Phishing-as-a-Service: FBI warnt vor Kali365-Plattform
02.06.2026 - 15:55:20 | boerse-global.deSie kombinierten den sogenannten „Gmail Dot Trick“ mit HTML-Injection – und erzeugten täuschend echte System-Mails.
Google ignoriert Punkte im Namensbestandteil einer Gmail-Adresse. Viele Webdienste behandeln solche Varianten aber als unterschiedliche Identitäten. Die Angreifer erstellten zahlreiche Konten, deren Adressen sich nur durch die Punkt-Platzierung unterschieden. In das Feld für den Gerätenamen injizierten sie HTML-Code.
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Die Folge: Robinhood versendete automatisierte Benachrichtigungen an die hinterlegten Adressen – mit dem injizierten Code. Weil die Mails von den offiziellen Servern stammten, passierten sie gängige Sicherheitsstandards wie SPF, DKIM und DMARC.
Kein Systemeinbruch, aber ein Trend
Robinhood bestätigte den Missbrauch des Kontoerstellungs-Prozesses. Ein Einbruch in interne Systeme habe nicht stattgefunden. Kundendaten oder finanzielle Mittel seien nicht betroffen gewesen.
Der Vorfall reiht sich in einen besorgniserregenden Trend ein. Im ersten Quartal 2026 verursachten Phishing-Angriffe bereits Schäden von rund 306 Millionen US-Dollar.
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FBI warnt vor Phishing-as-a-Service
Am 2. Juni 2026 warnte das FBI vor der Plattform „Kali365“. Der seit April aktive Dienst zielt auf Microsoft-365-Konten ab. Er nutzt gestohlene OAuth-Tokens, um die Multi-Faktor-Authentifizierung zu umgehen. Betroffen sind Organisationen im Gesundheitswesen, Finanzsektor und Bildungsbereich. Die Schäden durch solche Aktivitäten belaufen sich seit Januar 2025 auf über 240 Millionen Euro.
Auch Messenger-Dienste werden zunehmend Ziel professioneller Betrugsversuche. Eine Kaspersky-Untersuchung zeigt: Der durchschnittliche Schaden bei Messenger-Betrug liegt in Deutschland bei 1.180 Euro – fast doppelt so hoch wie der globale Schnitt von 630 Euro. Ein signifikanter Anteil der Opfer reagiert innerhalb von nur 30 Minuten auf die betrügerischen Nachrichten.
KI treibt die Professionalisierung
CrowdStrike-Analysten beobachten einen massiven Anstieg KI-gestützter Angriffe – plus 89 Prozent im Jahresvergleich. Ein aktueller Cloud-Sicherheitsbericht zeigt: 78 Prozent der Unternehmen meldeten Sicherheitsvorfälle im Zusammenhang mit KI.
Anfang Juni wurde zudem eine Schwachstelle bei Meta bekannt. Ein KI-Chatbot für Supportanfragen ermöglichte Angreifern zeitweise die Kontroll-Übernahme von Instagram-Konten. Durch VPN-Manipulation von Standortdaten veranlassten sie den Chatbot, Passwort-Reset-Codes an neue E-Mail-Adressen zu senden. Meta hat die Lücke inzwischen geschlossen.
Sicherheitsforscher demonstrierten parallel die Leistungsfähigkeit moderner KI: Das Modell „Mythos“ identifizierte innerhalb kürzester Zeit über 1.700 Schwachstellen in Open-Source-Projekten. Der Handlungsdruck für Unternehmen beim Patch-Management wächst damit weiter.
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