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Revolut-Datenpanne: 680 Kunden betroffen, Erpresser fordern 782 Millionen

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 03:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Cyberangriff legte bei Revolut sensible Kundeninformationen offen. Erpresser fordern 10.000 Bitcoin, während die britische Aufsicht ermittelt.

Revolut: Daten von 680 Kunden durch Cyberangriff offengelegt
Ein dunkler, verlassener Industriekorridor mit kahlen Betonwänden und schattigen Lichtverhältnissen. Illustration mit AI erstellt.

Das Finanztechnologieunternehmen Revolut ist Ziel eines hochentwickelten Cyberangriffs geworden, bei dem Unbefugte die Daten von 680 Kunden offenlegten.

Wie aus Berichten von Mitte September 2026 hervorgeht, nutzten die Angreifer eine authentische E-Mail-Adresse innerhalb einer offiziellen Regierungsdomain, um gefälschte Datenanfragen an das Unternehmen zu stellen. Unter den betroffenen Personen befindet sich unter anderem der frühere Mt.-Gox-CEO Mark Karpelès.

Umfangreicher Zugriff auf sensible Identitätsdaten

Die exponierten Informationen umfassen ein breites Spektrum sensibler Kundendaten. Nach Unternehmensangaben und Medienberichten erlangten die Täter Zugriff auf Namen, Geburtsdaten, physische Adressen und Telefonnummern. Besonders kritisch wird der Abfluss von Dokumenten zur Identitätsverifizierung (KYC) eingestuft, darunter Kopien von Reisepässen oder Führerscheinen sowie die für die Verifizierung genutzten Selfies der Kunden.

Darüber hinaus sind finanzielle Details wie Kontoauszüge, vollständige Transaktionshistorien – einschließlich Aktivitäten mit Kryptowährungen wie Bitcoin – sowie IBAN-Informationen und Angaben zu den Berufen der Betroffenen Teil des Datenlecks.

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Revolut betonte jedoch, dass trotz des Vorfalls die internen Systeme des Unternehmens sowie die Gelder der insgesamt über 80 Millionen Privatkunden und mehr als 800.000 Firmenkunden nicht direkt gefährdet seien.

Erpressungsversuch in dreistelliger Millionenhöhe

Im Nachgang des Datendiebstahls sieht sich Revolut mit massiven Forderungen konfrontiert. Nicht näher benannte Erpresser verlangen demnach die Zahlung von 10.000 Bitcoin, was einem Gegenwert von über 782 Millionen US-Dollar entspricht. Die Täter drohen damit, die erbeuteten Informationen ohne Zahlung des Lösegelds öffentlich zugänglich zu machen.

Die britische Datenschutzbehörde Information Commissioner's Office (ICO) hat bereits Ermittlungen in diesem Fall aufgenommen, um die genauen Umstände des unbefugten Zugriffs und die Einhaltung der Sicherheitsstandards zu prüfen.

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Technologischer Kontext: KI-gestützte Cyberkriminalität nimmt zu

Der Vorfall bei Revolut steht in einem Kontext zunehmend professionalisierter Angriffsmethoden, bei denen auch künstliche Intelligenz eine tragende Rolle spielt. Ein Anfang September veröffentlichter Threat-Intelligence-Report von Anthropic dokumentiert etwa Fälle, in denen KI-Modelle wie Claude für die Vorbereitung von Cyberangriffen, Betrugsszenarien und die Überwachung missbraucht wurden.

Branchenanalysen zeigen zudem, dass verschiedene Akteure, darunter Gruppierungen wie ShinyHunters oder Midnight Blizzard, zwischen Ende 2025 und Mitte 2026 verstärkt automatisierte Scans und KI-Unterstützung nutzten, um Zugangsdaten und Geheimnisse aus Millionen von Anwendungen zu extrahieren. So konnten etwa in einem Zeitraum von nur 34 Stunden über 2.100 Azure-AD-Tokens erbeutet werden.

Diese technologische Aufrüstung aufseiten der Angreifer ermöglicht es, täuschend echte Betrugsszenarien wie die beim Revolut-Vorfall verwendeten Regierungsanfragen in großem Stil zu orchestrieren. Während Unternehmen ihre Abwehrmechanismen verstärken, unterstreicht die aktuelle Lage die Notwendigkeit für Finanzdienstleister, insbesondere die Verifizierungsprozesse für behördliche Anfragen kritisch zu hinterfragen.

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