Schlaf, Tiefschlaf

Schlaf im Alter: Tiefschlaf macht bei Menschen über 60 oft unter 10 Prozent aus

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Weniger Tiefschlaf und frühere Wachzeiten sind häufig; feste Routinen helfen, während plötzliche Veränderungen ärztlich abgeklärt werden sollten.
Ein ruhiges, minimalistisch eingerichtetes Schlafzimmer in der sanften Beleuchtung des frühen Morgens. Illustration mit AI erstellt.

Mit zunehmendem Lebensalter wandeln sich das Schlafbedürfnis und die Struktur der Nachtruhe spürbar. Mehrere Fachbeiträge beleuchten die biologischen Ursachen dieser natürlichen Veränderungen und geben Hinweise, wie sich die Schlafqualität bei älteren Menschen gezielt stabilisieren lässt.

Wenn sich die innere Uhr und Schlafphasen verschieben

Hinter dem veränderten Schlafverhalten stehen grundlegende physiologische Prozesse. Im Alter sinkt die körpereigene Produktion des Schlafhormons Melatonin auf natürliche Weise. In der Folge wird der Schlaf oberflächlicher und anfälliger für Unterbrechungen. Zudem verschiebt sich die innere Uhr vieler Senioren: Sie werden abends früher müde und wachen am Morgen zeitiger auf.

Gleichzeitig verändern sich die Schlafstadien. Fachberichten zufolge sinkt vor allem der Anteil des erholsamen Tiefschlafs. Bei Menschen über 60 Jahren macht dieser oft weniger als 10 Prozent der gesamten Schlafzeit aus, und ab einem Alter von etwa 75 Jahren ist der Tiefschlaf mitunter kaum noch messbar vorhanden.

Schlafdauer und veränderte Schlafeffizienz

Entgegen der weitverbreiteten Annahme, dass Senioren deutlich weniger Schlaf benötigen, verändert sich der biologische Bedarf nur geringfügig. Fachpublikationen wie Äldre i centrum weisen darauf hin, dass das Schlafbedürfnis pro Dekade lediglich um etwa 10 Minuten abnimmt und weiterhin bei 7 bis 8 Stunden liegt.

Gleichwohl verringert sich die tatsächliche Gesamtschlafzeit im Alltag häufig um ein bis zwei Stunden. In der Altersgruppe zwischen 60 und 80 Jahren liegt die Zeit im Bett typischerweise bei 7,5 bis 8 Stunden, während die reale Schlafdauer oft nur 6 bis 6,5 Stunden beträgt.

Fachleute betonen, dass eine Schlafeffizienz von über 85 Prozent als ideal gilt, während Werte unter 80 Prozent als verbesserungswürdig eingestuft werden. Schlafmediziner weisen zudem darauf hin, dass kein Zwang besteht, in jeder einzelnen Nacht exakt acht Stunden zu schlafen.

Alltagsmaßnahmen für einen stabilen Schlafrhythmus

Um die Schlafqualität zu verbessern, empfehlen Experten einfache Verhaltensregeln:
- Lichtexposition: 20 bis 30 Minuten Tageslicht am Morgen unterstützen die Taktung der inneren Uhr.
- Feste Zeiten: Regelmäßige Aufsteh- und Zubettgehzeiten festigen den Schlafrhythmus.
- Kurze Nickerchen: Ein Mittagsschlaf sollte auf 20 bis 30 Minuten begrenzt bleiben, um den Schlafdruck für die Nacht nicht zu stark zu senken. Nach einem kurzen Ruhen sollten sich Betroffene erfrischt fühlen.

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Wann eine ärztliche Abklärung erforderlich ist

Nicht jede Schlafveränderung ist harmlos. Bricht die Schlafdauer abrupt von 7 bis 8 auf nur noch 4 bis 5 Stunden ein, ist eine medizinische Untersuchung angeraten. Auch vermehrte Tagesschläfrigkeit erfordert Aufmerksamkeit.

Schlafmediziner warnen davor, wenn Betroffene in fast jeder Situation einschlafen oder nach dem Wecken benommen bleiben. Treten Begleitsymptome wie Schwindel, Taubheitsgefühle, Sprachstörungen oder plötzliche Gedächtnisprobleme auf, muss umgehend eine zerebrovaskuläre Ursache ausgeschlossen werden.

Für eine strukturierte Diagnostik bei starker Tagesmüdigkeit empfiehlt sich die Überprüfung folgender Faktoren:
1. Aktuelle Medikation und mögliche Nebenwirkungen
2. Schlafatmung (Ausschluss einer Schlafapnoe) oder periodische Beinbewegungen mit unbemerkten Mikro-Aufwachungen
3. Psychische Verfassung und Stimmungslage
4. Schilddrüsenfunktion
5. Blutdruck und Zustand der hirnversorgenden Gefäße

Ein besonderes Augenmerk gilt Risikogruppen mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Herzkrankheiten oder Karotisplaques.

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Mikronährstoffe und Nahrungsergänzung

Häufig wird der Einsatz von Magnesium zur Schlafverbesserung diskutiert. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2021, die drei kleinere randomisierte kontrollierte Studien mit 151 Teilnehmern auswertete, zeigte, dass Magnesium die Einschlafzeit um rund 17 Minuten verkürzen konnte.

Die Schlafdauer stieg um 16 Minuten, was statistisch jedoch nicht signifikant war. Ein Nutzen kommt vor allem für Personen mit nachgewiesenem Mangel oder hoher Stressbelastung infrage.

Vorsicht ist geboten bei einem Ruhepuls unter 60 Schlägen pro Minute sowie bei schweren Nierenfunktionsstörungen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt über Nahrungsergänzungsmittel eine Höchstmenge von maximal 250 Milligramm pro Tag. Zudem sind Wechselwirkungen mit Medikamenten wie Antibiotika, Bisphosphonaten und entwässernden Mitteln zu beachten.

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