Resilienz bei Kindern: Studie zeigt Schaden durch Überkontrolle
05.06.2026 - 06:30:00 | boerse-global.de
Wissenschaftler, Pädagogen und Politiker entwickeln immer neue Strategien, um die mentale Stabilität der nächsten Generation zu fördern. Im Fokus: Überfürsorge, Bewegung und ein neues Schulfach.
Der Teufelskreis der Helikopter-Eltern
Eine Studie der Erasmus-Universität Rotterdam liefert jetzt harte Daten für ein bekanntes Phänomen. Die Forscher untersuchten 143 Jugendliche und deren Eltern. Das Ergebnis: Übermäßige Kontrolle schadet dem Wohlbefinden der Kinder massiv.
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Doch der Effekt ist wechselseitig. Schlechte Stimmung bei Jugendlichen führt oft zu noch mehr Kontrolle durch die Eltern. Das wiederum verstärkt die Ängste der Kinder. Ein Teufelskreis entsteht.
Experten warnen: Unnötige Hilfe schwächt die Selbstwirksamkeit. Organisationen wie Kinderschutz Schweiz setzen deshalb auf Erziehung ohne Strafen und Schimpfen. Das schafft eine stabile Basis für die Entwicklung.
Bewegung als Schutzschild
Neben der Familie sind Schulen und Vereine gefragt. Die Deutsche Sportjugend fordert tägliche Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote im Ganztag – und zwar flächendeckend.
Bewegung ist mehr als nur Sport. Sie fördert soziale Teilhabe und emotionale Stabilität. Gleichzeitig rückt die digitale Resilienz in den Vordergrund.
Fachkonferenzen thematisieren im Juni 2026 verstärkt Cybergrooming und sexualisierte Online-Gewalt. Ziel: Jugendliche sollen Risiken frühzeitig erkennen und Hilfe suchen können.
Zivilschutz als Schulfach?
Die Politik entdeckt Resilienz als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. In Nordrhein-Westfalen diskutierte man anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Kinder- und Jugendförderplans über Partizipation und Diversität in Krisenzeiten.
Ein neuer Vorschlag geht noch weiter: Zivilschutz und Katastrophenmanagement als eigenständiges Unterrichtsfach. Kinder sollen auf Starkregen und andere Extremwetter vorbereitet werden.
Die Innenministerkonferenz berät Mitte Juni 2026 über das Thema. Ziel ist die Vermittlung von Handlungskompetenzen im Krisenfall – für mehr individuelle und gesellschaftliche Resilienz.
Praktische Übungen für den Alltag
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Für die pädagogische Arbeit gibt es konkrete Methoden. Imaginationsübungen wie die Schatzkisten-Übung oder Stärkenbilder festigen das Selbstbewusstsein. Power-Posen und progressive Muskelentspannung helfen bei Stressregulation.
Dankbarkeitsrunden und Rollenspiele fördern die soziale Interaktion. Diese individuellen Maßnahmen werden durch lokale Projekte ergänzt.
In Rodgau gibt es seit September 2024 ein Netzwerk aus 64 Notinseln. Apotheken, Geschäfte und Kitas bieten Kindern in akuten Notsituationen einen sicheren Raum und sofortige Hilfe.
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