Parodontitis: Zahnfleischentzündung erhöht Gefäßrisiko um das 3-Fache
07.06.2026 - 08:14:56 | boerse-global.de
Aktuelle Studien zeigen: Parodontitis kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, Gefäße schädigen und sogar das Gehirn angreifen.
Weniger Lebendgeburten durch Zahnbettentzündungen
Eine Studie der Hebräischen Universität Jerusalem (HUJI) im „Journal of Dental Research“ belegt den Zusammenhang. Chronische Mundentzündungen lösen eine systemische Immunantwort aus. Die Folge: oxidativer Stress mindert die Eizellqualität und stört die Follikelreifung.
Im Tierversuch brachte nur eines von vier Weibchen mit Zahnbettentzündungen ein lebendes Junges zur Welt. In der Kontrollgruppe bekamen alle Tiere Nachwuchs. „Frauen mit Kinderwunsch sollten vor einer Fruchtbarkeitsbehandlung ihren Zahnarzt aufsuchen“, rät Michael Klutstein von der HUJI.
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Gefäßschäden als stille Gefahr
Unabhängige Studien aus dem ersten Halbjahr 2026 zeigen: Parodontitis erhöht das Risiko für Gefäßerkrankungen um das Zwei- bis Dreifache. Als Frühwarnsignal gilt erektile Dysfunktion.
Der Mechanismus ist derselbe: Oxidativer Stress schädigt das Endothel, die innerste Schicht der Blutgefäße. Langfristig können daraus schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen. Die Mundhöhle fungiert damit als Indikator und möglicher Entstehungsherd für chronische Entzündungen.
STING-Protein: Brücke zur Alzheimer-Forschung
Die Entzündungskaskade reicht bis ins Gehirn. Forscher der Universität Heidelberg und des DKFZ identifizierten das STING-Protein als zentrale Schaltstelle für Neuroinflammation. Bei Alzheimer sammeln sich T-Zellen gezielt an Amyloid-Plaques und treiben die Entzündung voran.
In frühen Stadien dominieren noch Mikrogliazellen. In fortgeschrittenen Phasen rücken T-Zellen ins Zentrum der Erkrankung.
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App gegen Zahnbelag
Digitale Helfer sollen vorbeugen. Der Prototyp der App „ParoComPas“ steigerte die Effektivität der Plaque-Kontrolle um 16 Prozentpunkte. Bessere Mundhygiene verhindert chronische Entzündungsherde – und senkt damit das Risiko für die beschriebenen Folgeerkrankungen.
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