Schädlingsbekämpfung: Experten setzen auf Hausmittel statt Chemie
01.07.2026 - 06:52:35 | boerse-global.de
Ende Juni 2026 haben Experten der Verbraucherzentrale Hamburg und des Umweltbundesamtes ihre Leitlinien zur Schädlingsbekämpfung in Küchen veröffentlicht. Ihr Credo: Biologische und mechanische Methoden haben Vorrang vor chemischen Insektiziden.
Ameisen und Motten: So schützt ihr eure Vorräte
Bei Ameisenbefall raten die Experten zu Hausmitteln und baulichen Maßnahmen. Stark duftende Kräuter oder eine Essig-Wasser-Mischung im Verhältnis 1:1 wirken abschreckend. Auch physische Barrieren wie Kreidestriche oder Klebebänder helfen. Diatomeenerde ist ebenfalls eine Option. Von chemischen Insektiziden raten die Fachleute in Lebensmittelbereichen ab – die Gesundheitsrisiken seien zu hoch.
Der wichtigste Schutz: Lebensmittel hermetic lagern. Nur fest verschließbare Behälter bieten sicheren Schutz. Einfache Klebestreifen an geöffneten Verpackungen reichen nicht aus.
Bei Lebensmittelmotten, die oft schon mit dem Einkauf ins Haus kommen, hilft nur eines: Alle befallenen Bestände entsorgen, die Lagerflächen gründlich mit Essigwasser reinigen. Als biologische Waffe empfehlen die Experten den Einsatz von Schlupfwespen.
Küchenschaben: Ein Tier ist schon ein Alarmsignal
Vorsicht ist bei Küchenschaben geboten. Schon ein einzelnes Tier kann auf einen größeren Befall hindeuten. Die Experten raten dann zur professionellen Schädlingsbekämpfung. Wichtig: Die Tiere nicht zertreten! Dabei könnten sich die Eier weiter verbreiten.
Das Umweltbundesamt warnt zudem vor der zunehmenden Verbreitung von Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudata). Die Schädlinge gelangen oft über Versandpakete in Gebäude und ernähren sich von Tapeten, Büchern oder Fotos. Klebefallen und das Abdichten von Ritzen helfen. In schweren Fällen ist auch hier der Profi gefragt.
Wer auf chemische Insektizide verzichten will, findet in diesem Leitfaden die wirksamsten Hausmittel – von Essig-Wasser-Mischung bis Diatomeenerde. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Bei Kleidermotten empfehlen die Experten Lavendel, Zedernholz oder Pheromonfallen. Wolle sollte luftdicht und gereinigt gelagert werden.
Küchenschwämme: Optik trügt
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat eine wichtige Warnung: Die optische Beschaffenheit oder der Geruch von Küchenschwämmen sagt nichts über ihre Keimbelastung aus. Schwämme können erhebliche Mengen an Erregern wie Salmonellen oder E. coli enthalten. Schon bei leichtem Druck werden die Keime auf Oberflächen übertragen.
Die Empfehlung des BfR: Den Schwamm sofort austauschen, wenn er mit rohem Fleisch in Kontakt gekommen ist. Hygienische Alternativen sind Spülbürsten oder Mikrofasertücher, die bei 60 Grad gewaschen werden können. Wer Schwämme weiterverwenden will, muss sie mindestens zwei Minuten in über 70 Grad heißes Wasser tauchen.
Wer zahlt bei Schädlingsbefall?
Küchenschwämme können trotz sauberem Aussehen Salmonellen enthalten. So tauschen Sie sie richtig aus und vermeiden Keime. Hygiene-Tipps jetzt sichern
Im Mietrecht stellt sich regelmäßig die Frage nach der Kostenverteilung. Nach aktueller Rechtslage vom Juni 2026 gilt: Laufende und vorbeugende Maßnahmen können als Betriebskosten auf Mieter umgelegt werden – aber nur, wenn das im Mietvertrag explizit vereinbart wurde.
Die einmalige Beseitigung eines akuten Befalls gilt dagegen meist als Instandhaltungspflicht des Vermieters und ist nicht umlagefähig. Ausnahme: Der Mieter hat den Befall nachweislich schuldhaft verursacht. Dann kann er für die Kosten haften. In jedem Fall muss die Abrechnung transparent sein.
