischen Schmerzen gibt es bald eine neue Option. Das Unternehmen Vertanical erhielt die Zulassung für Exilby. Phase-3-Studien mit über 1.200 Teilnehmern zeigten eine signifikante Schmerzreduktion bei guter Verträglichkeit.
Der entscheidende Vorteil: Das Abhängigkeitspotenzial ist geringer als bei herkömmlichen Opioiden. Die Markteinführung in Deutschland und Österreich startet im September 2026. Die Schmerzgesellschaft mahnt jedoch: Solche Medikamente erweitern das Spektrum, ersetzen aber keine nicht-medikamentösen Maßnahmen.
Bienenharz und Magnetfelder: Zwei Forschungsansätze
Die Zahnmedizin entdeckt die Natur: Propolis (Bienenharz) könnte bei Wurzelkanalbehandlungen helfen. Erste Studien deuten auf antibakterielle und entzündungshemmende Wirkungen hin. Das könnte entzündungsbedingte Kieferschmerzen reduzieren. Die Forschung steckt aber noch in den Kinderschuhen.
Parallel dazu forscht die BEMER Int. AG an niederfrequenten elektromagnetischen Feldern (PEMF) für die Neurologie. Ziel ist die Verbesserung der Mikrozirkulation. Vorsicht ist geboten: Bei Herzschrittmachern oder Epilepsie ist PEMF tabu.
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Schlafstörungen als Schmerzverstärker
Das Robert Koch-Institut liefert alarmierende Zahlen: Rund 35 Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden unter Schlafstörungen. Chronische Schlafprobleme verstärken die Schmerzwahrnehmung. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) empfiehlt: 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen auf digitale Bildschirme verzichten.
Auch der Lebensstil spielt eine Rolle. Bundesdrogenbeauftragter Hendrik Streeck betont: Ein bewussterer Umgang mit Alkohol steigert die Lebensqualität. Reduzierter Konsum bedeute keinen Verzicht, sondern Gewinn an körperlicher Freiheit – und entlastet indirekt chronische Schmerzpatienten.
