Pflanzliche, Proteine

Pflanzliche Proteine: Mykotoxin-Risiken bei alternativen Eiweißquellen

04.06.2026 - 17:39:39 | boerse-global.de

Experten diskutieren neue Kontaminationswege durch alternative Proteinquellen und fordern angepasste Grenzwerte für Mykotoxine.

Mykotoxin-Risiken bei pflanzlichen Proteinen im Fokus
Pflanzliche - Nahaufnahme von grünen Pflanzen auf einem Feld mit angedeuteten Pilzsporen in der Luft, symbolisiert Mykotoxinbelastung in Lebensmitteln. 04.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigte das zweite Food Revolution Symposium Mitte Mai in Mestre bei Venedig.

Gefahren durch neue Kontaminationswege

Fachleute diskutierten dort intensiv über bisher wenig beachtete Kontaminationspfade. Die Umstellung auf alternative Proteinquellen bringt spezifische Risiken mit sich. Besonders die Belastung mit Mykotoxinen – giftigen Stoffwechselprodukten von Schimmelpilzen – steht im Fokus.

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Auch regenerative Landwirtschaft und Carbon Farming wurden thematisiert. Diese Methoden verbessern zwar die Bodenqualität und binden CO2. Doch die veränderten Anbaubedingungen erfordern eine genaue Beobachtung potenzieller Pilzbelastungen.

Präzisions-Fermentation unter der Lupe

Die Sicherstellung mykotoxinfreier Produktionsumgebungen ist eine Grundvoraussetzung für neue Lebensmittelproteine. Das gilt besonders für die Präzisions-Fermentation, die als Schlüsseltechnologie gilt.

Biologische Waffen gegen Schädlinge

Parallel zur Risikoanalyse forscht die Wissenschaft an biologischen Lösungen. Ein Team der Universität Jena klärte 2024 den Wirkmechanismus des Bodenpilzes Mortierella alpina auf.

Der Pilz produziert Substanzen namens Malpinine. Diese lagern sich im Verdauungstrakt von Nematoden an und blockieren deren Nahrungsaufnahme. Solche biologischen Mechanismen könnten chemische Pestizide ersetzen. Das stärkt die Pflanzen und senkt indirekt die Anfälligkeit für Schimmelpilzbefall.

Neue Herausforderungen für die Risikobewertung

Die Integration neuer Züchtungstechnologien bietet Vorteile für die Ertragssicherheit. Doch Fragen der Verbraucherinformation und Risikokommunikation bleiben präsent. Bei neuartigen Lebensmitteln aus alternativen Proteinen fordern Experten eine lückenlose Überwachung der Mykotoxinbelastung.

Herkömmliche Kontrollen erfassen etablierte Mykotoxine gut. Die aktuelle Herausforderung: Grenzwerte und Nachweisverfahren für „neue" Mykotoxine entwickeln. Diese können in veränderten landwirtschaftlichen Ökosystemen oder bei neuen Rohstoffen auftreten. Die Fachwelt betont: Kontaminationsrisiken müssen bereits in der Entwicklungsphase neuer Produktionsketten erfasst werden.

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