Psychische Gesundheit: 200 Experten fordern Prävention in Betrieben
24.06.2026 - 00:39:18 | boerse-global.de
Das belegen aktuelle Daten aus dem Jahr 2024. Noch deutlicher wird die Dringlichkeit beim Blick auf die Erwerbsminderungsrenten: Mit 42 Prozent sind psychische Erkrankungen hier der häufigste Grund.
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Arbeitswelt: Wo der Druck am größten ist
Über 200 Fachleute trafen sich im Juni 2026 in Berlin zum 11. Präventionsforum. Ihr Thema: die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt. Die Digitalisierung spielt dabei eine zwiespältige Rolle – sie bietet Chancen, birgt aber auch Risiken für die Beschäftigten.
Die Nationale Präventionskonferenz fordert daher, psychische Gesundheit fest in betrieblichen Strukturen zu verankern. Konkrete Hilfe gibt es schon: Die IHK Magdeburg bietet Ende Juni 2026 ein Webinar für Ausbildungsverantwortliche an. Dort lernen sie, wie Gesprächsführung und Prävention im Ausbildungsalltag gelingen.
Schulen: Resilienz von Anfang an
Auch im Bildungssektor wächst das Bewusstsein. Experten der Universität Heidelberg diskutierten im Juni 2026, wie sogenannte Resilienzräume Schulen stärken können. Prof. Dr. Annette Haußmann und Rieke Deborah Koßmann sind überzeugt: Wer früh versteht, wie psychische Prozesse funktionieren, wird widerstandsfähiger – und das gilt für Schüler wie Lehrkräfte.
Ein unterschätzter Faktor ist der Schlaf. Bei einer Veranstaltung in Bremen im Juni 2026 sprach Nils Traummann vor rund 1.200 Zuhörern über Rhythmus und mentale Entlastung. Seine Botschaft: Ohne Erholung keine Regeneration.
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Digitale Medien: Fluch oder Segen?
Der Einfluss sozialer Medien auf die Psyche beschäftigt die Forschung. Prof. Dr. Julia Brailovskaia von der Ruhr-Universität Bochum plant ein Webinar für Ende Juni 2026. Ihr Fokus: der Zusammenhang zwischen suchtartiger Nutzung und Schlafstörungen, Depressionen sowie Angstsymptomen.
Das Robert Koch-Institut geht einen Schritt weiter. Es setzt künstliche Intelligenz ein, um Medieninhalte zu analysieren. Ziel ist es, Trends und Fehlentwicklungen in der Berichterstattung über psychische Gesundheit zu erkennen. Eine Präsentation in Berlin im Juni 2026 stellte das Projekt vor.
Kunst und Kultur: Neue Wege der Entstigmatisierung
Immer mehr künstlerische Projekte machen psychische Erkrankungen sichtbar. In Würzburg spricht Prof. Simone Munsch von der Universität Fribourg Ende Juni 2026 über Anorexia Nervosa bei Erwachsenen. Ein Podiumsgespräch mit Betroffenen soll das Verständnis für Essstörungen vertiefen.
Mehrere Ausstellungen greifen das Thema auf:
- Berlin: Im Gesundheitshaus Pankow zeigt die Ausstellung „Aufbruch“ ab Juli 2026 Werke psychoseerfahrener Künstler.
- Bremen: Die Kulturkirche St. Stephani präsentiert ab Anfang Juli 2026 Tonplastiken von Marina Krohs unter dem Titel „Schräge Typen 2“.
- Süchteln: Im Juli 2026 läuft die Dokumentation „Auf der Adamant“ – sie porträtiert eine schwimmende Tagesklinik für psychisch Erkrankte in Paris.
Die Botschaft ist klar: Medizinische Fakten, persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Prävention wachsen zusammen. Psychische Gesundheit ist kein Randthema mehr – sie betrifft uns alle.
