Roggenvollkorn-Knäckebrot: Öko-Test findet Acrylamid in allen 21 Produkten
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 05:42 Uhr | Redaktion boerse-global.deRoggenvollkorn-Knäckebrot gilt im Alltag vieler Verbraucher als ballaststoffreiche und gesunde Alternative zu herkömmlichem Brot. Eine Untersuchung des Verbrauchermagazins Öko-Test zeigt jedoch deutliche Qualitätsunterschiede und unerwünschte Inhaltsstoffe in den Backwaren.
Wie aus einem Bericht vom 15. Oktober 2026 hervorgeht, schnitt rund ein Drittel der getesteten Produkte mit den Noten „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ab. Lediglich fünf der 21 überprüften Knäckebrote konnten sich das Gesamturteil „sehr gut“ sichern.
Durchgehende Belastung mit Acrylamid
Im Zentrum der Kritik stand unter anderem der Schadstoff Acrylamid, der beim starken Erhitzen stärkehaltiger Lebensmittel entsteht. Öko-Test wies die Substanz in allen 21 untersuchten Roggenvollkorn-Knäckebroten nach, zu denen auch neun Produkte aus biologischer Erzeugung gehörten.
Bei einem der geprüften Knäckebrote lag die gemessene Konzentration sogar über dem festgelegten EU-Richtwert. Der Stoff gilt laut Öko-Test als wahrscheinlich krebserregend, weshalb die weite Verbreitung in den Backwaren als problematischer Befund eingestuft wird.
Pestizide in konventionellen Produkten und Schimmelpilzgifte
Neben den Hitzeschadstoffen bildeten Rückstände von Pflanzenschutzmitteln ein weiteres zentrales Problemfeld der Laboranalyse. Pestizidfunde konzentrierten sich dabei vor allem auf die konventionell hergestellten Backwaren. In der Spitze wiesen die Prüfer bis zu sechs verschiedene Spritzmittel in einem einzelnen Knäckebrot nach.
Vollkorn-Knäckebrot gilt als gesunder Snack — doch der aktuelle Test zeigt: In allen 21 untersuchten Roggenvollkorn-Produkten steckt Acrylamid, in einem Fall sogar über dem EU-Richtwert. Nur fünf schaffen die Bestnote. Wer für die Familie einkauft, sollte wissen, welche Produkte überzeugen. Jetzt kostenlosen Einkaufsguide mit den 5 Testsiegern sichern
Unter den identifizierten Substanzen befanden sich das Herbizid Glyphosat sowie das Fungizid Tebuconazol. Auch das Biosortiment erwies sich nicht als vollständig frei von Fremdstoffen: In einzelnen Bio-Produkten ließen sich ebenfalls Spuren von Spritzmitteln nachweisen.
Eine geringere Rolle spielten hingegen Schimmelpilzgifte, die bei Getreideprodukten grundsätzlich ein Risiko darstellen können. Die meisten Knäckebrote im Test waren diesbezüglich unauffällig. Es gab jedoch eine Ausnahme: In einem Fall wurden erhöhte Belastungen mit den Schimmelpilzgiften T-2- und HT-2-Toxin beanstandet.
Deutliche Spreizung bei den Testergebnissen
Die Ergebnisse der 21 untersuchten Produkte zeichnen ein geteiltes Bild für das Marktsegment. Während fünf Erzeugnisse mit der Bestnote bewertet wurden und belegen, dass eine schadstoffarme Herstellung von Roggenvollkorn-Knäckebrot technisch machbar ist, scheiterte rund ein Drittel der Waren an den Qualitätsanforderungen des Verbrauchermagazins.
Bis zu sechs verschiedene Spritzmittel in einem einzigen konventionellen Knäckebrot — und auch einzelne Bio-Produkte sind nicht ganz frei von Rückständen. Das Bio-Siegel allein reicht beim Einkauf offenbar nicht aus. Unser Guide zeigt Ihnen, wie Sie pestizidarme Produkte erkennen und was Sie beim Aufbacken gegen Acrylamid tun können. Checkliste für den nächsten Einkauf jetzt anfordern
Für Verbraucher verdeutlicht die Erhebung, dass bei Vollkorn-Knäckebrot trotz des gesunden Images erhebliche Unterschiede bezüglich Pestizidbelastungen und Hitzeschadstoffen bestehen.
