Psychische, Gesundheit

Psychische Gesundheit: WHO erreicht 90 Millionen mit digitalen Programmen

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 13:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die WHO erweitert ihre digitalen Gesundheitsangebote für psychische Erkrankungen deutlich. KI-Projekte, globale Initiativen und Gaming-Kooperationen sollen den Zugang zu Hilfen massiv verbessern.

WHO forciert digitale Psychiatrie: KI-Assistenten und Gaming-Kampagnen
Ein modernes Tablet zeigt Daten zur digitalen Gesundheitsförderung in einer professionellen, klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) baut ihre digitale Strategie für psychische Gesundheit massiv aus – von KI-Assistenten bis zu Gaming-Kooperationen.

KI mit ethischen Leitplanken

Die WHO bereitet die Nachfolge ihrer globalen Strategie für digitale Gesundheit vor, die 2028 bis 2033 laufen soll. Ein technisches Webinar am 1. April 2026 holte dazu Perspektiven von Interessengruppen ein. Die Konsultationen folgen auf die Unterstützung durch die Weltgesundheitsversammlung und markieren einen wichtigen Schritt für die langfristige Ausrichtung digitaler Gesundheitsprogramme.

Parallel rückt die ethische Dimension von KI in den Fokus. Ende Januar 2026 versammelten sich über 30 internationale Experten zu einem Workshop des Delft Digital Ethics Centre, um Leitlinien für den verantwortungsvollen KI-Einsatz im Bereich psychische Gesundheit zu entwerfen. Die Fachleute empfehlen, generative KI als Angelegenheit der öffentlichen psychischen Gesundheit einzustufen und Instrumente gemeinsam mit Experten und Betroffenen zu entwickeln. Als Konsequenz etabliert die WHO nun ein Konsortium von Kooperationszentren für KI im Gesundheitswesen.

90 Millionen Menschen erreicht

Ein zentrales Element ist die „Special Initiative for Mental Health“. Bis Ende 2025 sicherte das Programm über 90 Millionen zusätzlichen Menschen den Zugang zu psychologischen Diensten auf lokaler Ebene. Die Initiative ist unter anderem in der Ukraine, Jordanien und Ghana aktiv – und sie ist effizient: Pro Million investierter US-Dollar erhalten mindestens 2,6 Millionen Menschen Zugang zu Hilfsangeboten. Das entspricht Kosten von etwa 0,38 US-Dollar pro Person.

Anzeige

Während die Digitalisierung im Gesundheitswesen große Chancen bietet, entstehen durch neue Technologien auch neue Risiken für die Datensicherheit. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer im Zuge neuer KI-Gesetze jetzt kennen müssen. KI-Gesetze und Cyberrisiken: Kostenlosen Report anfordern

Zur direkten Interaktion mit der Bevölkerung entwickelte die WHO Forschungsprototypen wie „S.A.R.A.H.“ (Smart AI Resource Assistant for Health). Die KI-Assistentin bietet rund um die Uhr Unterstützung in acht Sprachen – etwa zur Stressbewältigung oder Tabakentwöhnung. Unterstützt wird das Projekt von Amazon Web Services, Google und der Regierung von Katar. Bereits 2022 wurde mit „Florence“ ein ähnlicher KI-Charakter eingeführt, der Gesundheitstipps spielerisch vermittelt.

Daten für bessere Versorgung

Der „Mental Health Atlas“ erschien 2024 in seiner siebten Ausgabe und stützt sich auf Daten aus 144 Ländern. Erstmals enthält er Indikatoren zu Telemedizin und gemeindebasierter Pflege. Der Atlas überwacht die Ziele des umfassenden Aktionsplans für psychische Gesundheit 2013–2030.

Auf regionaler Ebene startete im Juli 2025 ein spezielles Dashboard für Südostasien in Neu-Delhi. Es liefert Daten zu neurologischen Erkrankungen und Selbstgefährdung – in einer Region, in der schätzungsweise 289 Millionen Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen leben. In Asien-Pazifik sind Depressionen, Migräne und Angststörungen für 60 Prozent der durch Behinderung beeinträchtigten Lebensjahre verantwortlich.

Anzeige

Wer sich mit der zunehmenden Digitalisierung befasst, muss auch die Sicherheit der verarbeiteten Informationen im Blick behalten. In diesem kostenlosen E-Book erfahren Sie, wie Sie Sicherheitslücken schließen und Ihr Unternehmen ohne teure Investitionen vor aktuellen Bedrohungen schützen. Gratis-E-Book: IT-Sicherheit effektiv stärken

Gaming gegen Desinformation

Die WHO nutzt zunehmend populäre digitale Kanäle, um Desinformation entgegenzuwirken. Mit Kuaishou Technology stellte sie Ressourcen in Sprachen wie Portugiesisch und Spanisch bereit. Eine Kampagne in Indonesien generierte über 24.000 Videos und mehr als 30 Millionen Aufrufe.

Auch der Gaming-Sektor wird systematisch eingebunden. Gemeinsam mit Rovio entstanden Turniere zu körperlicher Aktivität und Entspannung in „Angry Birds Friends“. Mit Psyon Games entwickelte die WHO das Tower-Defense-Spiel „Antidote COVID-19“, das Wissen über das Immunsystem und Impfstoffe vermittelt.

Mit der Wikimedia Foundation kooperiert die Organisation ebenfalls: Infografiken und Videos auf Wikimedia Commons ermöglichten es tausenden freiwilligen Editoren, Gesundheitsthemen in über 175 Sprachen auf Wikipedia zu verbessern. Durch pro-bono-Anzeigenplätze auf YouTube und Facebook erreicht die WHO Milliarden von Menschen mit verifizierten Gesundheitsinformationen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69912966 |