Proteinmischung: Studie findet 48 Prozent weniger Kreatinkinase bei Männern
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 02:02 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie gezielte Proteinzufuhr spielt im Leistungssport und bei der Vermeidung von muskulärem Abbau nach intensiven Belastungen eine zentrale Rolle. Eine im Jahr 2026 im Fachjournal Nutrients veröffentlichte Untersuchung der Beijing Sport University ging der Frage nach, inwieweit alternative Proteinquellen die Erholung nach schwerer Beanspruchung unterstützen können.
Die Forscher um Chunyan Xu analysierten die Wirkung einer kombinierten Einnahme von Hefe- und Molkenprotein auf trainingsbedingte Muskelschäden und den verzögert einsetzenden Muskelkater. Die Ergebnisse deuten auf deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede hin und zeigen zugleich Grenzen gegenüber etablierten Nahrungsergänzungen auf.
Studiendesign und Dosierung während der Vorladephase
An der Untersuchung der Beijing Sport University nahmen 54 Profi-Athleten teil, von denen 48 Sportler das Programm vollständig absolvierten. Das Design sah eine Aufteilung der Probanden in drei getrennte Gruppen vor: Eine Gruppe erhielt eine Mischung aus Hefe- und Molkenprotein, die zweite ausschließlich Molkenprotein und die dritte fungierte als Kontrollgruppe mit Wasser.
Die teilnehmenden Athleten wiesen bereits vor dem Start der Intervention eine tägliche Basiszufuhr von 1,2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht auf. Im Rahmen des Versuchs wurde diese Menge während einer zehntägigen Vorladephase durch drei tägliche Gaben um weitere 0,9 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht erhöht.
Nach einer einwöchigen Einnahmephase absolvierten die Sportler ein intensives Beintraining, um standardisierte Muskelreize und mikroskopische Gewebeschäden zu provozieren.
Geschlechtsspezifische Effekte auf Marker und Muskelkater
Die Erhebung der physiologischen Parameter verdeutlichte ein uneinheitliches Bild zwischen den Geschlechtern. Bei männlichen Athleten, die die Proteinmischung einnahmen, linderte die Kombination den verzögert einsetzenden Muskelkater im Schnitt stärker als die Gabe von reinem Wasser. Bei den weiblichen Sportlerinnen blieb ein vergleichbarer Nutzen hingegen vollständig aus.
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Auch bei den gemessenen Blut- und Enzymwerten traten die Effekte selektiv bei den männlichen Teilnehmern auf. Das Muskelenzym Kreatinkinase lag bei den Männern in der Mischprotein-Gruppe 48 Stunden nach der Trainingseinheit um 48 Prozent niedriger als in der Kontrollgruppe mit Wasser.
Zudem fiel der Entzündungsmarker Interleukin-6 unmittelbar nach der Belastung bei den männlichen Probanden mit der Proteinmischung um 49 Prozent geringer aus als in der Wassergruppe.
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Kein Mehrwert gegenüber reinem Molkenprotein
Trotz der messbaren Effekte im Vergleich zur Kontrollgruppe wies die Kombination aus Hefe- und Molkenprotein keinen zusätzlichen messbaren Vorteil gegenüber der alleinigen Gabe von reinem Molkenprotein auf. Eine allgemeine Überlegenheit bei der Regenerationsgeschwindigkeit ließ sich durch die Beimischung des Hefeproteins nicht eindeutig belegen.
Zudem verweisen die Autoren der Publikation auf methodische Einschränkungen. Dazu zählen neben der relativ kleinen Stichprobe das Fehlen eines Doppelblind-Designs und einer vollständigen Verblindung.
Zudem diente lediglich Wasser als direkter Kontrollvergleich, und die Ernährung der Sportler außerhalb der verabreichten Intervention wurde nicht strikt kontrolliert. Die Befunde liefern somit erste Anhaltspunkte für geschlechtsspezifische Stoffwechselantworten, begründen jedoch keinen funktionellen Vorsprung gegenüber herkömmlichem Molkenprotein.
