Psilocybin-Therapie, Studie

Psilocybin-Therapie: Neue Studie belegt Wirkung bei therapieresistenter Depression

08.06.2026 - 17:40:37 | boerse-global.de

Neue Forschung belegt deutliche Symptomreduktion durch Psilocybin bei schwer behandelbaren Depressionen, auch bei Kokainabhängigkeit vielversprechend.

PUK Zürich Studie: Psilocybin hilft bei therapieresistenter Depression
Psilocybin-Therapie - Ein einzelner Psilocybin-Pilz wächst in einer sterilen Laborumgebung, mit unscharfen wissenschaftlichen Geräten im Hintergrund. 08.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich (PUK) belegt in einer neuen Studie: Psilocybin hilft Patienten mit therapieresistenter Depression. Die Ergebnisse wurden im Juni 2026 im Fachjournal „The Lancet Regional Health Europe“ veröffentlicht.

Klinische Erfolge bei bisher unbehandelbaren Fällen

Die Untersuchung konzentrierte sich auf 19 Erwachsene mit schweren Depressionen. Diese Patienten hatten im Schnitt bereits fünf verschiedene Antidepressiva ohne nachhaltigen Erfolg eingenommen.

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Die Daten zeigen eine deutliche Reduktion der Symptome mit hoher Effektstärke. Besonders bemerkenswert: Bereits die erste Behandlungssitzung entfaltete die stärkste Wirkung. Schwerwiegende Nebenwirkungen traten nicht auf.

Die Schweiz, Kanada und Australien lassen Psilocybin bereits unter strengen Auflagen zu. In Fachkreisen wird eine Zulassung in den USA bis Ende 2026 erwartet.

Neue Einsatzgebiete jenseits der Depression

Auch bei Kokainabhängigkeit zeigt der Wirkstoff Potenzial. Eine klinische Studie untersuchte den Einsatz einer einmaligen Psilocybin-Gabe im Rahmen einer Psychotherapie. Das Ergebnis: Die Psilocybin-Gruppe konsumierte 180 Tage nach der Behandlung deutlich weniger Kokain als die Placebo-Gruppe.

30 Prozent der Teilnehmenden aus der Psilocybin-Gruppe blieben abstinent. In der Kontrollgruppe wurde keine Abstinenz verzeichnet. Allerdings weisen die Forscher auf die geringe Teilnehmerzahl von 40 Personen hin – größere Folgestudien sind nötig.

Ein weiterer Fallbericht aus „Frontiers in Neuroscience“ (Frühjahr 2026) beschreibt eine 80-jährige Alzheimer-Patientin. Nach der Gabe von Psilocybin zeigte sie vorübergehende Verbesserungen bei Sprache, Erinnerungsvermögen und Mobilität. Die Autoren betonen: Es handelt sich um eine Einzelerfahrung, keine allgemeine Heilwirkung.

Gesellschaftliche Relevanz und parallele Forschung

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Die gesellschaftliche Bedeutung des Wirkstoffs unterstreicht eine Analyse des US-amerikanischen „National Survey on Drug Use and Health“ aus 2024. Demnach konsumierten rund 2,8 Prozent der US-Bürger ab 12 Jahren – etwa 8 Millionen Menschen – im Jahr zuvor Psilocybin. Bei Personen mit diagnostizierten Depressionen war die Nutzungswahrscheinlichkeit signifikant höher.

Parallel zur Psychedelika-Forschung verfolgt die Charité – Universitätsmedizin Berlin einen anderen Ansatz. Unter Leitung von Prof. Christian Otte startete eine großangelegte, doppelblinde Studie zum Hormon DHEA als Zusatzbehandlung bei Depressionen.

Neun deutsche Zentren sind beteiligt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt mit rund 2,3 Millionen Euro. Ziel ist die Evaluierung einer sechswöchigen DHEA-Gabe zusätzlich zur bestehenden Medikation. Die parallelen Forschungsbemühungen zeigen: Der medizinische Bedarf an neuen Strategien für therapieresistente Patienten ist enorm.

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