Pegasus-Exploit: Apple warnt 110 Länder vor Zero-Click-iMessage-Lücke
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 22:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Forschungsorganisation Citizen Lab hat eine erfolgreiche Infektion mit der Spionagesoftware Pegasus auf dem Mobilgerät eines serbischen Studentenaktivisten bestätigt. Die Infiltration erfolgte demnach über eine sogenannte Zero-Click-Schwachstelle im Nachrichtendienst iMessage. Die Untersuchung ordnet den Zeitraum der Kompromittierung auf die Monate zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 ein.
Apple warnt Betroffene in über 100 Ländern
Wie aus aktuellen Berichten hervorgeht, hat der Technologiekonzern Apple am 13. August 2026 Sicherheitswarnungen bezüglich staatlich finanzierter Spionagesoftware an Nutzer in insgesamt 110 Ländern versendet.
In Serbien erhielten an diesem Tag 12 Personen eine entsprechende Benachrichtigung des Herstellers. Apple gab zudem bekannt, dass die spezifische Pegasus-Infektion mit dem Sicherheitsupdate auf die Betriebssystemversion iOS 18.4.1 neutralisiert wurde.
Die SHARE Foundation dokumentierte für das Jahr 2026 eine erhebliche Zunahme solcher Überwachungsversuche in Serbien. Den Angaben zufolge wurden im Vorfeld der Kommunalwahlen im März mindestens 14 Personen mit Spyware ins Visier genommen. Dies stelle die bisher größte dokumentierte Welle derartiger Angriffe in dem Land dar.
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Zu den Zielpersonen gehörten neben Studenten und Aktivisten auch ein Abgeordneter der Opposition sowie ein Mitglied eines Gemeinderats. Erste dokumentierte Fälle von Spyware-Einsätzen in Serbien reichen bis in das Jahr 2023 zurück.
Funde von NoviSpy-Varianten auf Android-Geräten
Neben den Pegasus-Infektionen identifizierte Citizen Lab im Jahr 2026 weitere Bedrohungen für mobile Endgeräte. Auf zwei Android-Smartphones entdeckten die Forscher eine neue Variante der Schadsoftware NoviSpy.
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Die Analysen ergaben ein gemischtes Bild der Angriffsvektoren: Während auf einem der untersuchten Geräte eine Zero-Click-Infektion durch Pegasus festgestellt wurde, wiesen zwei weitere Geräte Spuren von Malware auf, die der NoviSpy-Familie zuzuordnen ist.
Staatliche Stellen weisen Vorwürfe zurück
Die serbischen Behörden reagierten ablehnend auf die Veröffentlichungen zu den Spionageangriffen auf Studenten und zivilgesellschaftliche Akteure. Der nationale Geheimdienst BIA bezeichnete die Darstellungen als trivialen Sensationalismus. Auch von politischer Seite folgte ein Dementi. Präsident Aleksandar Vu?i? erklärte im Jahr 2026, dass die betroffenen Studenten Verdächtigungen geäußert hätten, ohne hierfür Beweise vorzulegen.
Unterstützt wurde diese Haltung durch Parlamentspräsidentin Ana Brnabi?, die eine Beteiligung staatlicher Stellen an den Überwachungsmaßnahmen ausdrücklich bestritt. Trotz der technischen Belege durch IT-Sicherheitsexperten und der Warnmeldungen des Herstellers Apple halten die Regierungsvertreter an ihrer Darstellung fest, dass keine staatlich legitimierte Ausspähung stattgefunden habe.
