PMOS betrifft jede achte Frau: Neue NHS-Leitlinien zur Früherkennung
04.07.2026 - 05:02:09 | boerse-global.de
Gewichtsveränderungen sind selten auf mangelnde Disziplin zurückzuführen.
Hormonelle Treiber der Gewichtszunahme
In der Perimenopause sinkt der Östrogenspiegel schrittweise ab. Dieser Wandel begünstigt eine Zunahme des viszeralen Fetts, besonders im Bauchraum. Parallel entwickelt sich häufig eine Insulinresistenz, die die Fetteinlagerung weiter fördert.
Der altersbedingte Muskelabbau, medizinisch als Sarkopenie bezeichnet, senkt den Grundumsatz. Muskelgewebe verbraucht deutlich mehr Energie als Fettgewebe. Ohne Anpassung der Lebensweise erfolgt eine Gewichtszunahme fast zwangsläufig. Progesteronmangel und Östrogenschwankungen können bereits Mitte 40 zu unregelmäßigen Zyklen und Stoffwechselveränderungen führen.
Klinische Faktoren: Schilddrüse und PMOS
Die Hashimoto-Thyreoiditis betrifft Frauen etwa acht- bis zehnmal häufiger als Männer. Die damit verbundene Stoffwechselverlangsamung führt oft zu Müdigkeit und Gewichtszunahme. Eine medikamentöse Einstellung mit L-Thyroxin kann den Grundumsatz normalisieren.
Anfang Juli rückte das polyendokrine metabolische Ovarialsyndrom (PMOS) verstärkt in den Fokus. Neue Leitlinien des britischen NHS empfehlen, Frauen mit unregelmäßigen Perioden systematisch zu untersuchen. Die Erkrankung betrifft etwa jede achte Frau und erhöht das Risiko für Typ-2-Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Neudefinition von Adipositas
Die medizinische Bewertung von Übergewicht wandelt sich tiefgreifend. Eine 2025 im Fachmagazin Lancet vorgestellte Definition unterscheidet zwischen präklinischer Adipositas (erhöhter Fettanteil ohne Organstörung) und klinischer Adipositas (mit Folgeerkrankungen). Eine US-Studie belegte, dass rund 25 Prozent der Menschen mit normalem BMI nach dieser Definition als klinisch adipös einzustufen sind.
Ab dem 50. Lebensjahr verliert der Körper kontinuierlich an Muskelmasse, was den Stoffwechsel verlangsamt und die Gewichtszunahme begünstigt. Mit nur sechs gezielten Übungen können Sie diesen Prozess von zuhause aus stoppen und Ihren Grundumsatz effektiv steigern. Kostenlosen PDF-Ratgeber mit 6 Übungen jetzt sichern
Ein Bericht der DAK zeigte eine besorgniserregende Entwicklung: Essstörungen bei Mädchen nahmen im Vergleich zu 2019 um 50 Prozent zu. Experten führen dies unter anderem auf den Druck durch soziale Medien zurück.
Strategien für nachhaltigen Muskelerhalt
Experten empfehlen eine Kombination aus Krafttraining und gezielter Ernährung. Krafttraining, idealerweise zwei- bis dreimal wöchentlich für etwa 20 Minuten, dient dem Erhalt der Muskelmasse. Zudem leistet es einen wichtigen Beitrag zur Osteoporose-Prävention. Ergänzend wird eine Ausdauerleistung von 150 bis 300 Minuten pro Woche angeraten.
Um den hormonell bedingten Stoffwechselveränderungen entgegenzuwirken, ist ein minimaler, aber regelmäßiger Trainingsaufwand oft der entscheidende Schlüssel. Erfahren Sie in diesem Experten-Guide, wie Sie mit nur 3 Minuten täglichem Zeitaufwand Ihre Muskeln erhalten und Beschwerden wirksam vorbeugen. 17 Wunderübungen als Gratis-Download anfordern
GLP-1-Agonisten wie Semaglutid oder Tirzepatid haben an Bedeutung gewonnen. Diese Wirkstoffe reduzieren den Appetit und verlangsamen die Magenentleerung. Mediziner betonen jedoch: Die Medikamente ersetzen keine dauerhafte Lebensstiländerung. Eine Begleitung durch proteinreiche Ernährung und Training ist zwingend erforderlich.
Auf dem Hauptstadtkongress in Berlin wurde die hormonelle Gesundheit als zentraler Faktor für Langlebigkeit hervorgehoben. Eine gezielte menopausale Hormontherapie kann stoffwechselrelevante Parameter stabil halten. Als realistisches Ziel gilt eine gesunde Gewichtsreduktion von 0,5 bis 1 Kilogramm pro Woche. Von radikalen Crash-Diäten raten Fachleute ausdrücklich ab.
