Pflanzliche, Proteine

Pflanzliche Proteine: Erbsenanbau wächst um 20 Prozent

23.06.2026 - 05:50:41 | boerse-global.de

Der Erbsenanbau in Sachsen-Anhalt boomt: Anbaufläche und Erntemenge steigen deutlich. Ein EU-Proteinplan soll die Importabhängigkeit reduzieren.

Sachsen-Anhalt: Erbsenanbau wächst dank Bioökonomie und EU-Plan
Pflanzliche - Ein weites Feld mit Erbsenpflanzen bei Sonnenaufgang, im Vordergrund eine einzelne Pflanze mit Schoten. Ein moderner Agrardrohne fliegt im Hintergrund. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Strukturwandel weg von der Kohle hin zur Bioökonomie treibt die Entwicklung an. Ein Verbundprojekt namens „Digitalisierung pflanzlicher Wertschöpfungsketten“ (DiP) steckt 105 Millionen Euro in die Modernisierung. Das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik, die Hochschule Anhalt und das Unternehmen Planteneers sind mit an Bord.

Die Zahlen belegen den Trend: 2025 wuchs die Anbaufläche für Futtererbsen auf 24.900 Hektar – ein Plus von 20 Prozent. Die Erntemenge kletterte auf 76.100 Tonnen, der höchste Wert seit Jahren. Das passt zum veränderten Konsumverhalten: Laut Ernährungsreport bezeichnet sich mehr als ein Drittel der Deutschen als Flexitarier, rund 9 Prozent leben vegetarisch oder vegan.

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Forschung gegen Erbsen-Frust

Doch der Anbau hat Tücken. Ertragsschwankungen, Krankheiten und Bodenmüdigkeit machen den Landwirten zu schaffen. Forscher des Leibniz-Instituts suchen daher nach robusteren, trockenheitsresistenten Erbsenlinien. Moderne Technik wie Drohnen hilft bei der Datenerfassung.

Auch bei der Saatgutqualität tut sich was. Das Unternehmen Seedalive stellte im Juni 2026 ein Verfahren vor, das die Keimfähigkeit per biochemischem Bioassay und KI-Analyse binnen 48 Stunden prüft. Eine Studie bei Triticale bestätigte die hohe Genauigkeit. Solche Innovationen sollen das Risiko für Bauern senken.

EU-Plan: Weniger Abhängigkeit von Proteinimporten

Die Politik will die Importabhängigkeit reduzieren. Ein Entwurf für einen EU-Proteinplan sieht vor, den Selbstversorgungsgrad bei Futterprotein bis 2035 auf 35 Prozent zu steigern. 2025 lag er noch bei 25 Prozent. Die offizielle Präsentation der Strategie ist für den 1. Juli 2026 geplant. Sie soll Anreize über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) für den Anbau von Leguminosen, Raps und Sonnenblumen schaffen.

Vertreter von Donau Soja betonten auf einer Generalversammlung in Wien die Dringlichkeit einer europäischen Proteinstrategie. Ohne sie sei die Ernährungssicherheit gefährdet. Ziel ist mehr strategische Autonomie im Agrarsektor.

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Handel: Potenzial noch nicht ausgeschöpft

Eine Studie des IDOS vom Juni 2026 zeigt: Der Lebensmitteleinzelhandel könnte mehr tun. Discounter wie Lidl und Aldi Süd führen bei Umweltthemen, Vollsortimenter wie Edeka und Rewe punkten bei regionaler Beschaffung. Bei pflanzlichen Proteinen gibt es viele Einzelmaßnahmen, aber keine systematische Gesamtstrategie.

Global treiben Konzerne die Konsolidierung voran. Danone übernimmt die australische MADE Group, die auf proteinreiche Getränke und Kokosprodukte spezialisiert ist. Der Umsatz liegt bei über 300 Millionen Euro. Der Deal soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden – ein klares Signal für die strategische Ausrichtung auf pflanzliche Proteine.

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