Fischöl, Dialysepatienten

Fischöl bei Dialysepatienten: 43 Prozent weniger Herzinfarkte

01.07.2026 - 06:52:35 | boerse-global.de

Omega-3-Präparate senken das Risiko schwerer Herzereignisse bei Dialysepatienten um 43 Prozent, zeigen aber kaum Effekte auf die Gehirnleistung gesunder Senioren.

Fischöl-Kapseln: Starke Herzschutz-Wirkung bei Dialysepatienten
Fischöl - Ein detailliertes Modell eines menschlichen Herzens, umgeben von sanft leuchtenden blauen Linien, die Omega-3-Fettsäuren symbolisieren. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Für gesunde Senioren bringen sie kaum Vorteile.

43 Prozent weniger Herzinfarkte bei Dialysepatienten

Die PISCES-Studie liefert klare Ergebnisse. 1.228 Dialysepatienten aus 26 Kliniken in Australien und Kanada nahmen täglich 4 Gramm Fischöl. Das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse sank um 43 Prozent.

Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA wirken entzündungshemmend und schützen das Herz. Die Kosten sind überschaubar: Rund 300 Euro pro Jahr. „Ein wichtiger Baustein für die klinische Praxis“, sagt Dr. C.M. van Kruijsdijk vom Radboudumc. Im Vergleich zu Placebo traten keine zusätzlichen Nebenwirkungen auf.

DHA hilft dem Gehirn nicht

Anders sieht es bei der Demenzprävention aus. Forscher der Keck Medicine of USC gaben 365 Erwachsenen zwischen 55 und 80 Jahren täglich 2.000 Milligramm DHA. Zwei Jahre lang.

Die Konzentration der Fettsäure im Liquor stieg um 17 Prozent. Doch die kognitive Leistung verbesserte sich nicht. Auch das Gedächtnis blieb unverändert. Die Schrumpfung des Hippocampus – ein Alzheimer-Indikator – verlangsamte sich nicht. Selbst Träger des Risikogens APOE4 profitierten nicht.

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Experten raten daher zu einem gesunden Lebensstil statt zu Pillen: Bewegung und mediterrane Ernährung sind die bessere Demenz-Prävention.

Fischöl schlägt Lebertran im direkten Vergleich

Eine Studie in der Fachzeitschrift Circulation (Mai 2026) verglich 1.200 Teilnehmer: Täglich 1 Gramm EPA/DHA aus Fischöl senkte das LDL-Cholesterin um 12 Prozent stärker als Lebertran. Zudem warnt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Lebertran kann die Vitamin-A-Grenzwerte überschreiten.

Eine Metaanalyse von 884 Studien mit rund einer Million Teilnehmern bestätigt den Trend: Omega-3-Fettsäuren, Folsäure und Coenzym Q10 fördern die Herzgesundheit. Die optimale tägliche Dosis für Omega-3 liegt bei 1,8 Gramm.

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Was die Richtlinien empfehlen

Die Empfehlungen variieren je nach Risikogruppe:

  • American Heart Association (AHA): 1 Gramm EPA/DHA täglich für Patienten mit Herzerkrankungen
  • Heart Foundation: 250 bis 500 Milligramm marine Omega-3-Fettsäuren zur allgemeinen Prävention
  • Dialysepatienten: Bis zu 4 Gramm täglich für den Schutz-Effekt aus der PISCES-Studie

Die Botschaft ist klar: Für Hochrisikogruppen sind Omega-3-Präparate ein wirksames Mittel. Wer gesund ist, setzt besser auf Ernährung und Bewegung.

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