Phishing-Kampagne: FBI warnt vor russischen SMS-Angriffen auf Signal
02.07.2026 - 21:04:41 | boerse-global.de
Neu-Delhi – Das indische Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) hat am heutigen Donnerstag offizielle Aufforderungen an die verschlüsselten Messaging-Dienste Signal und Telegram verschickt. Damit weitet die Regierung ihre Untersuchung aus, wie Messenger-Dienste mit der sogenannten Username-Funktion umgehen, die es Nutzern erlaubt, zu kommunizieren, ohne ihre Mobilfunknummer preiszugeben.
Der Schritt folgt einer Anordnung Anfang der Woche, mit der WhatsApp aufgefordert wurde, die Einführung seiner eigenen Username-Funktion vorerst zu stoppen. Die indischen Behörden befürchten, dass solche Funktionen für Phishing, Identitätsdiebstahl und sogenannte „Digital Arrest"-Betrugsmaschen ausgenutzt werden könnten.
Regierung verlangt Sicherheitsnachweise
In den Aufforderungen vom 2. Juli verlangt das MeitY von Signal detaillierte Auskünfte über die Prozesse zur Überprüfung der Nutzeridentität und die spezifischen Sicherheitsvorkehrungen, die der Dienst gegen betrügerische Aktivitäten getroffen hat. Während das Ministerium Telegram gezielt dazu aufforderte, darzulegen, warum es die Username-Funktion überhaupt weiter anbieten sollte, konzentrierte sich die Anfrage an Signal auf die technischen und sicherheitstechnischen Rahmenbedingungen.
Regierungsvertreter betonten, dass das Verbergen von Telefonnummern zwar die Privatsphäre der Nutzer stärke, die fehlende Transparenz jedoch die Bemühungen der Strafverfolgungsbehörden erschwere, Cyberkriminelle aufzuspüren. Das Ministerium will nun klären, wie die Plattformen mit den Behörden zusammenarbeiten wollen, wenn Betrug oder Identitätsdiebstahl gemeldet werden.
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Signal aktualisiert Desktop-Funktionen
Parallel zu den regulatorischen Prüfungen hat Signal die Funktionen seiner Plattform weiter ausgebaut. Am 1. Juli 2026 veröffentlichte das Unternehmen die Version Signal Desktop v8.18.0-beta.1, die es Nutzern erstmals ermöglicht, Umfragen in Einzelchats durchzuführen.
Dies folgt auf die kürzlich veröffentlichte Version 8.17.0, die mehrere administrative und organisatorische Verbesserungen enthielt. Dazu gehören eine Erhöhung der Anzahl angehefteter Chats von vier auf zehn sowie die Möglichkeit für Gruppenadministratoren, kürzlich verfasste Nachrichten in einem Thread zu löschen.
Globale Sicherheitswarnungen
Die regulatorischen Maßnahmen in Indien fallen mit einer breiter angelegten Sicherheitswarnung zusammen, die Signal betrifft. Am 2. Juli 2026 veröffentlichten das FBI und der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) eine gemeinsame Warnung vor einer russischen Cyberoperation, die auf Nutzer verschlüsselter Messenger abzielt.
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Die Behörden identifizierten eine SMS-Phishing-Kampagne, die darauf ausgelegt ist, Signal- und WhatsApp-Konten von Regierungsbeamten, Militärangehörigen und Aktivisten in den USA, Europa und der Ukraine zu kompromittieren. Sicherheitsexperten raten Nutzern, wachsam gegenüber unerwünschten Nachrichten zu bleiben, regelmäßig die aktiven Sitzungen in ihren Kontoeinstellungen zu überprüfen und die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren, um sich vor unbefugtem Zugriff zu schützen.
