Pisa, Werte

Pisa 2025: Deutsche 15-Jährige erreichen niedrigste Werte seit Beginn

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 13:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach schwachen Pisa-Ergebnissen will Rheinland-Pfalz Sprach- und Basistests für Viereinhalbjährige ausweiten, um Förderbedarf früher zu erkennen.

Rheinland-Pfalz plant Tests für Viereinhalbjährige nach Pisa 2025
Ein heller, minimalistischer Gruppenraum in einem Kindergarten mit kleinen Holztischen und Stühlen in einer ordentlichen Anordnung. Illustration mit AI erstellt.

Die Ergebnisse der Pisa-Studie 2025 haben in der deutschen Bildungspolitik eine Debatte über die frühkindliche Förderung ausgelöst. Im Fokus stehen dabei neue Maßnahmen in Rheinland-Pfalz, wo Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) eine Ausweitung der diagnostischen Verfahren für Kinder im Vorschulalter angekündigt hat. Die Initiative sieht vor, die Schulfähigkeit bereits deutlich vor dem eigentlichen Eintritt in die Grundschule systematisch zu erfassen.

Erweiterte Testverfahren für Viereinhalbjährige

Die geplanten Neuerungen in Rheinland-Pfalz umfassen verbindliche Sprachtests für Kinder im Alter von viereinhalb Jahren. Über die Sprachstandsfeststellung hinaus sollen künftig auch basale motorische und praktische Fertigkeiten überprüft werden. Dazu gehören laut den Plänen der Landesregierung die Fähigkeit, einen Stift korrekt zu halten, mit einer Schere zu schneiden sowie Schnürsenkel selbstständig zuzubinden.

Ministerpräsident Schnieder begründete diesen Schritt mit der Beobachtung, dass derzeit eine signifikante Anzahl an Kindern zum Zeitpunkt der Einschulung nicht die erforderliche Grundschulreife besitze. Ziel der frühzeitigen Tests sei es, Defizite rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Fördermaßnahmen einzuleiten.

Diese Ausrichtung korrespondiert mit Vereinbarungen innerhalb der schwarz-roten Koalition, die bereits im Koalitionsvertrag verpflichtende Sprachstandsfeststellungen sowie ein verpflichtendes letztes Kitajahr vorgesehen hatte.

Ergebnisse der Pisa-Studie 2025 als Hintergrund

Die bildungspolitischen Anpassungen folgen auf die Veröffentlichung der Pisa-Studie 2025, deren Ergebnisse in Berlin am 8. September 2026 vorgestellt wurden. Die Erhebung bescheinigt deutschen 15-Jährigen die niedrigsten Werte seit Beginn der Testreihe. In der Lesekompetenz wurden 465 Punkte erreicht, in der Mathematik 464 Punkte und in den Naturwissenschaften 486 Punkte.

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Die Pisa-Studie 2025 zeigt: Einem Drittel der Schüler fehlen grundlegende Fähigkeiten im Lesen und in der Mathematik. In Rheinland-Pfalz sollen deshalb künftig schon Viereinhalbjährige auf Sprachstand und Grundfähigkeiten getestet werden. Unser kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Kind Schritt für Schritt auf die Einschulung vorbereiten. Eltern-Ratgeber zur Grundschulreife jetzt anfordern

Die Daten der Studie, für die in Deutschland rund 6700 Jugendliche getestet wurden, verdeutlichen zudem eine Schwäche bei den Basiskompetenzen. Einem Drittel der Schüler fehlen demnach grundlegende Fähigkeiten im Lesen und in der Mathematik, während ein Viertel in den Naturwissenschaften unter den Mindestanforderungen bleibt. Etwa jeder fünfte Jugendliche liegt in allen drei untersuchten Bereichen unter der kritischen Schwelle.

Sozioökonomische Faktoren und wirtschaftliche Folgen

Ein zentraler Aspekt der aktuellen Bildungsanalyse ist der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Schulerfolg, der laut der Studie seit 2015 wieder kontinuierlich zunimmt. Experten der TU München wiesen darauf hin, dass die Korrelation zwischen naturwissenschaftlicher Kompetenz und sozioökonomischem Status den höchsten Wert seit Beginn der Pisa-Untersuchungen erreicht hat.

Während etwa 25 Prozent der Schüler aus privilegierten Familien hohe Kompetenzen erwerben, gelingt dies nur 2 Prozent der Kinder aus benachteiligten Verhältnissen. Bei eingewanderten Jugendlichen macht der sozioökonomische Hintergrund im Mittel 37 Prozent der Leistungsdifferenz aus.

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Der Bildungserfolg hängt in Deutschland wieder stärker von der Herkunft ab – das zeigt die Pisa-Studie 2025. Das Ifo Institut München warnt vor langfristigen Einkommensverlusten. Wer früh ansetzt, kann gegensteuern: Unser Leitfaden erklärt die geplanten Sprachtests für Viereinhalbjährige und gibt Ihnen eine praktische Checkliste an die Hand. Leitfaden frühkindliche Förderung jetzt sichern

Das Ifo Institut München warnt in diesem Zusammenhang vor erheblichen langfristigen Folgen für die Volkswirtschaft. Aufgrund der gesunkenen Leistungen in Mathematik und Lesen seit 2022 sei mit einem Rückgang der Durchschnittseinkommen um 3 bis 4 Prozent zu rechnen. Im Vergleich zum Vor-Corona-Niveau von 2018 könnten die Einbußen sogar 9 bis 10 Prozent betragen, was gesamtwirtschaftliche Verluste in Billionenhöhe bedeuten würde.

Angesichts dieser Entwicklung werden verstärkt Forderungen nach strukturellen Änderungen laut. Während die SPD ein Krisentreffen auf Bundesebene anregt, zeigt sich Ministerpräsident Schnieder offen für einen nationalen Bildungsgipfel. Fachleute wie der IW-Ökonom Plünnecke plädieren zudem für eine massive Ausweitung des Startchancen-Programms von derzeit 10 auf 40 Prozent der Schulen, um der wachsenden Bildungsungleichheit entgegenzuwirken.

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