Roboter-Boom, USA

Roboter-Boom in den USA: Installationen um 11% auf 38.000 gestiegen

24.06.2026 - 03:19:43 | boerse-global.de

Robotik-Installationen in den USA steigen 2025 um elf Prozent. Deutsche Maschinenbauer profitieren von steigenden Aufträgen und neuen Technologien.

US-Roboter-Boom: Lebensmittelbranche treibt Nachfrage im Maschinenbau
Roboter-Boom - An industrial robot arm precisely handles food products on an automated assembly line in a modern, high-tech factory. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die USA erleben einen massiven Aufschwung bei Industrierobotern – und das hat direkte Auswirkungen auf den deutschen Maschinenbau. 2025 stiegen die Installationen um elf Prozent auf 38.000 Einheiten, wie aktuelle Daten der International Federation of Robotics (IFR) zeigen. Besonders die Lebensmittelbranche treibt die Entwicklung an.

Lebensmittelindustrie als Wachstumsmotor

Während die Autoindustrie mit 13.500 Installationen zwar weiterhin der größte Abnehmer bleibt, verzeichnete sie ein leichtes Minus von einem Prozent. Ganz anders die Lebensmittel- und Getränkeindustrie: Hier schnellten die Installationen um 30 Prozent auf rund 3.000 Einheiten nach oben.

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Besonders Kartoffelverarbeiter setzen verstärkt auf Automatisierung. Sie investieren in Roboter-Palettierer, Verpackungssysteme und moderne Bildverarbeitung. Die IFR erwartet, dass dieser Trend anhält – angetrieben durch den anhaltenden Arbeitskräftemangel und die Rückverlagerung von Produktionskapazitäten.

Deutschland im globalen Vergleich

Die USA rangieren bei der Roboterdichte mit 307 Robotern pro 10.000 Beschäftigten nur auf Platz acht weltweit. Zum Vergleich: Deutschland liegt mit 415 Robotern pro 10.000 Arbeitnehmern deutlich vorn, wird aber von Südkorea und Singapur übertroffen.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, fordert die US-Branchenorganisation A3 eine nationale Robotik-Strategie. Vorgeschlagen werden ein eigenes Bundesamt für Robotik, neue Steueranreize für Automatisierung und erweiterte Ausbildungsprogramme.

Die treibende Kraft hinter dem globalen Roboter-Boom bleibt China. Mit 295.000 Installationen im Jahr 2024 hält das Land 54 Prozent des Weltmarkts. Der Arbeitgeber-Fünfjahresplan Pekings (2026–2030) erklärt Robotik zum Kernbereich der Industrie – der operative Bestand erreichte 2024 bereits rund zwei Millionen Einheiten.

Auftragsbücher füllen sich

Der Aufwärtstrend setzt sich 2026 fort: In den ersten vier Monaten erreichten die US-Aufträge für Fertigungstechnik 2,19 Milliarden Euro – ein Plus von 28,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Allein im April 2026 wurden Aufträge im Wert von 593,6 Millionen Euro verbucht, ein Anstieg von 33,2 Prozent.

Analysten beobachten, dass die durchschnittlichen Auftragswerte schneller steigen als die Inflation. Das deutet darauf hin, dass Hersteller zunehmend komplexe Systeme mit integrierter Automatisierung ordern. Ein Trend, der Ende 2024 nach Zinsänderungen an Fahrt gewann.

Die große Lücke bei der Automatisierung

Trotz der Zuwächse bleibt eine enorme Lücke: Rund 80 Prozent der US-Produktionsstätten haben noch keine Automatisierung eingeführt, wie Brian Gerkey, Technologiechef von Intrinsic, kürzlich anmerkte. Doch die Stimmung dreht sich. Eine Deloitte-Studie von 2025 ergab, dass 92 Prozent der Hersteller künstliche Intelligenz als entscheidend für ihre Zukunft betrachten.

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Konflikte mit Gewerkschaften

Die Beschleunigung der Technologie führt zu Spannungen zwischen Autoherstellern und Gewerkschaften. UAW-Präsident Shawn Fain bezeichnet die Ausweitung von KI und Robotik als potenzielle Bedrohung für die Belegschaft. Konkrete Beispiele untermauern diese Sorgen:

  • General Motors installierte rund 50 FANUC-Roboterarme in seinem Factory-Zero-Werk in Detroit – während 1.300 Arbeiter weiterhin in Kurzarbeit waren.
  • Hyundai betreibt über 1.000 Roboter in seinem Elektroauto-Werk in Georgia.
  • Ford kündigte eine Automatisierungsinvestition von zwei Milliarden Euro in seinem Louisville-Werk an.

Milliarden für heimische Robotik

Die Finanzbranche reagiert auf die Nachfrage. Erst Anfang der Woche sammelte Standard Bots 200 Millionen Euro ein, um die Produktion von US-amerikanischen, KI-nativen Industrierobotern hochzufahren.

Der Roboter-Boom beflügelt auch den Markt für Schlüsselkomponenten. Der Markt für Strommodule in Industrierobotern, 2025 noch 1,14 Milliarden Euro wert, soll bis 2032 auf 2,26 Milliarden Euro wachsen. Grund ist der anhaltende Trend zu „Smart Factories" und den Prinzipien der Industrie 4.0.

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