Salzkonsum, Vietnam

Salzkonsum in Vietnam: Erwachsene essen täglich 8,1 Gramm statt unter 5

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 04:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Hoher Salzkonsum und Mangelernährung prägen die Gesundheitslage; Behörden werben für ausgewogene Kost und mehr Bewegung.
Frische Lebensmittel wie grünes Blattgemüse, Obst und Vollkornprodukte auf einem Holztisch in einer hellen Küche. Illustration mit AI erstellt.

Mit der Aktionswoche „Ernährung und Entwicklung“ 2026, angesetzt für den Zeitraum vom 16. bis 23. Oktober unter dem Motto „Innovation heute – gute Ernährung morgen“, rückt das vietnamesische Gesundheitsministerium präventive Lebensstilmaßnahmen in den Mittelpunkt.

Das Ministerium hebt hervor, dass eine ausgewogene und abwechslungsreiche Kost in Verbindung mit regelmäßiger körperlicher Aktivität einen wesentlichen Beitrag leistet, um sowohl chronischen Erkrankungen als auch Fehlernährung vorzubeugen.

Hohe Belastung durch chronische Erkrankungen und Fehlernährung

Die Notwendigkeit strukturierter Ernährungsstrategien belegen aktuelle Erhebungen des Gesundheitsministeriums. Demnach sind nichtübertragbare Krankheiten inzwischen für rund 78 Prozent aller Todesfälle in Vietnam verantwortlich.

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung liegt in den Ernährungsgewohnheiten: Erwachsene im Alter von 18 bis 69 Jahren konsumieren durchschnittlich 8,1 Gramm Salz pro Tag – ein Wert, der die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation von unter 5 Gramm pro Tag deutlich übersteigt.

Gleichzeitig sind in dieser Altersgruppe 19,5 Prozent von Übergewicht oder Adipositas betroffen. Auch bei jüngeren Altersgruppen verschärft sich die Situation: Laut Ministerium stieg der Anteil von Übergewicht und Adipositas bei Kindern zwischen 2010 und 2020 um das 2,2-Fache.

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Ungleichheiten bei der kindlichen Entwicklung

Gleichzeitig steht das Land vor der Herausforderung einer doppelten Krankheitslast, da Mangelernährung weiterhin verbreitet ist. Daten des vietnamesischen Instituts für Ernährung aus dem Jahr 2024 zeigen die Situation bei Kindern unter fünf Jahren im landesweiten Durchschnitt: Die Quote für Stunting (Wachstumsverzögerung) liegt bei 14,8 Prozent, Untergewicht betrifft 8,3 Prozent und Auszehrung 4,8 Prozent der Kinder. Der Anteil an Übergewicht und Adipositas in dieser Altersgruppe beläuft sich auf 5,9 Prozent.

Regional zeigen sich dabei deutliche Unterschiede, insbesondere bei Wachstumsverzögerungen. Nach Angaben des Instituts für Ernährung erreicht die Stunting-Rate im Nordosten und den dortigen Bergregionen 20,3 Prozent. An der Südküste sowie in der Region Tây Nguyên liegt dieser Wert bei 20,0 Prozent.

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Kommunikationsschwerpunkte und Ernährungsempfehlungen

Vor diesem Hintergrund intensivieren regionale Behörden ihre Aufklärungsarbeit. Der Gesundheitssektor in Hanoi verstärkt im Rahmen der Aktionswoche die Kommunikation rund um die Kernziele einer ausgewogenen Ernährung, gesicherter Lebensmittelqualität und eines aktiven Lebensstils.

Zu den inhaltlichen Schwerpunkten gehören die Aufklärung über eine gesundheitsfördernde Lebensmittelwahl, die Sensibilisierung gegenüber irreführender Werbung sowie die Qualitätsverbesserung der Schulverpflegung. Ein zentraler Fokus liegt zudem auf den ersten 1.000 Tagen nach der Geburt, für die ein sechsmonatiges ausschließliches Stillen und eine bedarfsgerechte Beikost hervorgehoben werden.

Ergänzend dazu raten Fachleute im Kontext der Aktionswoche zu einer gezielten Anpassung der Konsummuster: Um Gesundheitsrisiken zu minimieren, wird eine Reduktion der Aufnahme von Salz, Zucker, gesättigten Fetten, Transfetten sowie stark verarbeiteten industriellen Lebensmitteln empfohlen.

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