Perimenopause, Studie

Perimenopause: Neue Studie belegt Verlust grauer Substanz

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 21:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die Perimenopause beeinflusst Knochen, Gelenke und Gehirn. Neue Studien zeigen Risiken und Therapieoptionen auf.

Perimenopause: Unterschätzte Symptome und neue Therapieansätze
Eine Frau hält ihre schmerzende Schulter, die Hände leicht auf den Gelenkbereich gelegt, was auf Unbehagen hinweist. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Perimenopause beginnt meist zwischen 40 und 45 und kann bis zu zwölf Jahre dauern. Dabei verändert der sinkende Östrogenspiegel den gesamten Körper – mit weitreichenden Folgen für Knochen, Muskeln und Stoffwechsel.

Der stille Umbau im Körper

Östrogen schützt Gelenke und Knochen. Sinkt der Spiegel, steigt das Risiko für Arthrose und Osteoporose. Typische Warnsignale: dumpfe Schmerzen, Morgensteifigkeit, Klickgeräusche in den Gelenken.

Dazu kommen Schlafmangel und chronischer Stress. Sie verstärken die Schmerzwahrnehmung zusätzlich. In der Praxis werden diese Beschwerden oft übersehen – obwohl sie die Lebensqualität massiv einschränken. Die Perimenopause ist eben kein lokales Problem, sondern ein systemischer Wandel. Knochendichte, Muskelmasse, Stoffwechsel – alles ist betroffen.

Die rätselhafte Frozen Shoulder

Ein besonders tückisches Symptom: die „Frozen Shoulder“ (adhäsive Kapsulitis). Sinkende Östrogenwerte fördern Entzündungen im Gewebe, die Gelenkkapsel versteift. Prominente wie Penélope Cruz und Olivia Wilde haben öffentlich darüber gesprochen – und damit gezeigt, wie früh der Übergang beginnen kann, oft schon mit 40.

Die Diagnose wird häufig erschwert. Schauspielerin Shamita Shetty berichtete von einer verzögerten Diagnose ihrer Endometriose, weil die Symptome mit der Perimenopause verschmolzen. Fachleute mahnen: Hormonelle Beschwerden müssen von anderen chronischen Krankheiten abgegrenzt werden.

Was im Gehirn passiert

Die Forschung liefert neue Erkenntnisse. Eine britische Studie mit Daten von rund 125.000 Frauen – darunter 11.000 MRT-Aufnahmen – zeigte einen messbaren Verlust grauer Substanz im Hippocampus. Diese Region ist für das Gedächtnis zuständig.

Anzeige

Die Perimenopause verändert mehr als nur den Hormonhaushalt – eine britische Studie mit 125.000 Frauen zeigt messbaren Verlust grauer Substanz im Hippocampus. Doch Sie können aktiv gegensteuern: Mit der richtigen Ernährung und gezielten Übungen schützen Sie Gehirn und Gelenke. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern

Und noch ein Risiko: Eine frühe Menopause erhöht die Wahrscheinlichkeit für Typ-2-Diabetes um etwa 30 Prozent.

Im Frühjahr 2026 gab es zudem eine internationale Neuerung: 56 Organisationen einigten sich darauf, das Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) in „Polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom“ (PMOS) umzubenennen. Weltweit sind schätzungsweise 170 Millionen Frauen betroffen – das Syndrom geht oft mit Insulinresistenz einher.

Hormontherapie: Was hilft wirklich?

Die medizinischen Leitlinien zur Hormonersatztherapie (HRT) wurden präzisiert. Für gesunde Frauen unter 60 oder innerhalb der ersten zehn Jahre nach Menopausenbeginn gilt sie als sicher. Vorteile: bessere Insulinsensitivität, geringeres Risiko für koronare Herzerkrankungen.

Eine Expertin der European Menopause and Andropause Society (EMAS) gibt jedoch zu bedenken: Den Verlust grauer Substanz im Gehirn kann die HRT nicht verhindern.

In der Arthroseforschung zeichnen sich neue Ansätze ab:
- Sprifermin verdickte in einer Studie mit 550 Patienten den Knieknorpel, linderte Schmerzen aber nur begrenzt.
- Lorecivivint, ein Enzym-Inhibitor, reduzierte bei 276 Patienten Schmerzen und verlangsamte den Knorpelverlust. Eine FDA-Zulassung steht aus.
- Gentherapie: Die Mayo Clinic prüft derzeit, ob gezielte Eingriffe Entzündungsprozesse im Knie blockieren können.

Ergänzend empfehlen Fachleute: kalzium- und proteinreiche Ernährung, Vitamin D, mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche.

Anzeige

Frozen Shoulder, Gelenkschmerzen, erhöhtes Diabetesrisiko – die Perimenopause bringt viele unterschätzte Symptome mit sich. Erfahren Sie in unserem Ratgeber, wie Sie mit einfachen Mitteln Ihre Knochen- und Hirngesundheit stärken. Ratgeber jetzt kostenlos sichern

Politik reagiert auf Versorgungslücke

Im Sommer 2026 trat in Maryland ein Gesetz in Kraft, das spezielle Fortbildungen für medizinisches Personal zu Menopause und Perimenopause vorschreibt. Ziel: die Wissenslücke in der klinischen Ausbildung schließen und evidenzbasierte Behandlungen von Versicherungen abdecken lassen. Befürworter erwarten langfristig Kosteneinsparungen im Gesundheitssystem.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69747693 |