Qutenza-Studie: Schmerzreduktion bei Nervenschmerzen bis Woche 42 belegt
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 23:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Behandlung von Nervenschmerzen nach chirurgischen Eingriffen stellt die klinische Praxis vor anhaltende Herausforderungen. Das Pharmaunternehmen Grünenthal hat im Rahmen des Weltkongresses der Internationalen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (IASP) im Oktober 2026 in Bangkok neue Daten aus dem klinischen Entwicklungsprogramm für das Schmerzpflaster Qutenza vorgestellt.
Die Ergebnisse der Phase-III-Studie RISE mit der Kennung NCT04967664 liefern neue Erkenntnisse zur Anwendung bei postoperativen neuropathischen Schmerzen.
Studiendesign und Resultate der Phase-III-Studie RISE
Die multizentrische Untersuchung umfasste eine Kohorte von 409 Patientinnen und Patienten (n=409). Untersucht wurde die Wirksamkeit von Qutenza im Vergleich zu einer Kontrollgruppe bei Betroffenen, die nach operativen Eingriffen an chronischen neuropathischen Schmerzen litten.
Das Präparat erreichte dabei einen primären Endpunkt der Studie: Über den Beobachtungszeitraum der Wochen 2 bis 12 zeigte sich unter der Anwendung von Qutenza eine statistisch signifikant stärkere Reduktion der durchschnittlichen Schmerzintensität (Average Pain Intensity, API) gegenüber der Kontrolle.
Bei der isolierten Betrachtung des Zeitpunkts in Woche 12 schnitt die Behandlungsgruppe numerisch zwar besser ab als die Vergleichsgruppe, dieser Unterschied erreichte jedoch keine statistische Signifikanz.
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Langzeiteffekte in der Verlängerungsphase und Sicherheitsprofil
Zusätzliche Erkenntnisse lieferte die anschließende Verlängerungsphase der RISE-Studie, in der die Teilnehmenden bis zu vier Nachbehandlungen erhalten konnten. In diesem erweiterten Erfassungszeitraum über die Wochen 2 bis 42 wurde eine statistisch signifikant stärkere Reduktion der durchschnittlichen Schmerzintensität gegenüber der Kontrolle dokumentiert.
Hinsichtlich der Verträglichkeit meldete das Unternehmen ein Sicherheitsprofil, das konsistent mit den Resultaten früherer Studien zu Qutenza war. Neue sicherheitsrelevante Signale oder unerwartete Risiken traten im Rahmen der Studie nicht auf.
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Bestehende Zulassungen und therapeutischer Kontext
Das topische System Qutenza enthält Capsaicin in einer Konzentration von 8 Prozent. Auf den internationalen Märkten gelten derzeit unterschiedliche Indikationsgrenzen für das Präparat. In Europa verfügt das Pflaster über eine Zulassung zur Behandlung von peripheren neuropathischen Schmerzen bei Erwachsenen.
In den Vereinigten Staaten ist der Einsatz auf zwei spezifischere Anwendungsgebiete beschränkt: die postherpetische Neuralgie sowie Schmerzen im Zusammenhang mit diabetischer peripherer Neuropathie an den Füßen. Als Sponsor der klinischen Studien in den USA fungiert das Grünenthal-Tochterunternehmen Averitas Pharma, wie aus den am 27. Oktober 2026 veröffentlichten Berichten hervorgeht.
Die neuen Daten aus der RISE-Studie erweitern die klinische Evidenzbasis für die gezielte Anwendung hochdosierter Capsaicin-Pflaster bei lokalisierten neuropathischen Schmerzzuständen nach operativen Eingriffen. Sie bilden eine Grundlage für künftige regulatorische Bewertungen und erweiterte Behandlungsoptionen in diesem Bereich.
