Pommes, Portionen

Pommes frites: Drei Portionen pro Woche erhöhen Diabetesrisiko fast 20 Prozent

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 16:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien verknüpfen Mahlzeitenzusammensetzung, Kartoffelzubereitung und Ernährungsqualität mit Blutzuckerregulation und Typ-2-Diabetes-Risiko.

Ernährung und Diabetesrisiko: Was Studien zu Frühstück und Lebensmitteln zeigen
Rohe Haferflocken, frische Beeren und ein Glas Milch auf einem rustikalen Holztisch im morgendlichen Sonnenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Welche Nährstoffe am Morgen aufgenommen werden, hat weitreichende Konsequenzen für den weiteren Stoffwechselverlauf. Eine am 29. April 2026 im Fachjournal „Frontiers in Endocrinology“ veröffentlichte Untersuchung der Vanderbilt-Universität zeigt, dass die Zusammensetzung der ersten Mahlzeit die Blutzuckerregulation für den restlichen Tag maßgeblich beeinflusst. Die Ergebnisse liefern neue Erklärungsansätze dafür, wie die Leber auf nachfolgende Mahlzeiten reagiert.

Das metabolische Gedächtnis der Leber

Die Forschenden der Vanderbilt-Universität stellten in Versuchen an Hunden fest, dass erhöhte Glukagonwerte nach der ersten Mahlzeit die Glukosespeicherung in der Leber bei der Folgemahlzeit beeinträchtigen. Dieser Effekt zeigte sich selbst dann, wenn bei der nachfolgenden Nahrungsaufnahme identische Insulin- und Blutzuckerwerte vorlagen.

Als biologische Ursache ermittelte das Team einen niedrigeren Spiegel des Enzyms Glucokinase. Glukagon fungiert demnach neben Insulin als wesentlicher Regulator für das metabolische Gedächtnis der Leber. Diese Mechanismen sind insbesondere bei Typ-2-Diabetes relevant. Nach Einschätzung der Wissenschaftler gelten therapeutische Behandlungen, die Insulin und Glukagon gemeinsam ansprechen, als vielversprechender Ansatz.

Mahlzeitengestaltung und Nährstoffkombinationen

Für eine ausgewogene Blutzuckerkontrolle spielen Ballaststoffe und Proteine eine zentrale Rolle. Eine Ökotrophologin verweist auf die Vorteile von Overnight Oats im Vergleich zu warmem Porridge: Durch das Einweichen der Haferflocken über Nacht sinke der Gehalt an Phytinsäure, wodurch Mineralstoffe wie Eisen, Zink, Magnesium und Kalium für den Körper besser verfügbar seien.

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Zudem bleiben hitzeempfindliche B-Vitamine erhalten. Das empfohlene Mischungsverhältnis von Haferflocken zu Wasser oder Milch liegt bei 1:2. Frühstücksvarianten, die Hafer mit Zutaten wie Skyr, Beeren oder Eiern kombinieren, liefern komplexe Kohlenhydrate und Proteine ohne die Notwendigkeit von Proteinpulvern.

Für die allgemeine Mahlzeitenstruktur empfiehlt die Deutsche Diabetes-Hilfe die sogenannte Teller-Methode. Nach diesem Prinzip sollte die Hälfte des Tellers mit Gemüse gefüllt sein, während proteinreiche Lebensmittel und sättigende Beilagen jeweils ein Viertel einnehmen.

Zubereitung von Kohlenhydraten und Zuckerkonsum

Neben der Zusammensetzung verändert auch die Zubereitungsform von Lebensmitteln den Blutzuckerverlauf. Eine Auswertung von Studien mit über 205.000 Teilnehmenden aus den Jahren 1984 bis 2021 belegt, dass ein allgemein höherer Kartoffelkonsum mit einem leicht erhöhten Typ-2-Diabetes-Risiko einhergeht.

Drei Portionen Pommes frites pro Woche ließen das Diabetesrisiko um fast 20 Prozent steigen, während für gebackene, gekochte oder gestampfte Kartoffeln kein signifikanter Anstieg nachgewiesen wurde.

Werden Kartoffeln nach dem Garen für mindestens zwölf Stunden abgekühlt, bildet sich resistente Stärke, die den Blutzuckerspiegel weniger stark steigen lässt. Vollkornprodukte waren in der Untersuchung mit einem geringeren Diabetesrisiko verbunden als Kartoffeln.

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Zudem mahnen Fachorganisationen zur Reduktion von freiem Zucker. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen, dass freie Zucker weniger als zehn Prozent der täglichen Gesamtenergiezufuhr ausmachen sollten, was bei Erwachsenen maximal etwa 50 Gramm entspricht.

Laut einer Ernährungswissenschaftlerin der DGE liegt der reale Durchschnittsverbrauch in Deutschland derzeit bei rund 70 Gramm. Eine Verringerung des Zuckerkonsums sei besonders bei Prädiabetes und Typ-2-Diabetes ratsam, wobei insulinpflichtige Personen eine Ernährungsumstellung vorab mit Diabetologen abstimmen sollten.

Epigenetische Marker und Diabetesrisiko

Dass gesunde Ernährung grundlegend wirkt, unterstreicht eine am 11. September 2026 im Fachjournal „Cardiovascular Diabetology“ erschienene Studie des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE).

Anhand von Daten der EPIC-Potsdam-Studie mit über 27.000 Probanden zeigte sich, dass eine genetische Veranlagung den Zusammenhang zwischen Ernährungsqualität und Typ-2-Diabetes-Risiko nicht beeinflusst.

Allerdings spielen epigenetische Muster eine Rolle: Eine Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen und Fisch war vor allem bei Personen mit einem niedrigen Methylation Risk Score (MRS) mit einem geringeren Krankheitsrisiko assoziiert, während sich bei höheren MRS-Werten kein entsprechender Nutzen abzeichnete.

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