Qualcomm kauft KI-Startup Modular für vier Milliarden Euro
23.06.2026 - 18:44:02 | boerse-global.de
Der US-Chipkonzern Qualcomm steht kurz vor der Übernahme des KI-Software-Startups Modular – der Deal soll rund vier Milliarden Euro schwer sein. Branchenkreisen zufolge befinden sich die Verhandlungen in der finalen Phase, eine offizielle Bestätigung könnte allerdings noch Wochen auf sich warten lassen.
Strategischer Coup gegen Nvidia
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Mit dem Zukauf will Qualcomm seine Position im hart umkämpften KI-Markt massiv ausbauen. Das 2022 gegründete Startup hat sich mit seiner MAX-Plattform und der Programmiersprache Mojo einen Namen gemacht. Die Technologie ermöglicht es Entwicklern, KI-Modelle auf unterschiedlichster Hardware – von CPUs über GPUs bis hin zu Spezialchips – mit nur einer Codebasis auszuführen.
Genau das macht Modular für Qualcomm so wertvoll. Denn damit könnte der Konzern endlich eine ernsthafte Alternative zu Nvidias dominanter CUDA-Softwareplattform bieten. „Wer die Software kontrolliert, kontrolliert das Ökosystem", heißt es in Analystenkreisen. Qualcomm drängt seit Monaten verstärkt ins Rechenzentrumsgeschäft – erst im Oktober 2025 stellte das Unternehmen mit den AI200 und AI250 eigene KI-Beschleuniger vor.
Vom Google-Mitarbeiter zum Milliarden-Gründer
Hinter Modular stehen zwei Schwergewichte der Tech-Szene: Chris Lattner und Tim Davis, beide ehemalige Google-Entwickler. Lattner gilt als Koryphäe – er entwickelte die Programmiersprache Swift und die Compiler-Infrastruktur LLVM. Kein Wunder also, dass Investoren früh auf das Startup setzten.
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Erst im September 2025 sammelte Modular 250 Millionen Euro ein – zu einer Bewertung von umgerechnet 1,6 Milliarden Euro. Insgesamt flossen seit der Gründung 380 Millionen Euro von namhaften Geldgebern wie General Catalyst, Google Ventures, Greylock und DFJ Growth. Der jetzige Kaufpreis von vier Milliarden Euro zeigt: Qualcomm ist bereit, tief in die Tasche zu greifen.
Übernahmefieber in der KI-Branche
Die geplante Übernahme ist kein Einzelfall. Die Gerüchteküche brodelt: Parallel soll Qualcomm auch am KI-Chip-Startup Tenstorrent interessiert sein – mit einer Bewertung zwischen acht und zehn Milliarden Euro. Branchenriese Nvidia wiederum sicherte sich kürzlich für umgerechnet 20 Milliarden Euro das Startup Groq. Und auch Wettbewerber wie SambaNova sammeln kräftig Kapital ein.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Qualcomm hat für den 24. Juni seinen Investorentag angesetzt. Analysten erwarten dort strategische Weichenstellungen – möglicherweise auch Details zur geplanten Übernahme.
Börse reagiert verhalten
Qualcomm selbst hält sich bedeckt und lehnte eine Stellungnahme ab. Die Aktie gab nach Bekanntwerden der Verhandlungen leicht nach – rund zwei Prozent. Dennoch notiert das Papier seit Jahresbeginn rund 30 Prozent im Plus. Sollte der Deal tatsächlich über die Bühne gehen, dürfte sich das Blatt schnell wenden: Mit Modulars Software-Know-how könnte Qualcomm seinen Kunden künftig Komplettlösungen aus einer Hand bieten – genau das, was Unternehmen für den Betrieb großer KI-Modelle brauchen.
