Psychische, Belastung

Psychische Belastung: Jeder vierte Azubi krankgeschrieben

26.06.2026 - 02:13:14 | boerse-global.de

Studie zeigt große Kluft zwischen Unterstützungsbedarf und Angeboten bei Azubis. Technostress und Hitzebelastung als neue Herausforderungen identifiziert.

Psychische Belastung bei Azubis: Alarmierende Zahlen und neue Lösungsansätze
Psychische - Ein junger Student sitzt mit dem Kopf in den Händen an einem Schreibtisch, ein Laptop ist geöffnet, in einer Bibliothek oder einem Lernraum. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Studien zeigen eine große Kluft zwischen dem Bedarf an Unterstützung und den tatsächlichen Angeboten.

Jeder vierte Azubi war schon krankgeschrieben

Die Studie „Azubi-Recruiting Trends 2026“ liefert alarmierende Zahlen. Befragt wurden mehr als 9.500 Schüler und Auszubildende sowie über 2.000 Ausbilder. Das Ergebnis: 85 Prozent der Ausbildungsverantwortlichen sehen eine stärkere psychische Belastung bei Azubis als vor der Corona-Pandemie.

Ein Viertel der befragten Auszubildenden gab an, bereits wegen psychischer Belastungen krankgeschrieben gewesen zu sein. Besonders problematisch: Die Wahrnehmung der Unterstützungsmaßnahmen klafft auseinander. 74 Prozent der Betriebe bewerten ihre Angebote als gut – aber nur 53 Prozent der Azubis teilen diese Einschätzung.

Die IHK Magdeburg und die HWK Halle reagierten im Juni 2026 mit Workshops zur Gesprächsführung und Prävention für Ausbildungsverantwortliche.

Technostress als neuer Belastungsfaktor

Die Nationale Präventionskonferenz (NPK) diskutierte auf ihrem 11. Präventionsforum in Berlin die nationale Gesundheitsstrategie. Die Zahlen sind ernüchternd: Bereits 2024 waren psychische Störungen für 16,7 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage verantwortlich. Mit 42 Prozent stellen sie den häufigsten Grund für Erwerbsminderungsrenten dar.

Im Fokus steht der sogenannte „Technostress“ – Belastungen durch die Digitalisierung von Arbeit und Lernen. Experten fordern eine stärkere Ausrichtung der Prävention auf die digitale Arbeitswelt. Auch die Koordinierungsstelle Schule-Beruf (Schu.B) im Kreis Lippe greift das Thema auf. Sie thematisierte anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens die Schnittstellen zwischen Digitalisierung, Inklusion und psychischer Gesundheit.

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Wenn die Biologie den Geist trübt

Nicht nur psychologische Faktoren belasten junge Menschen. Der Internationale PKU-Tag im Juni 2026 machte auf die Situation von Menschen mit Phenylketonurie aufmerksam. Rund 8.000 Menschen in Deutschland sind von dieser Stoffwechselstörung betroffen. Erhöhte Phe-Spiegel lösen Angstzustände, Depressionen und „Brain Fog“ – eine kognitive Trübung – aus.

Die Versorgungssituation im Erwachsenenalter ist problematisch: Deutschland hat nur 10 Stoffwechselambulanzen für Erwachsene, aber 30 für Kinder.

Auch die Umwelt macht zu schaffen. Beim Dies Academicus in Göttingen im Juni 2026 zeigte sich: Temperaturen über 30 Grad stellen enorme Anforderungen an das Gesundheitsmanagement. Experten empfehlen angepasste Arbeitsabläufe und eine aktive Trinkkultur gegen Hitzestress.

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Unkonventionelle Wege in der Hochschullehre

Hochschulen erproben neue Konzepte für soziale Verantwortung und Gesundheit. Die Universität Paderborn verknüpft in ihrer Ringvorlesung „UPB for Future“ soziale Nachhaltigkeit mit Bewegungsprogrammen für Kinder und Jugendliche.

Die Hochschule Harz geht noch einen Schritt weiter: Sie integriert pferdegestützte Trainings in den Masterstudiengang Business Administration. Ziel ist es, Selbstreflexion und emotionale Intelligenz zu fördern. Künftige Manager sollen so besser auf eine gesunde Mitarbeiterführung vorbereitet werden.

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