Sarkopenie: 50% der über 80-Jährigen von Muskelschwund betroffen
Veröffentlicht: 03.07.2026 um 11:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Biogena bereitet den Börsengang vor, Unilever kauft zu – der Markt für Nahrungsergänzung und Mikronährstoffmedizin erlebt eine Professionalisierungswelle. Getrieben wird das durch den demografischen Wandel und ein wachsendes Bewusstsein für Prävention.
Biogena will 500 Millionen Euro Umsatz
Das Salzburger Unternehmen Biogena steuert aufs Parkett zu. Die Bewertung liegt bei rund 470 Millionen Euro. 2025 erzielte der Konzern 125 Millionen Euro Umsatz, für 2026 sind 150 Millionen geplant. Mittelfristig peilt das Unternehmen 500 Millionen Euro an. Ein entscheidender Schritt: Im Oktober 2026 startet Biogena in den Apothekenmarkt in Österreich, Deutschland und Italien. Die Notierung an der Wiener Börse ist für August vorgesehen.
Auch die ganz Großen mischen mit. Unilever plant laut Berichten gezielte Zukäufe, um die Position im Bereich Nahrungsergänzung auszubauen. Und die US-Marke Liquid I.V. startete Anfang Juli 2026 ihren Vertrieb in Deutschland.
Muskelschwund: Die stille Gefahr für Senioren
Zum Welt-Sarkopenie-Tag im Juli 2026 schlagen Fachgesellschaften Alarm. Der altersbedingte Muskelabbau beginnt schleichend ab dem fünften Lebensjahrzehnt. Rund 10 Prozent der 60-Jährigen sind betroffen, bei den über 80-Jährigen steigt der Anteil auf bis zu 50 Prozent.
Die Folgen sind gravierend: Eine Studie der Women's Health Initiative mit über 5.000 Teilnehmerinnen zeigte, dass eine höhere Griffkraft mit einer um 12 Prozent geringeren Sterblichkeit verbunden war. Experten empfehlen eine Kombination aus medizinisch begleitetem Krafttraining und gezielter Nährstoffzufuhr. Für Personen ab 65 Jahren steigt die empfohlene Proteinzufuhr auf 1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht.
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Kritische Nährstoffe: Wer ab 60 besonders aufpassen muss
Mit zunehmendem Alter verändert sich der Bedarf an Mikronährstoffen. Fachleute identifizieren Vitamin B12, Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren als kritische Komponenten für Menschen ab 60 Jahren. Jeder vierte über 65-Jährige hat einen Vitamin-B12-Mangel. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 4 µg.
Doch es geht um mehr als Knochengesundheit. Eine schwedische Langzeitstudie über bis zu 15 Jahre deutet darauf hin: Eine entzündungsarme Ernährung kann das Demenzrisiko um bis zu 29 Prozent senken. Besonders bei Personen mit erhöhten Alzheimer-Biomarkern wie p-tau217 zeigt sich dieser Effekt.
Neue Wege für alte Nährstoffe
Die Supplementierung wird raffinierter. Bei der Eisenversorgung kommen vermehrt endosomale Produkte zum Einsatz. Sie werden über Endozytose aufgenommen und sollen besser verträglich sein – unabhängig von Mahlzeiten. In Deutschland leidet etwa 8 Prozent der Bevölkerung an Eisenmangel.
Ein weiterer Trend: „Fibermaxxing" – die bewusste Steigerung der Ballaststoffzufuhr. Die DGE empfiehlt mindestens 30 Gramm täglich, die tatsächliche Aufnahme liegt bei nur 18 bis 19 Gramm. Hersteller setzen verstärkt auf Mehle aus Hülsenfrüchten wie Ackerbohnen oder Süßlupinen.
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Auch Magnesium kommt in neuen Formen: Weichgummis kombinieren den Mineralstoff mit Vitamin B6, um den Energiestoffwechsel und die Regeneration bei sportlicher Aktivität zu unterstützen. Die empfohlenen Tagesdosen liegen bei 300 mg für Frauen und 350 mg für Männer.
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