Sardinen, Diabetes

Sardinen gegen Diabetes: 64 Prozent Risikosenkung in einer Studie

18.06.2026 - 16:23:51 | boerse-global.de

Forschung belegt: Gezielte Ernährung senkt Entzündungswerte und reduziert Risiken für Diabetes, Herzleiden und Autoimmunerkrankungen.

Ernährung als Schlüssel: Neue Studien zu Entzündungen und Krankheiten
Sardinen - Eine Nahaufnahme verschiedener entzündungshemmender Nahrungsergänzungsmittel wie Kapseln, Tabletten, Fischöl und pflanzliche Extrakte auf einer Oberfläche. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Studien zeigen: Die richtige Ernährung kann die systemische Entzündungslast senken.

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Hormonfreie Hilfe in den Wechseljahren

Im Bereich der Frauengesundheit rücken pflanzliche Alternativen zur Hormontherapie in den Fokus. Ein standardisierter Extrakt aus den drei Heilpflanzen Cynanchum wilfordii, Phlomis umbrosa und Angelica gigas – bekannt als EstroG-100 – wird als phytoöstrogenfreie Option untersucht. Der Extrakt bindet laut wissenschaftlichen Analysen nicht an Östrogenrezeptoren.

Klinische Studien aus den Jahren 2012, 2014 und 2017 mit 64 bis 119 Teilnehmerinnen belegen eine Verbesserung der Symptome. Gemessen wurde etwa mit dem Kupperman-Index oder der Menopause Rating Scale. Das in Deutschland als menoelle® verfügbare Präparat gilt als gut verträglich. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat dem Extrakt bereits den GRAS-Status (Generally Recognized As Safe) verliehen.

Sardinen als Diabetes-Schutz?

Ein signifikanter Zusammenhang zwischen Omega-3-Fettsäuren und dem Risiko für Typ-2-Diabetes zeigt sich in einer Untersuchung der UOC und IDIBAPS, veröffentlicht im Fachmagazin Clinical Nutrition. In einer Studie mit 152 über 65-Jährigen mit Prädiabetes führte der wöchentliche Konsum von 200 Gramm Sardinen über ein Jahr zu einer Reduktion der Hochrisikogruppe von 22 auf 8 Prozent – eine Risikosenkung um 64 Prozent.

Parallel dazu ergab eine Meta-Analyse in The Lancet Diabetes & Endocrinology mit 40.000 Erwachsenen: Hohe Linolsäure-Werte senken das Diabetesrisiko um bis zu 35 Prozent. Neben dem Schutz vor Diabetes zeigen entzündungshemmende Nährstoffe wie Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien und Zink positive Effekte bei Akne – vorausgesetzt, die Ernährung hat einen niedrigen glykämischen Index.

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Fasten gegen Entzündungen – auch im Mund?

In der Zahnmedizin untersuchte eine Pilotstudie des King’s College London den Einfluss von Scheinfasten auf Parodontitis. Drei fünftägige Fasten-Zyklen zwischen Dezember 2023 und November 2024 zeigten: Während klinische Parameter wie die Taschentiefe keine signifikante Verbesserung brachten, sank der systemische Entzündungsmarker hs-CRP in der Fastengruppe deutlich. Fachleute fordern jedoch größere Studien für den Nachweis klinischer Wirksamkeit.

Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa bleibt die Kombination aus Medikamenten, etwa Mesalazin, und gezielter Ernährung zentral. Auf dem DGIM-Kongress im Frühjahr 2026 wurden dazu aktuelle Empfehlungen vorgestellt. Neue Forschungen in Nature deuten darauf hin, dass Darmentzündungen molekulare Spuren hinterlassen, die das Risiko für spätere Tumore erhöhen. Eine Untersuchung der MedUni Wien vom 17. Juni 2026 hebt zudem die Rolle des EGFR-Rezeptors in myeloiden Zellen bei der Steuerung der Tumormikroumgebung hervor.

Vorsicht bei Nahrungsergänzung

Trotz der potenziellen Vorteile warnen Fachgesellschaften wie die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) vor Überdosierung. Bei etwa 10 Prozent der Bevölkerung kann ein exzessiver Proteinkonsum von bis zu 2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht zu Nierenversagen führen. Die offizielle NHS-Empfehlung liegt bei 0,8 Gramm pro Kilogramm. Symptome einer Nierenschädigung treten oft erst bei irreversiblen Schäden auf.

Auch bei Glucosamin ist Vorsicht geboten. Ergebnisse der Universität Florida und eine Publikation in Nature Metabolism deuten auf eine Korrelation mit einem um 25 Prozent erhöhten Alzheimer-Risiko hin. Zudem zeigen Daten der Universität Málaga von Mitte Juni 2026: Gealterte Zellen im Gehirn, insbesondere Astrozyten bei APOE4-Trägern, treiben Entzündungsprozesse voran und erhöhen so das Demenzrisiko.

Forschung im Fokus

Die Wissenschaft intensiviert die Auseinandersetzung mit Entzündungsreaktionen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ab Herbst 2026 ein dreijähriges Projekt der Universität des Saarlandes und der TU Dresden mit rund 500.000 Euro. Ziel ist die Untersuchung der Freisetzung von Interleukin-1 alpha an Gefäßwänden, um fundamentale Entzündungsmechanismen besser zu verstehen.

In der Rheumatologie zeigen Daten aus Barcelona: Der Wirkstoff Abatacept senkt das Risiko eines Übergangs vom Vorstadium zur manifesten rheumatoiden Arthritis von 50 auf 20 Prozent.

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