Schalksmühle: Betrüger fordern 430 Euro über gekapertes WhatsApp-Konto
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 17:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kriminelle nutzen vermehrt gekaperte Messenger-Konten, um das Vertrauensverhältnis zu Freunden und Angehörigen gezielt auszunutzen. Über manipulierte Profile versenden die Angreifer Nachrichten an bestehende Kontakte, täuschen angebliche Notsituationen vor und fordern die Empfänger dazu auf, Rechnungen für sie zu begleichen. Entsprechende Fälle und Warnungen wurden nun in mehreren Regionen bekannt.
Vorfälle in Illertissen und Schalksmühle
In Illertissen erstattete ein 46-jähriger Mann Anzeige, nachdem Unbekannte die Kontrolle über sein Messenger-Konto übernommen hatten. Wie die Augsburger Allgemeine am 23. September 2026 berichtete, kontaktierten die Täter daraufhin Personen aus der Kontaktliste des Betroffenen, gaben eine finanzielle Notlage vor und baten um das Begleichen von Rechnungen.
Aufmerksam wurde der Betroffene auf den Missbrauch erst, als Freunde ihn über die verdächtigen Nachrichten von seinem Profil informierten. Nach dem aktuellen Ermittlungsstand der Polizei Illertissen entstand in diesem Fall kein finanzieller Schaden.
Bereits am 19. September 2026 ereignete sich ein vergleichbarer Vorfall in Schalksmühle. Dort wurde ein WhatsApp-Konto mutmaßlich über die Methode des sogenannten Ghost Pairings übernommen.
Über das Profil ging eine Nachricht an den Bruder des Kontoinhabers mit der Bitte um 430 Euro, angeblich wegen eines erreichten Kartenlimits. Der Betroffene konnte seinen Bruder jedoch rechtzeitig warnen, als dieser bereits im Begriff war, eine Echtzeitüberweisung zu veranlassen. Der Vorfall wurde ebenfalls der Polizei gemeldet.
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Phishing-Köder und Ghost Pairing
Beim sogenannten Ghost Pairing verknüpfen Kriminelle nach Angaben der Polizei ein fremdes Benutzerkonto unbemerkt mit einem zusätzlichen Endgerät. Über aktuelle Maschen, mit denen Konten ins Visier genommen werden, berichteten Futurezone und das Rechercheportal Mimikama am 23. September 2026. Dabei kursieren WhatsApp-Nachrichten, in denen darum gebeten wird, an einer Online-Abstimmung für eine angebliche Person namens Sophia und deren Tanzstipendium teilzunehmen.
Der bereitgestellte Link führt auf eine gefälschte Abstimmungsseite. Bei der dort geforderten Anmeldung sollen die Betroffenen einen Code eingeben. Dieser Code ermöglicht es den Tätern, ihr eigenes Gerät mit dem WhatsApp-Konto des Opfers zu koppeln und die Kontrolle zu übernehmen.
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Empfehlungen zur Absicherung
Um sich vor derartigen Übernahmen zu schützen, rät die Polizei dazu, die Zwei-Faktor-Authentifizierung im jeweiligen Messenger zu aktivieren und bei zugesendeten Links oder QR-Codes vorsichtig zu sein. Zudem sollten Nutzer die Liste der verknüpften Geräte in den Einstellungen regelmäßig kontrollieren.
Mimikama empfiehlt Nutzern darüber hinaus, dubiose Links nicht zu öffnen und keine persönlichen Daten oder Bestätigungscodes auf externen Seiten einzugeben. Sollten unbekannte verknüpfte Geräte in der Übersicht auftauchen, müssen diese unverzüglich abgemeldet werden. Erhalten Anwender Zahlungsbitten von Bekannten, empfiehlt sich eine Überprüfung der Angaben über einen alternativen Kommunikationsweg außerhalb des jeweiligen Messengers.
