Schlafmangel, Deutschen

Schlafmangel: 35 Prozent der Deutschen leiden unter Störungen

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 12:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Schlafmangel belastet Stoffwechsel und Gesundheit: Studien zeigen häufige Schlafprobleme bei Diabetes, durch Stress, Bildschirmzeit und nächtliche Schwankungen.

Schlaf und Stoffwechsel: Warum Erholung beim Abnehmen zählt
Ein ruhig gestaltetes Schlafzimmer mit einem ordentlich gemachten Bett bei sanftem Licht, das eine entspannte Atmosphäre vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Experten heben die Bedeutung einer ausreichenden und qualitativ hochwertigen Schlafdauer als wesentlichen Faktor für die Stoffwechselgesundheit und Bemühungen zur Gewichtsreduktion hervor. Ein chronischer Schlafmangel steht demnach in engem Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für schwerwiegende Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme, Depressionen und Diabetes Typ 2.

Wechselwirkungen zwischen Stoffwechsel und Schlafqualität

Die physiologischen Zusammenhänge zwischen dem Schlafverhalten und metabolischen Erkrankungen sind vielfältig. Berichte aus dem September 2026 verdeutlichen, dass insbesondere Patienten mit Diabetes Typ 2 häufig unter Schlafstörungen leiden.

Laut Daten von Pmc sind 50 bis 80 Prozent der Typ-2-Diabetiker von obstruktiver Schlafapnoe betroffen. Zudem weisen Erhebungen von Pubmed darauf hin, dass zirka 25 Prozent der Diabetiker ein Restless-Legs-Syndrom aufweisen.

Ein entscheidender Faktor sind dabei nächtliche Blutzuckerschwankungen. Sowohl Hyperglykämien als auch Hypoglykämien können den Schlaf massiv stören. Experten weisen darauf hin, dass späte Mahlzeiten mit hohem Kohlenhydratanteil einen Blutzuckerabfall gegen 2 bis 3 Uhr morgens provozieren können, was wiederum eine Adrenalinausschüttung zur Folge hat.

Zu diesem Zeitpunkt erreichen Blutdruck und Körpertemperatur üblicherweise ihre nächtlichen Tiefpunkte. Der Einsatz von Systemen zum kontinuierlichen Glukosemonitoring (CGM) könne dabei helfen, solche nächtlichen Unterzuckerungen aufzudecken.

Verbreitung von Schlafstörungen in der Bevölkerung

Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) belegen eine hohe Prävalenz von Schlafproblemen in Deutschland. Demnach berichten 35,3 Prozent der Erwachsenen über Ein- oder Durchschlafstörungen. Dabei zeigen sich deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede: Während 19,7 Prozent der Frauen Einschlaf- und 36,0 Prozent Durchschlafstörungen angeben, liegen die Werte bei Männern bei 12,8 Prozent beziehungsweise 27,1 Prozent.

Ergänzend dazu ergaben die Statista Consumer Insights 2026, dass 42 Prozent der befragten Personen in Deutschland innerhalb der vergangenen zwölf Monate unter Schlafproblemen litten.

Laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist etwa bei sechs von 100 Menschen eine behandlungsbedürftige Schlafstörung diagnostiziert worden. Ein wesentlicher Treiber für diese Entwicklung ist Dauerstress, der den Cortisolspiegel erhöht und den natürlichen Schlafrhythmus stört.

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Einfluss von Technologie und Verhaltensweisen

Die moderne Lebensweise beeinflusst die Schlafhygiene maßgeblich. Eine im Jahr 2025 veröffentlichte Studie mit fast 40.000 norwegischen Studierenden zeigte, dass jede zusätzliche Stunde Bildschirmzeit nach dem Zubettgehen das Risiko für Schlaflosigkeitssymptome um 59 Prozent erhöht.

Die Studierenden schliefen im Schnitt 24 Minuten weniger pro Nacht. Ursächlich hierfür ist unter anderem das blaue Licht der Endgeräte, welches die Produktion des Schlafhormons Melatonin senkt. Fachleute empfehlen daher, elektronische Geräte bereits ein bis zwei Stunden vor dem Schlafen beiseite zu legen.

Auch das morgendliche Verhalten steht im Fokus der Forschung. Schlafforscherin Siri Waage von der Universität Bergen rät vom sogenannten „Snoozen“ ab, da dies den Schlaf fragmentiere. Eine Studie im Journal of Sleep Research mit 1.732 Teilnehmern zeigte zwar, dass Nutzer der Schlummerfunktion in mentalen Tests teilweise besser abschnitten, jedoch im Schnitt sechs Minuten Schlaf pro Nacht verloren.

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Therapeutische Ansätze und soziale Faktoren

Zur Verbesserung der Schlafqualität werden verschiedene Ansätze untersucht. In einer vierwöchigen Studie mit 1.793 Teilnehmern wurde die Wirkung von 15 mg CBD-Isolat im Vergleich zu 5 mg Melatonin getestet. Dabei erlebten 56 bis 75 Prozent der Probanden eine klinisch wichtige Verbesserung der Schlafqualität, wobei keine signifikanten Wirkungsunterschiede zwischen den Substanzen festgestellt wurden.

Auch die soziale Schlafumgebung spielt eine Rolle. Laut einer ElitePartner-Studie aus dem Jahr 2023 schläft etwa jedes zehnte Paar in Deutschland überwiegend getrennt. Eine Untersuchung der Universität Kiel aus dem Jahr 2020 mit zwölf Paaren deutet jedoch darauf hin, dass gemeinsames Schlafen die Synchronisation der Schlafphasen fördert und zu etwa 10 Prozent mehr REM-Schlaf führen kann, trotz einer Zunahme von Beinbewegungen.

Bei klinischen Schlafstörungen wie Insomnie empfehlen Experten wie Dr. Christine Blume von der Universität Basel eine kognitive Verhaltenstherapie. Zudem gelte die Regel, dass Schlaf zwar nachgeholt werden könne, ein „Vorschlafen“ auf Vorrat jedoch nicht möglich sei.

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