Passkeys-Einführung, Studie

Passkeys-Einführung: 93 Prozent planen, nur 13 Prozent setzen um

15.06.2026 - 18:36:56 | boerse-global.de

Neue Studie zeigt: Trotz hohem Selbstbewusstsein haben 70 Prozent der Firmen bereits Sicherheitsvorfälle durch Identitätslücken erlitten.

Identitätsmanagement-Studie: Große Lücken bei globalen Konzernen
Passkeys-Einführung - An abstract image showing digital and physical identity management, with lines connecting biometric scanners, servers, and smart devices. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine neue Studie der FIDO Alliance und HID offenbart eklatante Lücken zwischen Anspruch und Wirklichkeit im Identitätsmanagement globaler Konzerne. Die Untersuchung mit dem Titel „The State of Physical and Digital Identity in the Enterprise“ wurde am heutigen Montag auf der Identiverse-Konferenz in Las Vegas vorgestellt.

Die Ergebnisse basieren auf einer Befragung von 500 IT-Entscheidern aus den USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Zwar gaben 94 Prozent der Befragten an, Zugriffsrechte innerhalb von 24 Stunden entziehen zu können – doch die Realität sieht anders aus: 35 Prozent der Organisationen meldeten in den vergangenen zwei Jahren Verzögerungen oder Fehler bei genau diesem Prozess.

Gefährliche Selbstüberschätzung bei Sicherheitslücken

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Trotz des hohen Selbstbewusstseins zeigt der Report: 70 Prozent der befragten Unternehmen haben bereits identitätsbezogene Sicherheitsvorfälle erlebt. Die Verwundbarkeit wird durch fragmentierte Managementstrukturen noch verstärkt. Nur die Hälfte aller Unternehmen verfügt über eine einheitliche Berichtsstruktur für physische und digitale Identitäten.

Besonders alarmierend: 59 Prozent der Organisationen betreiben drei oder mehr verschiedene Authentifizierungssysteme. Der öffentliche Sektor schneidet am schlechtesten ab – hier liegt die Fehlerquote beim Entzug von Zugriffsrechten bei 43 Prozent. 20 Prozent der Behörden verlassen sich noch immer auf manuelle Prozesse, um Berechtigungen zu widerrufen.

Passkeys: Große Pläne, kleine Fortschritte

Der Umstieg auf sicherere Authentifizierungsmethoden kommt nur schleppend voran. Zwar haben 93 Prozent der Organisationen mit der Einführung von Passkeys begonnen – aber nur 13 Prozent setzen sie in größerem Umfang ein.

Die Hauptgründe für die Umstellung auf passwortlose Authentifizierung sind die Reduzierung von Phishing-Risiken (45 Prozent) und die Senkung der IT-Kosten (44 Prozent). Diese Prioritäten spiegeln den allgemeinen Branchentrend wider: Weg von traditionellen, passwortbasierten Sicherheitsmodellen.

Milliardenschwerer Markt für Identitätssicherheit

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Der Markt für Identitätsmanagement bleibt ein heißes Pflaster für Investoren. Am heutigen Montag verließ das Startup NewCore den Stealth-Modus und gab eine Finanzierung von 66 Millionen Euro bekannt. Zu den Investoren zählen Cyberstarts, Index Ventures und Evolution Equity Partners. NewCore bringt eine Sicherheitsplattform auf den Markt, die sowohl für menschliche Identitäten als auch für KI-Agenten ausgelegt ist. Kernstück ist eine Split-Key-Architektur, die einzelne Fehlerquellen in Standard-Authentifizierungsprotokollen eliminiert.

Parallel dazu kündigte Fischer Identity die sofortige Verfügbarkeit eines neuen Oracle-Health-Connectors an. Das Tool automatisiert das Identitäts-Lebenszyklus-Management im Gesundheitswesen – inklusive automatischer Kontobereitstellung und Prüfpfaden für die HIPAA-Compliance.

Die langfristigen Prognosen von Emergen Research deuten auf ein anhaltendes Wachstum hin. Der globale Markt für Gesichtserkennung, 2025 noch rund 7,85 Milliarden Euro schwer, soll bis 2035 auf 32,88 Milliarden Euro anwachsen. Haupttreiber sind die digitale Identitätsverifikation, Grenzsicherheit und Smart-City-Initiativen. Das stärkste Wachstum wird in der Asien-Pazifik-Region erwartet.

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