Schlafstörungen, Erwachsenen

Schlafstörungen: 35,5 Prozent der Erwachsenen betroffen

04.06.2026 - 06:33:53 | boerse-global.de

Studie zeigt: 35,5 Prozent der Erwachsenen leiden unter Schlafproblemen. Forscher warnen vor weitreichenden Gesundheits- und Wirtschaftsfolgen.

Schlafstörungen: 35,5 Prozent der Erwachsenen betroffen - Bild: über boerse-global.de
Schlafstörungen: 35,5 Prozent der Erwachsenen betroffen - Bild: über boerse-global.de

Sie werden zum systemischen Risiko für Gesundheit und Wirtschaft.

Eine repräsentative Befragung von über 27.000 Erwachsenen im Jahr 2024 zeigt den Negativtrend. Mehr als jeder Dritte leidet unter Schlafproblemen. Mit 35,5 Prozent liegt der Wert deutlich über den Erhebungen von 2008 bis 2011 – damals waren es noch rund 30 Prozent.

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Wer schläft schlecht – und warum?

Die Auswertung offenbart klare Unterschiede. Besonders verbreitet sind Durchschlafstörungen: 31,7 Prozent der Befragten haben damit zu kämpfen. Einschlafstörungen betreffen 16,3 Prozent.

Frauen sind häufiger betroffen als Männer. 36 Prozent der Frauen berichten von Durchschlafproblemen, 20 Prozent von Einschlafstörungen. Bei Männern liegen die Werte bei 27 beziehungsweise 13 Prozent. Die Forscher identifizierten zudem ein niedriges Bildungsniveau als Risikofaktor.

Schlafmangel als Wegbereiter für chronische Krankheiten

Die Medizin stuft chronische Schlafstörungen zunehmend als ernsthafte Gefahr ein. Ein anhaltendes Schlafdefizit erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Störungen wie Depressionen.

Auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes werden begünstigt. Neurologische Langzeitfolgen sind ebenfalls im Fokus: Gestörte Schlafphasen könnten die Wahrscheinlichkeit für Alzheimer im Alter erhöhen.

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„One Sleep Health“ – ein neuer Forschungsansatz

Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich schlagen in der Fachzeitschrift „Cell Reports Medicine“ ein neues Konzept vor. „One Sleep Health“ betrachtet den menschlichen Schlaf nicht isoliert, sondern verknüpft ihn mit Umwelt und Gesellschaft.

Die Hauptursachen für die sinkende Schlafqualität: intensive Smartphone-Nutzung, die Spätfolgen der Pandemie, gesellschaftliche Konflikte – und der Klimawandel. Schätzungen zufolge könnte die Erderwärmung bis 2100 zu einem jährlichen Schlafverlust von 50 bis 58 Stunden pro Person führen.

Milliardenverluste durch müde Belegschaften

Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm. Allein in fünf führenden Industrieländern verursacht Schlafmangel Produktivitätsverluste und Krankheitskosten von bis zu 680 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

Weltweit leidet bereits etwa ein Drittel der Bevölkerung unter Schlafproblemen. Experten raten: Bleiben die Schwierigkeiten über einen längeren Zeitraum bestehen, ist ärztlicher Rat nötig. Die Sicherung der Schlafqualität wird zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe – mit technologischen und ökologischen Lösungen.

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