Rückenmarksstimulation, Armkraft

Rückenmarksstimulation: Armkraft steigt um 36% in vier Wochen

17.06.2026 - 17:22:07 | boerse-global.de

Studie belegt: Rückenmarksstimulation verbessert Armkraft bei Schlaganfall-Patienten. Auch KI und Biomarker treiben die Forschung voran.

Neuromodulation: Elektrische Impulse lindern Lähmungen nach Schlaganfall
Rückenmarksstimulation - Nahaufnahme einer Hand, die ein medizinisches Gerät berührt, mit angedeuteten Nervenbahnen, die den Rückenmarksbereich stimulieren. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine aktuelle Studie zeigt: Gezielte elektrische Stimulation kann Lähmungserscheinungen nach Schlaganfällen deutlich lindern.

Rückenmarksstimulation bringt schnelle Erfolge

Forscher der University of Pittsburgh haben einen vielversprechenden Ansatz getestet. Bei sieben Patienten mit chronischen Lähmungen stimulierten sie das Rückenmark epidural – also von außen auf der harten Hirnhaut. Das Ergebnis: Die Armkraft stieg innerhalb von vier Wochen um durchschnittlich 36 Prozent.

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Die Effekte traten sofort ein. Auch die Spastik, also die unkontrollierte Muskelanspannung, ließ nach. Allerdings nur so lange die Stimulation lief. Sobald die Forscher sie stoppten, verschwanden die Verbesserungen wieder. Eine Folgestudie mit mehr Probanden soll nun klären, ob das Verfahren langfristig hilft.

Auch das Gehirn lässt sich stimulieren

Nicht nur das Rückenmark, auch das Gehirn selbst reagiert auf elektrische Impulse. Bereits 2013 zeigte eine Studie der McGill University im Fachblatt Stroke: Zehn Tage transkranielle Magnetstimulation (TMS) verbesserte Sprachstörungen nach Schlaganfällen dreimal stärker als eine Standardtherapie. Besonders bei Wortfindungsstörungen, der sogenannten Anomie, half die Methode.

Moderne Ansätze kombinieren Neuromodulation mit Künstlicher Intelligenz. Projekte der EPFL Lausanne und des Medizintechnik-Konzerns Medtronic arbeiten an KI-gestützten Systemen für die Tiefe Hirnstimulation (THS). Ziel: Komplexe Bewegungen wie Gehen bei Parkinson-Patienten wiederherzustellen.

Millionen-Förderung für die Schlaganfall-Forschung

Die Leducq Foundation investiert neun Millionen US-Dollar (rund acht Millionen Euro) in ein transatlantisches Exzellenznetzwerk. Es erforscht die zerebrale Amyloidangiopathie (CAA) – eine Erkrankung der Hirngefäße, die das Risiko für Hirnblutungen und Schlaganfälle drastisch erhöht. Die Universitätsmedizin Magdeburg ist beteiligt. Der Start ist für Anfang 2027 geplant, die Laufzeit beträgt fünf Jahre.

Schnellere Diagnostik durch KI und Biomarker

Parallel zu den Therapien verbessert sich auch die Diagnostik. Das Unternehmen Sysmex hat eine Plattform für Blutbiomarker-Analysen eingeführt. Sie liefert Ergebnisse zur Alzheimer-Diagnostik innerhalb von 17 Minuten. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) wiederum zeigt, dass KI-Systeme molekulare Subtypen von Hirntumoren in Minuten aus Standard-Gewebeschnitten klassifizieren können.

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Solche Fortschritte ebnen den Weg für präzisere Behandlungen. Künftig könnten auch stammzellbasierte Ansätze hinzukommen – eine laufende Phase-1b/2a-Studie zur Huntington-Krankheit an der University of California testet genau das.

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