Rückenschmerzen, WHO

Rückenschmerzen weltweit: WHO erwartet bis 2050 insgesamt 843 Millionen Fälle

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 00:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bewegungsmangel und langes Sitzen prägen die Belastung; Experten empfehlen Aktivität, Muskelaufbau und konservative Therapien.
Ein leerer, modern gestalteter Büroraum mit ergonomischen Möbeln und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Erhebungen belegen ein anhaltend hohes Aufkommen von Patienten mit Wirbelsäulen- und Rückenbeschwerden. Gesundheitsexperten und Daten aus dem Versicherungswesen weisen darauf hin, dass neben älteren Jahrgängen zunehmend auch Jugendliche und junge Erwachsene über anhaltende Beeinträchtigungen des Bewegungsapparats klagen.

Der Mangel an Bewegung und langes Sitzen gelten dabei als maßgebliche Treiber einer Entwicklung, die Gesundheitssysteme weltweit vor erhebliche Herausforderungen stellt.

Globale Zunahme und Belastung im Berufsalltag

Die Dimension des Problems spiegelt sich in weltweiten Statistiken wider. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind rund 1,7 Milliarden Menschen von Erkrankungen des Bewegungsapparats betroffen. Allein im Jahr 2020 litten weltweit 619 Millionen Personen an Rückenschmerzen; bis zum Jahr 2050 prognostiziert die Organisation einen Anstieg auf 843 Millionen Betroffene.

Bemerkenswert ist dabei die Ursachenverteilung: Bei rund 90 Prozent der Fälle lässt sich keine einzelne strukturelle Schädigung als Ursache feststellen. Zudem ist bei Problemen wie einem Bandscheibenvorfall eine Operation nicht immer zwingend erforderlich, da konservative Ansätze mit Physiotherapie und manueller Therapie häufig wirksame Alternativen bieten.

Dass diese Belastungen eng mit modernen Arbeitsbedingungen verknüpft sind, unterstreicht eine Umfrage der Einrichtung MozgásKlinika unter mehr als 1.000 Befragten. Dabei berichteten 56 Prozent der Teilnehmer über dauerhafte Beschwerden des Bewegungsapparats.

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Mehr als die Hälfte der Betroffenen gab an, einer Bürotätigkeit nachzugehen. Die sitzende Tätigkeit und eine dauerhafte Fehlhaltung tragen maßgeblich dazu bei, dass Muskelverspannungen chronisch werden.

Regionale Erhebungen zeigen hohe Verbreitung

Detaillierte Einblicke in die regionale Schmerzverteilung liefert eine Erhebung der Global Alliance for Musculoskeletal Health (G-MUSC) im indischen Bundesstaat Kerala, die zwischen November 2023 und Oktober 2024 durchgeführt wurde. Von 1.300 eingeladenen Erwachsenen ab 18 Jahren flossen 1.192 Datensätze in die Auswertung ein.

Die Untersuchung ermittelte eine Vier-Wochen-Prävalenz von 15,4 Prozent für Rückenschmerzen sowie 16,8 Prozent für Nackenschmerzen. Beschwerden an Hüfte und Knien lagen bei 12,8 Prozent, während Schmerzen im Armbereich von 10,5 Prozent der Befragten angegeben wurden.

Auch in Ostasien zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Eine landesweite Online-Umfrage des Unternehmens Hisamitsu Pharma unter 2.100 Personen im Alter von 20 bis 60 Jahren zeigte, dass 62,3 Prozent der Befragten innerhalb der vorangegangenen zwölf Monate unter Rückenschmerzen litten.

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Schulterschmerzen traten bei 56,2 Prozent auf, Nackenbeschwerden bei 47,7 Prozent. Bemerkenswert ist der Umgang mit den Symptomen: 33,3 Prozent der Betroffenen ertrugen die Schmerzen, ohne ärztliche Hilfe zu suchen oder Medikamente einzunehmen. Als Gründe dafür wurden vor allem die Erwartung einer spontanen Besserung sowie finanzielle Erwägungen genannt.

Zugleich gaben 87,5 Prozent der Befragten an, durch die Beschwerden Einbußen bei der Leistungsfähigkeit im Beruf oder im Haushalt zu erleben. Zu den besonders belastenden Schmerzformen zählten viele Teilnehmer Beschwerden, die mit der intensiven Nutzung von Smartphones zusammenhängen.

Prävention und konservative Therapien im Fokus

Experten betonen angesichts der steigenden Fallzahlen, dass frühzeitige Gegenmaßnahmen entscheidend sind. Regelmäßige Bewegung, die gezielte Stärkung der Rumpfmuskulatur und eine Vermeidung von Übergewicht bilden das Fundament der Vorbeugung. Bei bereits bestehenden Beschwerden setzen Mediziner verstärkt auf konservative und multimodale Behandlungskonzepte, um einer Chronifizierung vorzubeugen und die Lebensqualität dauerhaft zu sichern.

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