Project Kilby: Microsoft und Chevron bauen 2-Gigawatt-KI-Campus
23.06.2026 - 11:17:34 | boerse-global.de
Der IT-Konzern und der Ölriese planen einen milliardenschweren Campus für Künstliche Intelligenz – betrieben mit eigenem Gaskraftwerk.
Pecos, Texas – Microsoft und Chevron haben eine langfristige Partnerschaft für den Bau eines gigantischen Rechenzentrums-Campus in Pecos, Texas, geschlossen. Das Projekt mit dem Namen „Project Kilby“ umfasst eine Kapazität von rund zwei Gigawatt und wird von einem eigenen Erdgaskraftwerk mit 2,67 Gigawatt Leistung versorgt. Die Ankündigung vom 22. Juni 2026 gilt als eine der größten Einzelinvestitionen in die KI-Infrastruktur weltweit.
Während Tech-Giganten Milliarden in die KI-Infrastruktur investieren, müssen Unternehmen hierzulande vor allem die rechtlichen Rahmenbedingungen im Blick behalten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen der neuen EU-KI-Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Eigenes Kraftwerk umgeht das Stromnetz
Das Herzstück des Projekts ist die direkte Stromversorgung: Chevrons Tochtergesellschaft Energy Forge One LLC baut das Gaskraftwerk, das „hinter dem Zähler“ operiert – es speist den Strom direkt in den Rechenzentrums-Campus ein, ohne auf das texanische ERCOT-Netz angewiesen zu sein. Ein 20-jähriger Stromabnahmevertrag besiegelt die Zusammenarbeit.
Bereits im März 2026 hatten sich beide Unternehmen exklusive Rechte für den Standort gesichert. Die finale Investitionsentscheidung soll bis Ende 2026 fallen, die erste Stromlieferung ist für 2028 geplant.
Technische Partner sind GE Vernova (zwei Großturbinen) und Solar Turbines, eine Tochter von Caterpillar, die zusätzliche Kapazitäten liefern. Auch die Investmentfirma Engine No. 1 ist beteiligt.
Milliarden-Investition mit Tausenden Jobs
Chevron beziffert seinen Anteil am Kraftwerksbau auf rund 7 Milliarden Euro und erwartet eine Rendite im unteren zweistelligen Prozentbereich. Die Gesamtinvestition liegt bei mehreren Milliarden Euro.
Die wirtschaftlichen Effekte für West Texas sind enorm: Über 6.000 Bauarbeiter sollen beschäftigt werden, dauerhaft entstehen rund 2.000 Arbeitsplätze. Die lokalen Behörden rechnen mit Steuereinnahmen von mehr als 10 Milliarden Euro über die gesamte Laufzeit.
Microsofts Kapitalausgaben für KI-Infrastruktur steigen rasant. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 gab der Konzern 30,88 Milliarden Euro aus – ein Plus von über 84 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die jährlichen KI-Umsätze von Microsoft haben kürzlich die 37-Milliarden-Euro-Marke überschritten.
Die rasante Entwicklung von KI-Großprojekten zeigt, wie tiefgreifend die Technologie unsere Wirtschaft verändert – doch welche Systeme gelten regulatorisch als Hochrisiko? Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche konkreten Dokumentationspflichten die KI-Verordnung für Ihr Unternehmen vorsieht. Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act jetzt kostenlos herunterladen
Klimabilanz: Zwischen Netto-Null und Realität
Die Größenordnung des Gaskraftwerks wirft Fragen auf. Schätzungen der Umweltorganisation Environmental Integrity Project zufolge könnte die Anlage jährlich über 13 Millionen Tonnen CO? sowie rund 3.200 Tonnen weitere Schadstoffe ausstoßen. Branchenbeobachter sehen darin einen Strategiewechsel: Die Tech-Branche ringt mit dem Spagat zwischen ihren Netto-Null-Zielen for 2030 und dem sofortigen, massiven Energiehunger der KI-Systeme.
Um andere Umweltbelastungen zu minimieren, setzt das Projekt auf ein geschlossenes Kühlsystem. Die Unternehmen versprechen, dass der Wasserverbrauch der Anlage unter dem einer durchschnittlichen Fast-Food-Filiale liegen wird. Zudem kommt Brackwasser statt Frischwasser zum Einsatz, und eine selektive katalytische Reduktion (SCR) soll die Emissionen kontrollieren.
Ein Nebeneffekt: Das Erdgas stammt direkt aus dem Permian Basin und soll die dortige Abfackelung von Gas reduzieren, indem es eine industrielle Nutzung erhält.
Parallel zu diesem Gaskraftwerk-Projekt hält Microsoft an seinen erneuerbaren Energiezielen in Texas fest – der Konzern hat im Bundesstaat Verträge über 4,7 Gigawatt Wind- und Solarkapazität abgeschlossen.
