Robotik-Boom: Deutschland hat 449 Roboter pro 10.000 Beschäftigte
27.06.2026 - 05:50:16 | boerse-global.de
Im Wiener Hanusch-Krankenhaus fährt seit Juni ein Roboter namens „Rolli“. Das autonome System transportiert zwischen 19 und 7 Uhr Blutproben von der Notaufnahme ins Labor. Es erkennt Hindernisse, ruft Aufzüge und spart dem Personal täglich mehrere Kilometer Wegstrecke.
Parallel dazu treibt KARL STORZ die Digitalisierung von Operationssälen voran. Der Medizintechniker führte im Juni die OP-Integrationslösung OR1 X Pro ein. Die erste Installation erfolgte in der Universitäts-Frauenklinik Tübingen. Das System nutzt NVIDIA-Grafikprozessoren für 4K-Visualisierungen und KI-gestützte Chirurgie-Unterstützung.
Automatisierung kostet Arbeitsplätze
DocMorris baut Stellen ab. Der Versandapotheken-Konzern kündigte im Juni an, rund 100 Vollzeitstellen zu streichen. Grund ist eine beschleunigte „AI-First-Strategie“. Ab Ende 2027 erwartet das Unternehmen jährliche Einsparungen von mindestens 15 Millionen Schweizer Franken.
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Auch die Hotellerie setzt auf KI. Das tschechische Startup Flae Robotics expandiert nach Deutschland und Österreich. Das System BE-A automatisiert bis zu 85 Prozent der Routineanfragen in der Gästekommunikation. Es spricht über 100 Sprachen und lässt sich in bestehende Hotel-Management-Systeme integrieren.
In der Systemgastronomie kochen Roboter bereits selbstständig. In Japan ist seit Juni das Küchensystem SUQUETT Pro erhältlich. Es übernimmt Dosierung, Kochen und Reinigung eigenständig. In Deutschland nahm im April eine Roboterküche von GoodBytz in einem Hotel in Lippstadt den Betrieb auf.
Robotaxi-Expansion nimmt Fahrt auf
Die Amazon-Tochter Zoox baut ihre Produktion massiv aus. In Hayward sollen jährlich bis zu 10.000 Fahrzeuge vom Band laufen. Geplant ist der Einsatz in Städten wie Austin und Miami.
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In Deutschland bereitet Waymo den Testbetrieb vor. Der US-Konzern hat im Juni eine deutsche Gesellschaft eingetragen und sucht Personal für Erprobungsfahrten in München und Berlin. Ein kommerzieller Betrieb ist wegen des aktuellen Rechtsrahmens noch nicht möglich.
Deutschland liegt bei Roboterdichte auf Platz drei
78 Prozent der Fachleute sehen KI als essenziell für die Wettbewerbsfähigkeit der Robotik an – das ergab der Automatica Trendindex 2026. Deutschland belegt mit 449 Robotern pro 10.000 Beschäftigten international den dritten Platz.
Forschungsergebnisse der Universität Hohenheim deuten auf eine weitere Veränderung hin. Fleischalternativen aus dem 3D-Drucker könnten in fünf bis zehn Jahren in Privathaushalten landen. Eine Bitkom-Umfrage aus dem Jahr 2025 zeigt: 24 Prozent der Befragten würden solches Fleisch konsumieren – ein deutlicher Anstieg.
Die Zusammenarbeit von Robotikherstellern wie FANUC mit Technologieunternehmen wie NVIDIA beschleunigt die Entwicklung. Digitale Zwillinge schließen die Lücke zwischen Simulation und realer Anwendung. Das erweitert die Einsatzmöglichkeiten von Robotern in komplexen Umgebungen weiter.
