Psychische, Gesundheit

Psychische Gesundheit: 20% der EU-Bürger betroffen, 28.000 Todesfälle jährlich

18.06.2026 - 01:48:23 | boerse-global.de

Fast 20 Prozent der EU-Bürger leiden unter psychischen Erkrankungen. Die jährlichen Kosten belaufen sich auf 76 Milliarden Euro, das BIP droht bis 2050 zu schrumpfen.

OECD-Studie: Psychische Erkrankungen belasten EU-Bürger und Wirtschaft
Psychische - Eine Personensilhouette hält ein leuchtendes Smartphone vor dem Gesicht, umgeben von einem digitalen Interface, vor einer verschwommenen Stadtlandschaft bei Dämmerung. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine aktuelle OECD-Studie zeigt: Fast 20 Prozent der EU-Bürger sind von psychischen Erkrankungen betroffen. Depressionen, Angststörungen und Substanzmissbrauch stehen dabei an der Spitze.

Die Folgen sind dramatisch: Rund 28.000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr gehen auf psychische Leiden zurück – vor allem durch Suizid und Alkoholkonsum. Die Lebenserwartung sinkt EU-weit um durchschnittlich 2,5 Jahre. Besonders hart trifft es Deutschland mit einem Rückgang von 3,2 Jahren.

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Milliardenschwere Belastung für die Wirtschaft

Die Gesundheitskosten belaufen sich jährlich auf 76 Milliarden Euro. Und die Rechnung könnte noch höher ausfallen: Bis 2050 droht ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 1,7 Prozent pro Jahr – wenn keine wirksamen Gegenmaßnahmen kommen.

Doch die Versorgung hakt gewaltig. Rund 60 Prozent der Betroffenen haben keinen Zugang zu angemessener Behandlung. Ein kritischer Engpass, der sich dringend entschärfen muss.

Jugend liebt Social Media – Eltern fürchten es

Eine EU-weite Umfrage vom gestrigen Mittwoch offenbart eine tiefe Kluft zwischen den Generationen. Fast die Hälfte der 13- bis 18-Jährigen (48 Prozent) sieht positive Effekte sozialer Netzwerke auf ihre mentale Gesundheit. Bei den Eltern teilen nur 21 Prozent diese Einschätzung.

Umgekehrt sehen 36 Prozent der Eltern Risiken – aber nur 18 Prozent der Jugendlichen. Die tatsächliche Bildschirmzeit unterschätzen Eltern häufig. Jugendliche verbringen an Schultagen durchschnittlich 4,5 Stunden mit digitalen Medien, am Wochenende sogar bis zu 6,1 Stunden. Das ist etwa eine Stunde mehr, als Eltern vermuten.

Eine EU-Expertengruppe will am 13. Juli Empfehlungen zu möglichen Social-Media-Verboten für bestimmte Altersgruppen vorlegen. In Österreich fordern bereits 53 Prozent der Eltern strikte Altersgrenzen.

Bayern startet Offensive für digitale Balance

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit hat am gestrigen Mittwoch die Agenda „Digitale Balance im Alltag von Schülerinnen und Schülern“ gestartet. Ziel ist es, Medienkompetenz schon im Grundschulalter zu fördern – etwa mit dem Instrument „Chat-Kompass“.

Für weiterführende Schulen gibt es einen „Social-Media-Kompass“ und ein Informationspaket für Familien. Kern der Strategie: ein Handynutzungsverbot an Schulen bis zur siebten Jahrgangsstufe. So sollen Kinder einen bewussteren Umgang mit digitalen Endgeräten lernen.

Krise bei Meta und das Scheitern von KI-Projekten

Auch die Arbeitswelt bleibt nicht verschont. Nach massiven Stellenstreichungen im Mai bei Meta versucht die Konzernleitung, die Stimmung mit Teamevents und KI-Hackathons zu heben. Doch Berichte über Überlastung und Kritik an Überwachungsmaßnahmen wie Keylogging für KI-Trainingsdaten belasten das Betriebsklima weiter.

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