Philippinen, Zahlungswachstum

Philippinen führen digital: +44,6% Zahlungswachstum in H1 2026

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 03:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

EZB plant digitalen Euro ab 2029, während Schwellenländer bei Mobile Payment Rekordwachstum verzeichnen. Europa kämpft mit Akzeptanz.

Digitaler Euro ab 2029: EZB treibt bargeldlose Zukunft voran
Eine Hand hält ein Smartphone mit einer digitalen Geldbörsen-App und tätigt eine kontaktlose Zahlung an einem modernen Zahlungsterminal. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Während Schwellenländer wie die Philippinen oder Ghana Rekordzuwächse verzeichnen, tut sich Europa mit der digitalen Identität schwer.

Digitaler Euro: Start 2029 geplant

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am 17. Juli 2026 den aktuellen Stand des digitalen Euro präsentiert. Der Start ist für 2029 vorgesehen, eine Pilotphase mit 36 Teilnehmern beginnt bereits im September 2027. Das Europaparlament stimmte mit knapp 70 Prozent für das Vorhaben. Die Kosten für die Einführung werden auf vier bis 5,8 Milliarden Euro über vier Jahre geschätzt.

Der digitale Euro soll eine Offline-Funktion bieten und ein mit Bargeld vergleichbares Datenschutzniveau gewährleisten. Das dürfte besonders datenschutzbewusste Deutsche ansprechen – sofern sie überhaupt davon erfahren.

Digitale Identität: Bekanntheitsgrad katastrophal

Eine aktuelle Umfrage von IDnow offenbart ein massives Problem: Nur 23 Prozent der Deutschen kennen die European Digital Identity Wallet (EUDI). 48 Prozent haben noch nie davon gehört. Dabei wäre das Interesse durchaus vorhanden: 64 Prozent der Befragten würden die Wallet eher nutzen, wenn sie damit ihr Alter nachweisen könnten, ohne andere Daten preiszugeben.

Die größten Hürden? Interoperabilität und technische Komplexität. Rund 73 Prozent der Befragten sehen darin ernste Hindernisse. Kein Wunder also, dass die Begeisterung bisher verhalten ausfällt.

Generationenkonflikt beim Bezahlen

Eine Postbank-Studie vom Mai 2026 zeigt: Kontaktloses Bezahlen ist in Deutschland längst Standard – 87 Prozent der Verbraucher nutzen kontaktlose Karten. Doch beim mobilen Bezahlen klafft eine tiefe Kluft zwischen den Generationen.

Während 72 Prozent der Unter-40-Jährigen per Smartphone bezahlen, sind es bei den Über-40-Jährigen nur 36 Prozent. Immerhin: Insgesamt stieg die Nutzung mobiler Bezahldienste in Deutschland auf 47 Prozent – 2025 waren es erst 35 Prozent.

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Dieser trend zeigt sich auch in den USA. Eine PYMNTS-Umfrage unter 2.100 Erwachsenen ergab: 36 Prozent der Gen Z nutzten im November 2025 eine digitale Geldbörse für ihren letzten Einkauf – ein sprunghafter Anstieg von 15 Prozent im März 2024. Besonders bemerkenswert: Bei finanziell angespannten Verbrauchern erreichte die Nutzung digitaler Wallets für Einzelhandelseinkäufe 28 Prozent, für Lebensmittel 21 Prozent.

Philippinen und Pakistan: Digitale Revolution in vollem Gange

Während Europa noch über die Details diskutiert, legen Schwellenländer ein atemberaubendes Tempo vor. Auf den Philippinen erreichte das Transaktionsvolumen digitaler Zahlungen im ersten Halbjahr 2026 umgerechnet rund 16 Billionen Pesos – ein Plus von 44,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Über die Systeme InstaPay und PESONet wurden 4,2 Milliarden Transaktionen abgewickelt.

Der entscheidende Treiber: der nationale QR-Code-Standard QR Ph. Dessen Anteil am Zahlungsvolumen explodierte innerhalb eines Jahres von 16 auf 55 Prozent. Ein Paradebeispiel dafür, wie einfache Standards ganze Volkswirtschaften transformieren können.

In Pakistan zählt die Zentralbank inzwischen 137 Millionen Mobile-Banking-Nutzer. Die Zahl der digitalen Einzelhandelstransaktionen stieg um 74 Prozent auf zwölf Milliarden. Die Anzahl aktiver Händler vervierfachte sich von 500.000 auf zwei Millionen. Und: 92 Prozent der Überweisungen ins Land laufen inzwischen über digitale Kanäle.

Ghana: Spitzenreiter beim digitalen Bezahlen

Auch Ghana hat sich zu einem Vorreiter der digitalen Finanzwelt entwickelt. Digitale Zahlungen machen inzwischen 50 bis 60 Prozent aller Transaktionen aus. Laut Angaben von MobileMoney Fintech zählt das Land zu den drei führenden Volkswirtschaften weltweit, wenn es um das Verhältnis von digitalen Transaktionen zum Bruttoinlandsprodukt geht.

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Mastercard und Wero: Neue Infrastruktur für die digitale Welt

Die Finanzbranche rüstet massiv auf. Mastercard hat mit „Wallet Services" ein neues Toolkit gestartet, das Banken und Fintechs beim Bau digitaler Geldbörsen für iOS und Android unterstützt. Der Dienst ist in über 200 Ländern verfügbar und nutzt die 2024 erfolgte Öffnung des NFC-Zugangs auf Apple-Geräten. Einige integrierte Wallet-Funktionen sollen bis Ende 2026 vollständig verfügbar sein.

In Europa setzt der Bezahldienst Wero seinen Siegeszug fort. Seit Juli 2026 akzeptiert der Lidl-Onlineshop das System, das Echtzeit-Überweisungen direkt vom Bankkonto ermöglicht. Bereits im November 2025 hatten rund 46 Millionen Europäer den Dienst aktiviert. Auch Rossmann und Hornbach arbeiten an der Integration. Getragen wird Wero von einem Konsortium großer europäischer Banken.

Südafrika: PayShap auf Erfolgskurs

Der südafrikanische Echtzeit-Zahldienst PayShap – 2023 gestartet – zählt inzwischen sechs Millionen Nutzer. Bis Mai 2026 wurden rund 905 Millionen Transaktionen abgewickelt. Die südafrikanische Zentralbank hat sich kürzlich mit 50 Prozent an der Plattform beteiligt – ein klares Bekenntnis zur digitalen Zukunft.

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