Reisekrankheit, Medikamente

Reisekrankheit: Neue Medikamente lindern Symptome bei 88 Prozent

19.06.2026 - 03:51:49 | boerse-global.de

Apple iOS 18 synchronisiert Auge und Bewegung gegen Übelkeit. Neue Gepanten-Studie zeigt hohe Wirksamkeit bei vestibulärer Migräne.

Reisekrankheit: Neue iOS-Funktion und Medikamente helfen
Reisekrankheit - Eine Person benutzt ein Smartphone in einem fahrenden Fahrzeug, wobei subtile animierte Punkte am Bildschirmrand die Bewegung synchronisieren. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das belegt eine aktuelle Befragung der Charité unter 500 Teilnehmern. Das Problem: Ein sensorischer Konflikt zwischen Auge und Gleichgewichtssinn. Während die Augen auf ein Buch oder Display starren, spürt der Körper die Bewegungen des Fahrzeugs. Neue Ansätze aus Softwareentwicklung und Medizin versprechen Abhilfe.

Digitale Helfer synchronisieren Auge und Bewegung

Apple hat mit iOS 18 eine Funktion namens „Vehicle Motion Cues“ eingeführt. Sie nutzt die Sensoren moderner Mobilgeräte – Beschleunigungssensoren und Gyroskope. Animierte Punkte an den Bildschirmrändern bewegen sich in Echtzeit analog zu den Fliehkräften des Fahrzeugs. Das schafft einen visuellen Ankerpunkt.

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Praktische Tests, über die unter anderem das Portal The Verge berichtete, zeigen: Die Funktion ermöglicht das Lesen und Schreiben langer Texte selbst auf Bergstraßen oder in fahrenden Wohnmobilen. Nutzer berichten von deutlich mehr Ausdauer bei der Bildschirmarbeit. Bei extrem kurvigen Strecken bleibt eine vollständige Symptomfreiheit aber aus. Die Punkte lassen sich in Größe und Farbe anpassen. Für Android gibt es ähnliche Ansätze über Open-Source-Apps auf Plattformen wie F-Droid.

Neue Medikamente gegen vestibuläre Migräne

Die medizinische Forschung liefert ebenfalls Fortschritte. Eine im Juni 2026 veröffentlichte Fallserie der University of California, San Francisco (UCSF) untersuchte sogenannte Gepanten bei 17 Patienten mit vestibulärer Migräne – einer häufigen Schwindelform, die eng mit Reisekrankheit verwandt ist.

Die Ergebnisse: 76,5 Prozent der Probanden erlebten eine Linderung ihrer Hauptsymptome. Besonders wirksam war der Wirkstoff Rimegepant – hier sprachen 88,2 Prozent der Behandelten an. Die Wirkung setzte innerhalb weniger Stunden ein und hielt rund 24 Stunden an. Bemerkenswert: 76,5 Prozent der Teilnehmer berichteten von keinerlei Nebenwirkungen. Die Studienautoren sehen den Einsatz als vertretbar an, fordern aber größere prospektive Studien zur Absicherung.

Warum autonomes Fahren das Problem verschärft

Die Bedeutung solcher Lösungen wächst mit dem autonomen Fahren. Wenn Insassen künftig nicht mehr selbst fahren müssen, werden sie vermehrt auf Bildschirme schauen. Das erhöht die Notwendigkeit für Systeme, die Übelkeit verhindern.

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Parallel dazu werden auch infrastrukturelle Maßnahmen getestet. Auf chinesischen Autobahnabschnitten zwischen Zibo und Qingzhou kamen Anti-Fatigue-Lasersysteme zum Einsatz. Sie sollen durch visuelle Reize die Wachsamkeit fördern und Sekundenschlaf verhindern. Experten des Deutschen Verkehrssicherheitsrats bewerten solche Ansätze kritisch – wegen der potenziellen Ablenkungsgefahr. In Deutschland setzt man stattdessen auf fahrzeugseitige Assistenzsysteme wie Müdigkeitserkennung, die seit 2024 für Neufahrzeuge verpflichtend ist, sowie auf profilierte Fahrbahnmarkierungen.

Auch Pflanzenextrakte zeigen Wirkung

Mediziner untersuchen zudem indirekte Faktoren, die das Wohlbefinden auf Reisen beeinflussen. Dazu zählen phytoöstrogenfreie Pflanzenextrakte aus Cynanchum wilfordii, Phlomis umbrosa und Angelica gigas. Klinische Studien belegen: Die Extrakte wirken über serotonerge und thermoregulatorische Bahnen und stabilisieren das Allgemeinbefinden, ohne direkt in den Hormonhaushalt einzugreifen. Solche Präparate sind international durch Behörden wie die FDA notifiziert und werden bereits gegen verschiedene vegetative Beschwerden eingesetzt.

de | wissenschaft | 69578386 |