Parodontitis, Scheinfasten

Parodontitis: Scheinfasten senkt Entzündungswerte signifikant

17.06.2026 - 14:39:11 | boerse-global.de

Eine Pilotstudie untersucht, ob eine scheinfastende Diät die Behandlung von Zahnfleischerkrankungen unterstützen kann. Die Ergebnisse zeigen positive Effekte auf Entzündungswerte im Blut.

Scheinfasten bei Parodontitis: Neue Studie zeigt Potenzial
Parodontitis - Nahaufnahme eines menschlichen Mundes mit gesundem Zahnfleisch und Zähnen, der die Verbindung von Ernährung und Mundgesundheit symbolisiert. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine Pilotstudie des King’s College London untersuchte, ob eine scheinfastende Diät die Behandlung von Parodontitis unterstützen kann.

Fastenzyklen senken Entzündungswerte

Die Forscher arbeiteten mit fünf spanischen Universitäten zusammen. 28 Probanden durchliefen zwischen Dezember 2023 und November 2024 nach einer nichtchirurgischen Parodontitisbehandlung drei Fastenzyklen. Ein Zyklus dauerte fünf Tage: Am ersten Tag gab es 1100 Kalorien, an den folgenden vier Tagen nur 750 Kalorien.

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Die klinischen Werte – Taschentiefe und Zahnfleischbluten – verbesserten sich in der Fastengruppe genauso wie in der Kontrollgruppe. Einen statistischen Vorteil durch das Scheinfasten gab es bei diesen Parametern nicht.

Die Blutwerte zeigten einen deutlichen Unterschied: Das hochsensitive C-reaktive Protein (hs-CRP) – ein zentraler Entzündungsmarker – sank in der Fastengruppe signifikant, während er in der Kontrollgruppe unverändert blieb. Auch im Zahnfleischgewebe fanden die Wissenschaftler niedrigere Entzündungswerte.

Die Autoren warnen allerdings: Wegen der geringen Probandenzahl seien größere Untersuchungen nötig, bevor man eine Therapieempfehlung aussprechen könne.

Parodontitis: Ein unterschätztes Volksleiden

Die Relevanz solcher Ansätze zeigt die Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6). Rund 95 Prozent der jüngeren Erwachsenen sind demnach parodontal erkrankt. Besonders kritisch: Zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr schreitet die Krankheit häufig voran. Etwa 19 Prozent der jüngeren Erwachsenen entwickeln innerhalb von neun Jahren eine schwere Form.

Immerhin: Die Zahl zahnloser Senioren sinkt. Bei den 65- bis 74-Jährigen fiel sie von 22,6 Prozent (2005) auf etwa 5 Prozent (2023). Der Erhalt der eigenen Zähne beeinflusst die Lebensqualität im Alter maßgeblich. Japanische Studien deuten sogar darauf hin, dass Menschen über 85 mit mindestens 20 eigenen Zähnen eine höhere Lebenserwartung haben könnten.

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Warum Ernährung bei Entzündungen hilft

Die Forschung zu entzündungshemmenden Ernährungsweisen gewinnt an Fahrt. Eine Studie der Ben-Gurion-Universität und der Universität Leipzig (Circulation, 2026) belegte: Wer viszerales Bauchfett um zehn Prozent reduziert, senkt sein Risiko für Typ-2-Diabetes um 28 Prozent – und das bis zu zehn Jahre lang.

Wissenschaftler der University of Sydney zeigten bei Senioren einen weiteren Effekt: Ein teilweiser Ersatz tierischer durch pflanzliche Proteine verbesserte innerhalb eines Monats das biologische Alter – ohne Kraftverlust.

Und die Europäische Arzneimittelbehörde EMA empfahl Ende Mai 2026 die Zulassung einer hochdosierten Semaglutid-Tablette. Studien zeigten eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von 16 Prozent.

Der Trend in der Medizin ist klar: Entzündungsprozesse und Stoffwechselerkrankungen werden künftig durch eine Kombination aus Medikamenten, mechanischen Maßnahmen und gezielter Ernährung bekämpft.

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