Pilates-Forschung, Meta-Analyse

Pilates-Forschung: Meta-Analyse aus 24 Studien zeigt Nutzen für den Bewegungsapparat

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 02:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschung weist auf Vorteile für Beweglichkeit und Rumpfstabilität hin; für stärkeren Muskelaufbau kann ergänzendes Krafttraining nötig sein.

Pilates: Studien zeigen Effekte auf Haltung, Balance und Wohlbefinden
Ein heller, minimalistischer Trainingsraum mit einem leeren Übungsmatten-Bereich und einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die gezielte Verbindung von kontrollierter Bewegung, bewusster Atmung und der Kräftigung der Rumpfmuskulatur steht im Mittelpunkt des Pilates-Trainings. Zahlreiche Fachberichte veranschaulichen, wie das Ganzkörpertraining die Körperkontrolle und das allgemeine Wohlbefinden bis ins hohe Alter unterstützen kann.

Die Methode geht auf Joseph Pilates zurück, der 1883 geboren wurde, 1925 in die USA auswanderte und 1926 ein Studio in New York eröffnete. Seit 2020 hat sich das weltweite Interesse merklich verstärkt: Die Online-Suchanfragen nach Pilates sind seither auf das Vierfache gestiegen.

Wissenschaftliche Befunde zu Haltung, Balance und Psyche

Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen belegen die funktionellen Effekte des Trainings. Eine Studie mit 41 Frauen mit Hyperkyphose zeigte, dass zwei Trainingseinheiten pro Woche zu einer besseren Flexibilität und einer optimierten Haltung führten.

Eine Meta-Analyse von 24 Studien stellte zudem in 14 Untersuchungen einen konkreten Nutzen bei Muskel-Skelett-Erkrankungen fest. Weitere Erhebungen deuten darauf hin, dass sich die Mobilität bereits nach sechs Wochen verbessern kann, während sich bei zuvor sitzenden Frauen Haltung und Alltagsfunktionen nach acht Wochen steigerten.

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Auch hinsichtlich des Muskel- und Kraftaufbaus liegen spezifische Daten vor. Eine Studie aus dem Jahr 2025 untersuchte Frauen, die über acht Wochen hinweg dreimal wöchentlich je eine Stunde an Reformer-Geräten trainierten; dabei zeigten sich Zuwächse bei Muskelmasse und Griffkraft sowie eine verbesserte Körperzusammensetzung.

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2021 stellte zudem eine verbesserte Balance und ein reduziertes Sturzrisiko bei trainierenden Frauen fest. Neben physischen Parametern werden auch mentale Aspekte beeinflusst: Laut Forschungsdaten kann eine Stunde Pilates pro Woche over einen Zeitraum von drei Monaten Ängste, Depressionen und Stress mindern.

Allerdings verweisen wissenschaftliche Übersichtsarbeiten auch darauf, dass es im Vergleich zu anderen Bewegungsformen nur wenige Belege für eine überlegene Sonderstellung von Pilates gibt. Ein klarer Nutzen zeigt sich jedoch im direkten Vergleich zu körperlicher Inaktivität.

Funktionelle Rumpfstabilität und Ergänzung zum Krafttraining

Aus physiotherapeutischer Sicht kann Pilates gezielt die Rumpfkraft, Beweglichkeit, Haltung, Muskelausdauer und Stressbewältigung fördern sowie Rückenschmerzen lindern. Eine orthopädische Physiotherapeutin schilderte aus eigener Erfahrung, dass sich nach acht Monaten Training die Beckenboden- und Core-Muskulatur spürbar gefestigt habe, begleitet von weniger Schmerzen und Entzündungen.

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Beim Training an Geräten wie dem Reformer ermöglichen Federn und Gurte einen individuell dosierbaren Widerstand und Bewegungsumfang, was Koordination, Atemkontrolle und Rehabilitation unterstützt. Generell spricht die Methode vor allem die tiefen Rumpfstabilisatoren und die Bewegungskontrolle an.

Für einen ausgeprägten Muskelaufbau oder sehr hohe Kraftwerte sind laut Expertenberichten jedoch oft zusätzliche Trainingsreize mit progressiv steigendem Widerstand erforderlich. Klassisches Krafttraining beansprucht größere Rumpfmuskeln progressiv, während Ausdauereinheiten die Herz-Kreislauf-Gesundheit unterstützen.

Aus diesem Grund empfehlen Fachleute häufig eine Kombination aus zwei bis drei Krafttrainingseinheiten und einer bis zwei Pilates-Einheiten pro Woche. Pilates kann dabei auch zur Erwärmung oder zum Abkühlen dienen. Um Hypertrophie-Reize zu setzen, werden meist zwei bis drei Einheiten wöchentlich angesetzt, wobei sichtbare Veränderungen häufig nach sechs bis acht Wochen beobachtet werden.

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