Schlaf, Gehirn

Schlaf und Gehirn: REM-Anteil hängt mit geringerem Risiko für 83 Krankheiten zusammen

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 13:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschung verknüpft Schlafphasen und Schlafdauer mit Krankheitsrisiken; eine Insomnie-Therapie verlangsamte zudem messbare Alterungsmarker.

Schlaf und Gehirngesundheit: Studien zeigen Zusammenhänge mit Risiken
Ein ruhig gestaltetes Schlafzimmer bei Nacht mit sanftem Mondlicht, das eine friedliche und erholsame Atmosphäre vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Die biologische Regeneration während der Nachtruhe bildet eine grundlegende Voraussetzung für die neurologische Leistungsfähigkeit des Menschen. Wie die Neurologin dr. Oktaviana Niken P. darlegt, unterstützt Schlaf maßgeblich die Reparatur von Nervenzellen sowie die dauerhafte Festigung des Langzeitgedächstätnisses.

Treten hingegen Schlafstörungen auf, drohen unmittelbare Folgen für das Gehirn und das allgemeine Wohlbefinden: Neben chronischer Müdigkeit stellen sich häufig Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sowie spürbare Stimmungsschwankungen ein.

Diagnostische Verfahren und neurologische Methoden

Zur Identifikation möglicher Störungen stehen der Schlafmedizin differenzierte Messmethoden zur Verfügung. Laut dr. Oktaviana Niken P. ermöglicht die quantitative Elektroenzephalografie (qEEG) beziehungsweise das sogenannte Brain Mapping eine genaue Erfassung von Schlaf- und Stressmustern sowie potenziellen kognitiven Auffälligkeiten.

Als gezielter therapeutischer Behandlungsansatz kommt in diesem Kontext unter anderem Neurofeedback infrage, um fehlerhafte neuronale Aktivitätsmuster systematisch zu regulieren.

Statistische Zusammenhänge mit Erkrankungsrisiken

Die Bedeutung einzelner Schlafphasen für die langfristige Gesunderhaltung wird durch umfassende epidemiologische Erhebungen untermauert. Eine Untersuchung britischer Forschender, veröffentlicht in der Fachzeitschrift PLOS Medicine auf Basis von 95.559 Teilnehmenden der UK-Biobank, belegt weitreichende statistische Zusammenhänge.

In der über durchschnittlich 8,9 Jahre nachbeobachteten Kohorte, deren Schlafmuster über sieben Tage mittels Handgelenk-Sensoren erfasst worden waren, ging ein höherer Anteil an REM-Schlaf mit einem verringerten Risiko für 83 Krankheiten einher – darunter neurodegenerative Leiden wie Demenz, Alzheimer und Parkinson sowie Herzschwäche.

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Ein größerer Anteil an Tiefschlaf war wiederum mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes und schwere Depressionen verbunden. Bei 69 von 86 untersuchten Erkrankungen zeigte sich das statistische Risiko bei einer Schlafdauer von sechs bis acht Stunden pro Nacht am niedrigsten.

Ein Schlafpensum von weniger als fünf Stunden war hingegen mit einer Risikoerhöhung für 37 Krankheitsbilder assoziiert, zu denen Herzinsuffizienz, chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und Diabetes zählten. Die Autoren weisen darauf hin, dass es sich um Beobachtungsdaten handelt, die keinen direkten ursächlichen Zusammenhang nachweisen.

Akustische Impulse und zelluläre Alterungsprozesse

Neben der Schlafdauer steht die Beschaffenheit der Hirnwellen im Fokus der Forschung. Eine im September 2026 in Science Translational Medicine veröffentlichte Untersuchung des MIT und der Boston University analysierte gesunde Erwachsene im Magnetresonanztomografen.

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Bei 14 von 27 Teilnehmenden, die ausreichend im Gerät schliefen, verstärkten kurze akustische Impulse in Form von 50-Millisekunden-Pink-Noise, synchronisiert zu langsamen Hirnwellen, sowohl diese Wellen als auch die Oszillationen der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit.

Eine tatsächliche Beseitigung von Abfallstoffen wurde in dieser Versuchsreihe jedoch nicht gemessen, zudem waren keine Alzheimer-Patienten beteiligt. Eine weitere Schlaflaborstudie mit 25 gesunden Erwachsenen zeigte zudem, dass kontinuierlicher Pink Noise im Gegensatz dazu zu weniger REM-Schlaf im Vergleich zu einer ruhigen Nacht führen kann.

Dass gezielte Maßnahmen gegen Schlafstörungen auch molekulare Effekte zeigen, verdeutlicht eine klinische Studie der University of California, Los Angeles (UCLA).

Bei knapp 100 Erwachsenen ab 60 Jahren, die über zwei Jahre mittels Blutproben beobachtet wurden, verlangsamte eine achtwöchige kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (CBT-I) im Vergleich zu einfachen Schulungen die biologische Alterungsrate messbar anhand von Markern wie DunedinPACE, GrimAge und PC-PhenoAge. Zugleich gingen geringere Insomniesymptome mit niedrigeren p16INK4a-Werten einher.

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