REM-Schlaf im Alter: Veränderte Hirnwellen korrelieren mit Proteinablagerungen
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Schlaf erfüllt für die Erholung des menschlichen Gehirns zentrale Aufgaben, verändert sich im Laufe des Lebens jedoch spürbar. Eine im Fachjournal Nature Communications veröffentlichte Untersuchung liefert detaillierte Einblicke in die neurophysiologischen Wandlungsprozesse während der Traumschlafphasen.
Wie aus einem Bericht der Plattform wearehealthy.org vom 30. Oktober 2026 hervorgeht, verschiebt sich mit zunehmendem Alter die Frequenz der Delta-Wellen im sogenannten REM-Schlaf.
Wandel der Hirnwellen von Sägezahn-Mustern zu NREM-Frequenzen
Der REM-Schlaf (Rapid Eye Movement) macht üblicherweise etwa 20 Prozent des Schlafs bei Erwachsenen aus. In dieser Phase treten typischerweise charakteristische schnelle Sägezahn-Oszillationen in einem Frequenzbereich von 1 bis 4 Hertz auf. Die in der Studie präsentierten Daten verdeutlichen, dass das Altern diese elektrophysiologische Aktivität messbar verändert.
Demnach weichen die schnelleren Oszillationen im höheren Lebensalter zunehmend langsameren Wellen. Diese veränderten Signalmuster ähneln Frequenzen, wie sie üblicherweise für die Phasen des Non-REM-Schlafs (NREM) typisch sind. Um die Aussagekraft der Beobachtungen zu überprüfen, analysierten die Forschenden die Schlafmuster in zwei unabhängigen Kohorten.
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Zusammenhänge mit Proteinablagerungen und Gedächtnisleistung
Die festgestellte Frequenzverschiebung der Delta-Wellen im REM-Schlaf weist der Untersuchung zufolge statistische Zusammenhänge mit biologischen Indikatoren im alternden Gehirn auf. So korreliert dieser Wandel mit einer höheren Ablagerung von Amyloid-beta sowie Tau-Protein. Beide Proteinstrukturen stehen in der neurologischen Forschung in engem Kontext zu altersassoziierten Abbauprozessen im Nervensystem.
Darüber hinaus schlägt sich die modifizierte Hirnaktivität in messbaren kognitiven Parametern nieder. Die Ergebnisse zeigen eine Korrelation zwischen der fHrequenzverschiebung und einer verringerten nächtlichen Gedächtniskonsolidierung.
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Während des Schlafs werden tagsüber gesammelte Informationen normalerweise im Langzeitgedächtnis verankert; dieser Prozess scheint durch die abgewandelten Oszillationen während der Traumphasen beeinträchtigt zu werden.
Bedeutung für das Verständnis neuronaler Alterungsprozesse
Bislang konzentrierte sich die Schlafforschung bei der Untersuchung von Gedächtnisbildung und Proteinablagerungen über weite Strecken auf die Tiefschlafstadien des NREM-Schlafs. Die Erkenntnisse aus den zwei untersuchten Kohorten rücken nun auch die feinmotorische Frequenzstruktur des REM-Schlafs weiter in den Fokus der neurologischen Altersforschung.
Durch die Identifikation der Frequenzverschiebungen lassen sich die physiologischen Vorgänge, die mit dem Abbau von Gedächtnisleistungen und der Zunahme relevanter Biomarker im Gehirn einhergehen, genauer beschreiben.
