Schlafrhythmus, Regelmäßige

Schlafrhythmus: Regelmäßige Zeiten senken das Sterberisiko um bis zu 48 Prozent

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Studien verbinden regelmäßige Schlafzeiten mit geringeren Sterberisiken; zugleich betrifft chronische Insomnie schätzungsweise 22 Prozent der Bevölkerung.
Ein minimalistisch eingerichtetes Schlafzimmer mit weichem Tageslicht und einem ordentlich gemachten Bett. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle wissenschaftliche Beiträge und fachliche Erhebungen verdeutlichen, dass die optimale Schlafdauer vom Lebensalter abhängt und die Einhaltung eines festen Schlafrhythmus sowie des zirkadianen Rhythmus entscheidend für das Wohlbefinden und die körperliche Gesundheit sind. Neben der reinen Stundenzahl im Bett rücken Schlafforscher und Mediziner zunehmend die Regelmäßigkeit der Ruhezeiten und die Schlafqualität in den Mittelpunkt.

Orientierungswerte für Erwachsene und die Realität im Alltag

Fachgesellschaften empfehlen Erwachsenen im Allgemeinen eine Ruhezeit von 7 bis 9 Stunden pro Nacht. Schlafforscher Hans-Günter Weeß vom Schlafzentrum Pfalzklinik weist darauf hin, dass der Schlafbedarf von rund 80 Prozent der Menschen in dieser Spanne liege, während 6 Stunden meist zu wenig seien.

Chronisch zu viel oder zu wenig Schlaf wirkt sich demnach negativ auf die Gesundheit und die Lebenserwartung aus. Thomas Michel, Direktor der AOK Kempten-Oberallgäu-Lindau, betonte, dass guter Schlaf ein wesentlicher Baustein für die körperliche und mentale Gesundheit sei. Dauerhafter Schlafmangel könne das Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes erhöhen.

Dass diese Vorgaben häufig verfehlt werden, belegt eine AOK-Umfrage, über die das Deutsche Ärzteblatt berichtete: Mehr als zwei Drittel der Menschen in Deutschland schlafen weniger als 7 Stunden pro Nacht. Besonders Personen im Alter von 18 bis 29 Jahren gaben an, oft schlecht einzuschlafen. In dieser Gruppe nannten 45 Prozent den Konsum digitaler Medien vor dem Zubettgehen als Hauptursache.

Rhythmus und Regelmäßigkeit als zentrale Gesundheitsfaktoren

Schlafmediziner betonen anhand japanischer Studiendaten aus dem Jahr 2025, dass regelmäßige Schlafens- und Aufwachzeiten mindestens ebenso bedeutsam sind wie die Schlafdauer selbst.

Eine Untersuchung an über 60.000 britischen Erwachsenen aus dem Jahr 2024 zeigte, dass eine hohe Schlafregelmäßigkeit mit einem um bis zu 48 Prozent geringeren Risiko für die Gesamtmortalität, einem 39 Prozent geringeren Krebstodesrisiko und einem um 57 Prozent reduzierten Risiko für kardiovaskuläre sowie metabolische Todesfälle einhergeht.

Eine Übersicht von 59 Studien aus dem Jahr 2025 verknüpft unregelmäßige Schlafzeiten mit Depressionen, Angststörungen, einem erhöhten Body-Mass-Index, Insulinresistenz, Bluthochdruck und einem um 26 bis 53 Prozent höheren Demenzrisiko.

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Nicht die Stundenzahl entscheidet, sondern die Regelmäßigkeit: Wer jeden Tag zur ähnlichen Zeit ins Bett geht und aufwacht, senkt sein Sterberisiko laut aktueller Datenlage um bis zu 48 Prozent. Der kostenlose Report zeigt Ihnen, wie Sie in sieben Tagen zu einem Rhythmus finden, der zu Ihrem Alltag passt. Kostenlosen Schlaf-Report anfordern

Britische Daten verdeutlichen zudem, dass unregelmäßige Schläfer selbst bei mehr als 7 Stunden Schlaf ein erhöhtes Typ-2-Diabetes-Risiko tragen. Experten raten dazu, die tägliche Abweichung der Schlafzeiten auf maximal 1 Stunde zu begrenzen; Abweichungen von über 2 Stunden täglich erhöhen das kardiovaskuläre Risiko.

Auch der Einfluss von Licht spielt eine Rolle: In einer dreijährigen Studie aus Großbritannien und den USA mit rund 11.000 Teilnehmenden war nächtliche Lichtexposition mit einer Vergrößerung der linken Herzkammer und einer um 1,9 Prozent geringeren Effizienz des Herzmuskels verbunden. Fachleute empfehlen daher eine möglichst dunkle Schlafumgebung und den Verzicht auf Mobiltelefone mindestens 30 Minuten vor dem Schlafen.

Insomnie und altersspezifische Veränderungen

Schlafprobleme nehmen mit voranschreitendem Alter oft zu. Laut dem Baromètre Santé publique France aus dem Jahr 2024 klagt ein Drittel der Erwachsenen über Insomnie, wobei Frauen im Alter von 70 bis 79 Jahren mit 43,4 Prozent besonders betroffen sind.

Als Ursachen für früheres Erwachen im Alter gelten Verschiebungen der zirkadianen Rhythmen, ein möglicher Rückgang der Melatoninproduktion, hormonelle Umstellungen, veränderte Lichtexposition nach dem Renteneintritt sowie häufigere Nickerchen, Nykturie oder chronische Schmerzen.

Eine internationale Übersichtsarbeit unter Beteiligung der MedUni Wien, die in Sleep Medicine Reviews erschien, weist darauf hin, dass chronische Insomnie schätzungsweise 22 Prozent der Allgemeinbevölkerung betrifft.

Bei älteren Menschen liegt die Quote bei fast 30 Prozent, und Frauen tragen ein rund 50 Prozent höheres Risiko als Männer. Eine Metaanalyse über mehrere Studien verknüpft Insomnie mit einem um 26 Prozent höheren Schlaganfallrisiko und einem um 28 Prozent höheren Hospitalisierungsrisiko, wenngleich Kausalitäten damit nicht belegt sind.

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Nächtliches Licht vom Smartphone belastet Ihr Herz stärker, als viele denken — in einer mehrjährigen Studie war die nächtliche Lichtexposition mit einer vergrößerten linken Herzkammer und einer um 1,9 Prozent geringeren Effizienz des Herzmuskels verbunden. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Schlafzimmer verdunkeln und abends in 30 Minuten bildschirmfrei herunterkommen. Leitfaden für besseren Schlaf sichern

Schlafmediziner Corrado Garbazza vom Zentrum für Chronobiologie der UPK Basel definiert eine chronische Insomnie über Ein- oder Durchschlafstörungen oder zu frühes Erwachen an mindestens drei Tagen pro Woche über mindestens drei Monate.

Als Therapie der ersten Wahl gilt die kognitive Verhaltenstherapie, während Benzodiazepine höchstens zeitlich begrenzt eingesetzt werden sollten. Laut einer Untersuchung der Rand Corporation belaufen sich die wirtschaftlichen Schäden durch Schlafstörungen auf mindestens 50 Milliarden Euro jährlich infolge von Fehlzeiten und Leistungsminderungen.

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