Russland: 1,5 Millionen Android-Geräte von Mamont-Trojaner befallen
Veröffentlicht am: 30.06.2026 um 13:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rund 1,5 Millionen Android-Geräte – das entspricht 1,5 Prozent aller Geräte im Land – wurden kompromittiert. Der Mobilfunkanbieter MegaFon verzeichnet einen Anstieg von 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch zur zweiten Jahreshälfte 2025 legten die Infektionen um 21 Prozent zu.
Mamont-Trojaner wird zur Massengefahr
Besonders der Banking-Trojaner Mamont bereitet Sicherheitsexperten Kopfzerbrechen. Er ist mittlerweile für 15 Prozent aller Infektionen verantwortlich – ein deutlicher Anstieg gegenüber den bisherigen 10 bis 12 Prozent. Zwar gab es bereits im März 2025 einen massiven Ausbruch, doch die dahinterstehende Infrastruktur wächst unvermindert weiter.
Im März 2026 überschritt die Zahl der Kommando- und Kontrollserver für Mamont die Marke von 200. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2025 waren es nur einige Dutzend. Die aktuellen Monatszahlen zeigen allerdings eine vorübergehende Entspannung: Im Mai 2026 sanken die Neuinfektionen um 18 Prozent, im Juni sogar um 36 Prozent. Analysten schätzen den Gesamtschaden durch Betrug im mobilen Sektor zwischen 2025 und 2026 auf über 600 Milliarden Rubel – umgerechnet rund 6,5 Milliarden Euro.
Sideloading als Einfallstor
Die Ursache für den rasanten Anstieg liegt auf der Hand: Offizielle App-Stores sind in Russland nur eingeschränkt verfügbar. Viele Nutzer weichen daher auf das sogenannte Sideloading aus – die Installation von Apps aus Drittquellen oder inoffiziellen Download-Seiten. Diese Umgehung der offiziellen Sicherheitsprüfungen öffnet Schadsoftware Tür und Tor.
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Ein weiterer gefährlicher Vertreter ist der Banking-Trojaner Rokarolla. Er zielt auf 217 verschiedene Banking- und Kryptowährungs-Apps ab. Die Malware legt gefälschte Eingabefenster über die echten Anwendungen, stiehlt Zugangsdaten und fängt SMS-basierte Zwei-Faktor-Authentifizierungscodes ab. Auch Rokarolla verbreitet sich hauptsächlich über Drittanbieter-Stores und gefälschte Download-Seiten.
Gmail-Nutzer im Visier chinesischer Hacker
Doch nicht nur Banking-Trojaner sind eine Gefahr. Sicherheitsforscher von Kaspersky Lab haben eine Schwachstelle identifiziert, die rund 40,8 Millionen Gmail-Nutzer in Russland betrifft. Die chinesische Hackergruppe ToddyCat nutzt eine Debugging-Schnittstelle in Chromium-basierten Browsern, um auf Konten zuzugreifen. Durch die Ausnutzung gespeicherter Sitzungen können die Angreifer selbst die Zwei-Faktor-Authentifizierung umgehen und Geschäftskommunikation ausspionieren.
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Neue Regeln: Aus für Apple und Google Login
Ab dem 6. Juli 2026 greifen zudem neue gesetzliche Vorschriften. Russische Apps und Online-Dienste müssen dann die Anmeldeoptionen über Apple ID und Google-Konten deaktivieren. Stattdessen sind lokale Authentifizierungsmethoden Pflicht: Telefonnummern, das staatliche Portal Gosuslugi oder heimische Systeme wie VK ID und Yandex ID.
Die Strafen bei Verstößen sind empfindliche. Bei erstmaligen Verstößen drohen Unternehmen Bußgelder von bis zu 700.000 Rubel (rund 7.500 Euro). Bei Wiederholungstätern verdoppelt sich der Betrag auf 1,4 Millionen Rubel (etwa 15.000 Euro).
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