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PayPal-Aktie: Analysten sehen 48% Aufschlagpotenzial bei 42 Euro

21.06.2026 - 02:40:03 | boerse-global.de

PayPal durchläuft unter Enrique Lores einen tiefgreifenden Wandel mit KI-Fokus, Stellenabbau und neuen Geschäftsfeldern. Analysten sehen trotz Kursverlusten hohes Potenzial.

PayPal-Aktie: Neuer Chef setzt auf KI und radikalen Umbau
PayPal-Aktie - A stylized PayPal logo on a circuit board, connected to glowing AI lines and financial charts with upward trends. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Unter neuem Chef Enrique Lores setzt das Unternehmen auf Künstliche Intelligenz, Stellenabbau und eine Neuausrichtung – und das zu einem Zeitpunkt, an dem viele Analysten den Aktienkurs für stark unterbewertet halten.

Aktie im freien Fall – oder die Chance ihres Lebens?

Am 20. Juni 2026 notierte die PayPal-Aktie bei 42,51 Euro – ein Minus von rund 27 Prozent seit Jahresbeginn. Doch genau dieser Kurssturz weckt Begehrlichkeiten. Analysten sehen erhebliches Potenzial: Schätzungen zufolge liegt der faire Wert zwischen 51 und 82 Euro pro Aktie. Das wäre ein Aufschlag von bis zu 48 Prozent.

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Der bekannte Investor Michael Burry, bekannt aus „The Big Short“, hat bereits zugeschlagen. Er stockte im Juni 2026 seinen Anteil auf – zu einem Einstiegskurs von rund 41 Euro. Burry lobt die hohen Eigentümergewinne, die geringe Verschuldung und die aggressiven Aktienrückkäufe. Seine These: PayPal könnte irgendwann zum Übernahmeziel für Private-Equity-Firmen werden.

Auch institutionelle Anleger zeigen Interesse. So investierte Titan Investment Management im vierten Quartal 2025 rund 1,35 Millionen Euro in das Unternehmen.

Neuer Chef, neuer Kurs: KI als Hebel

Seit dem 1. März 2026 führt Enrique Lores die Geschäfte. Sein Plan: ein mehrjähriger Turnaround. Kernpunkte sind ein Personalabbau von 20 Prozent in den nächsten zwei bis drei Jahren und Einsparungen von mindestens 1,5 Milliarden Euro. Das Mittel der Wahl: Künstliche Intelligenz.

Lores hat das Unternehmen in drei Geschäftsbereiche aufgeteilt:

  • Checkout: Das klassische Bezahlerlebnis
  • Venmo: Die Social-Payment-Plattform
  • Payment Services & Crypto: Händlerdienste und digitale Assets

Die ersten Ergebnisse können sich sehen lassen. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz auf 8,4 Milliarden Euro – ein Plus von sieben Prozent im Jahresvergleich. Das gesamte Zahlungsvolumen (TPV) legte um elf Prozent auf 464 Milliarden Euro zu. Besonders Venmo wuchs mit 14 Prozent, während das klassische Checkout-Geschäft nur um zwei Prozent zulegte.

Aus für die Venture-Capital-Sparte

Ein symbolträchtiger Schritt: PayPal schließt nach zehn Jahren seine Unternehmensbeteiligungssparte PayPal Ventures. Das Signal ist klar: Der Fokus liegt wieder auf dem Kerngeschäft. Die Zeiten des billigen Geldes sind vorbei.

In seinem Jahrzehnt hatte der Bereich mehr als 80 Firmen unterstützt, darunter die Fintech-Größen Plaid und Anchorage Digital. Die Investmentbank Jefferies soll nun die verbliebenen Anteile verkaufen. PayPal folgt damit einem Branchentrend: Auch Commerzbank und ING haben ihre Venture-Einheiten zuletzt zurückgefahren oder geschlossen.

Expansion in Europa und bei Kryptowährungen

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Trotz des Sparkurses investiert PayPal in Wachstum. Im Juni 2026 startete der Dienst „Shopware Payments“ in Deutschland und Österreich. Die Lösung integriert Kreditkarten, digitale Geldbörsen und „Buy now, pay later“-Optionen direkt für Händler. Eine Ausweitung auf die gesamte EU und die USA ist geplant.

Parallel dazu hat PayPal seine Stablecoin PYUSD in 70 Märkte gebracht. Das Ziel: günstigere grenzüberschreitende Überweisungen und schnellere Abrechnungen für Händler.

Die Prognosen sind ambitioniert. Einige Analysten erwarten bis 2029 einen Umsatz von 38 Milliarden Euro und einen Gewinn von 4,8 Milliarden Euro. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Apple Pay und Stripe bleiben ernstzunehmende Gegner. Ob der KI-getriebene Sparkurs aufgeht, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.

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