Recovery College Berlin: Kostenlose Kurse von Genesungsbegleitern seit März
13.06.2026 - 08:51:45 | boerse-global.de
Das erste Halbjahr 2026 bringt neue Angebote und eine hitzige politische Debatte.
Tiergestützte Therapie: Pferde als Therapeuten
Anfang Mai öffnete in Zeitlarn (Bayern) ein Zentrum für tiergestützte Therapien. Auf einem vier Hektar großen Gelände arbeiten sieben Therapiepferde mit Betroffenen. Das Ziel: neue Wege der Kommunikation und des Vertrauensaufbaus eröffnen.
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Die Kosten: rund 3,8 Millionen Euro. Davon stammen 2,6 Millionen aus Spenden. Die EU steuerte über 222.000 Euro bei – ein Leader-Zuschuss für ländliche Entwicklung.
Recovery College: Lernen von Betroffenen
Berlin geht einen anderen Weg. Seit März 2026 gibt es dort das erste Recovery College. Das Konzept: kostenlose Kurse zum Umgang mit psychischen Krisen. Geleitet werden sie von Genesungsbegleitern – Menschen, die selbst Krisen durchgemacht haben.
Die Idee: Betroffene aktivieren ihre eigenen Ressourcen. Peer-Begleitung nennt sich das. Eine Ergänzung zur klassischen Therapie, die auf Prävention setzt.
Sexualstrafrecht: Mehr Zeit für Gerechtigkeit
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig will das Sexualstrafrecht reformieren. Ihr Vorschlag: Die Verjährungsfrist bei Vergewaltigungen von fünf auf 20 Jahre verlängern. Betroffene sollen mehr Zeit haben, das Erlebte zu verarbeiten und Anzeige zu erstatten.
Ein zweiter Punkt: das „Nur-Ja-heißt-Ja“-Prinzip. Hubig befürwortet die Neudefinition von Zustimmung. Hessens Justizministerium signalisierte Unterstützung. Teile der Union sind gespalten: Zustimmung zur Verjährungsfrist, Ablehnung der Zustimmungsdefinition.
Die Justizministerkonferenz Mitte Juni in Hamburg wird sich damit befassen.
Selbsthilfe: Wenn die Wunde tief sitzt
Der Bedarf an niederschwelligen Angeboten wächst. In Sachsen und Hessen entstehen neue Selbsthilfegruppen. Sie fokussieren auf gestörte Selbstwahrnehmung, Selbstwertprobleme und die Aufarbeitung alter Unfälle.
Ein Dresdner Gesprächskreis arbeitet am Setzen von Grenzen. Ziel: Verhaltensmuster wie ständige Konfliktvermeidung durchbrechen.
Die Familientherapeutin Stephanie Niebes beschreibt typische Folgen belasteter Familienstrukturen: übermäßige Verantwortungsübernahme, ständiges Selbsthinterfragen. Wer diese Muster erkennt, kann Vertrauen in die eigene Wahrnehmung zurückgewinnen.
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Versöhnung: Ein Fall aus der Musikbranche
Selbst nach schweren Vertrauensbrüchen ist Versöhnung möglich. Eine aktuelle Dokumentation zeigt den Fall eines Betrugs aus dem Jahr 2019. Die Summe: rund 700.000 Franken. Die Veröffentlichung im Juni 2026 dokumentiert den Abschluss des Versöhnungsprozesses zwischen Geschädigter und Täterin.
Experten betonen: Für echte Vertrauenswiederherstellung zählen nicht einzelne Handlungen, sondern wiederkehrende Muster. Das dauerhafte Auseinanderklaffen von Worten und Taten bleibt das stärkste Misstrauenssignal. Die Heilung des „inneren Kindes“ und die Auseinandersetzung mit Kindheitserfahrungen gelten als zentral für psychische Stabilität im Erwachsenenalter.
