Schlaf, Frauen

Schlaf: Frauen brauchen 6,4–7,8 Stunden, Männer 6,4–7,7 Stunden

23.06.2026 - 03:53:19 | boerse-global.de

Fachgesellschaft fordert Verkaufsverbot für melatonin-haltige Gummibärchen wegen steigender Vergiftungsfälle bei Kindern.

DGKJ warnt: Melatonin-Gummibärchen für Kinder gefährlich
Schlaf - Eine Kinderhand greift nach einem bunten Gummibärchen. Der Hintergrund ist unscharf, was die Konzentration auf das Gummibärchen lenkt. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) warnt vor frei verkäuflichen Melatonin-Gummibärchen für Kinder. Das Problem: Die Präparate sehen aus wie Süßigkeiten – und bergen gefährliche Risiken.

Warnung vor Überdosierung

Am 22. Juni 2026 veröffentlichte die DGKJ eine deutliche Stellungnahme. Die optische und geschmackliche Ähnlichkeit zu Gummibärchen verleite Kinder zum unkontrollierten Konsum. Die Folge: gefährliche Überdosierungen.

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Internationale Daten untermauern die Bedenken. In den USA stiegen die Vergiftungsfälle durch Melatonin bei Kindern zwischen 2012 und 2021 um über 500 Prozent. Zwei Todesfälle wurden in diesem Zeitraum registriert. Die DGKJ fordert deshalb ein Verkaufsverbot für die Produkte.

Bringt Melatonin überhaupt etwas?

Die Kritik richtet sich nicht nur gegen die Gefahren, sondern auch gegen den Nutzen. Studien zeigen: Bei gesunden Kindern verkürzt Melatonin die Einschlafzeit im Schnitt um lediglich 18 Minuten. Angesichts der Risiken bewerten Experten das Verhältnis als ungünstig.

Schlafexperte Dieter Riemann von der Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin setzt stattdessen auf bewährte Methoden. Seine Empfehlungen: regelmäßige Rhythmen, Verzicht auf Alkohol vor dem Schlafengehen und kurze Nickerchen am Nachmittag. Smartwatches zur Schlafüberwachung hält er dagegen oft für kontraproduktiv.

Jeder Dritte schläft schlecht

Die Debatte um Schlafhilfen findet vor einem ernsten Hintergrund statt. Daten des Robert Koch-Instituts vom Juni 2026 zeigen: Fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland leidet unter Durchschlafproblemen. Eine Umfrage von HelloBetter und Ipsos ergab zudem, dass 26 Prozent der Befragten ihre Schlafqualität als schlecht oder extrem schlecht bewerten.

Das optimale Schlaffenster

Wie wichtig die richtige Schlafdauer ist, zeigt eine Studie der Columbia University im Fachmagazin Nature vom 22. Juni 2026. Forscher werteten Daten von 500.000 Teilnehmern der UK Biobank aus. Ihr Ergebnis:

  • Frauen: 6,4 bis 7,8 Stunden Schlaf
  • Männer: 6,4 bis 7,7 Stunden Schlaf

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Abweichungen von diesen Werten können die Organalterung beschleunigen. Das Risiko für Diabetes, Herzkrankheiten und Depressionen steigt.

Speicheltest erkennt Schlafmangel

Ein Forschungsteam der Universität Zürich identifizierte im Juni 2026 Biomarker im Speichel, die akuten Schlafentzug nachweisen. In einer Studie mit gesunden jungen Männern veränderte eine durchwachte Nacht rund zehn Prozent aller Biomoleküle im Speichel. Ein Schnelltest für den Alltag ist noch nicht verfügbar – weitere Feldstudien sind geplant.

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